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Erinnerung an einen tödlichen Unfall

Von Viele Jahre galt er als verschollen, der Gedenkstein für Jeremias Herth. Dank des Internets kehrte er jetzt in den Buchschlager Forst zurück.
Wilhelm Ott (von links), Heinz Herth und Willi Menzer sind froh, dass der Gedenkstein wieder im Wald von Buchschlag ist. Foto: Jost Wilhelm Ott (von links), Heinz Herth und Willi Menzer sind froh, dass der Gedenkstein wieder im Wald von Buchschlag ist. Foto: Jost
Dreieich. 

Nach vermutlich mehr als 30 Jahren sitzt der Sandstein-Gedenkstein wieder an dem Platz, an den er gehört. Nur der frisch aufgebuddelte Waldboden drumherum erinnert noch daran, dass hier gerade erst etwas verändert wurde. In der Nähe der alten Mülldeponie in Buchschlag haben die Freunde Sprendlingens den Gedenkstein für Jeremias Herth wieder aufgestellt.

An dieser Stelle ereignete sich am 10. Juli 1862 im Mitteldicker Forst ein tragischer Unfall. Der Langener Bürger Jeremias Herth wurde beim Holzabfahren von einem Ast getroffen, so dass er vom Wagen stürzte und dann an dieser Verletzung starb. Zur Erinnerung an ihn stellten Freunde oder Angehörige an der Unfallstelle einen Gedenkstein mit der Inschrift "I H / 1862" und einem Kreuz darunter, auf.

Mehr als 120 Jahre stand der Gedenkstein ungestört an dieser Stelle. 1977 wurde er zum letzten Mal in einem Bericht des Forstamtes erwähnt. Wilhelm Ott, Mitglied der Freunde Sprendlingens, beschäftigt sich schon länger mit den Steinen Dreieichs. Er wollte 2011 in einer Dokumentation den Stein beschreiben, war im Wald auf der Suche und bemerkte, dass er nicht mehr dort war.

Aus Wald gewuchtet

Der "Finder" muss den schweren Stein offensichtlich mit erheblichem Aufwand aus dem Wald gewuchtet haben. Ott beschrieb den Gedenkstein auf der Website www.steine-in-der-dreieich.de im Abschnitt "vermisste Steine". "2011 habe ich dann eine E-Mail von einer Neu-Isenburger Familie bekommen. In deren Vorgarten in einem Mietshaus lag der Stein. Sie haben sich für ihn interessiert und die Inschrift gegoogelt und sind dabei auf meine Homepage gestoßen", freut sich der begeisterte Heimatforscher über diesen Zufall. Wie der Gedenkstein für Jeremias Herth in den Garten nach Neu-Isenburg kam, lässt sich nicht mehr klären.

Ursprüngliche Stelle

Mit gemeinsamem Engagement ist es den Freunden Sprendlingens jetzt gelungen, den Stein wieder an seine ursprüngliche Stelle zu bringen. "Zum Glück war der Hausbesitzer in Neu-Isenburg auch sofort dazu bereit, den Stein aus seinem Garten abzugeben", sagte Willi Menzer, Vorsitzender der Freunde Sprendlingens. er freut sich, dass der Stein wieder seinem richtigen Platz ist.

Eine besondere Bedeutung hat das Sandstein-Erinnerungsstück auch für Heinz Herth (82) aus Langen. Jeremias Herth war sein Urgroßvater. "Ich war mit meinem Vater in den 1930er Jahren öfter mal hier an dieser Stelle, er hat mir den Stein immer wieder gezeigt."

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