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Barrierefreiheit: Fehlender Metallgriff an der Toilette ist für behinderte Menschen ein echtes Problem

Vielen fällt die fehlende Barrierefreiheit erst auf, wenn sie selbst darauf angewiesen sind. Jossy Oswald und Gerd Becker ist das bewusst. Deshalb macht er regelmäßig auf diese Missstände aufmerksam.
Gerd Becker steht am von ihm montierten provisorischen Türgriff am Bahnhof in Walldorf. Gerd Becker steht am von ihm montierten provisorischen Türgriff am Bahnhof in Walldorf.
Mörfelden-Walldorf. 

Seit rund einem halben Jahr fehlt der Türgriff an der Toilette für Menschen mit Behinderung am Bahnhof Walldorf, während die Fahrradgarage direkt nebenan mit einem stabilen Metallgriff ausgestattet ist. Ursprünglich hatten natürlich beide Türen einen stabilen Türgriff gleicher Bauart. Aber leider wurde einer von beiden – ausgerechnet der für die Toilette für Menschen mit Behinderung – durch Vandalismus zerstört.

Unhaltbarer Zustand

„Gerade für Menschen mit Gehbehinderung – erst recht wenn sie auf einen Rollstuhl angewiesen sind – ist die Toilette ohne Türgriff ein völlig unhaltbarer Zustand“, so Gerd Becker. Er hat nach längerer Wartezeit zusammen mit Jossy Oswald in einer von ihnen durchgeführten „Selbsthilfeaktion“ am Samstag einen provisorischen Türgriff aus Holz an der Toilette angebracht, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Becker hofft darauf, dass seine Arbeit möglichst bald obsolet wird, weil die Stadt den provisorischen Griff durch einen stabilen Metallgriff selbst ersetzt oder von einer Firma ersetzen lässt.

Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) und Holger Fritz vom städtischen Bauamt betonen, dass sie mit dem Anliegen 100 Prozent übereinstimmen und alles in der Tat sehr unglücklich gelaufen sei. Die Erneuerung des Türgriffs sei von der Stadt schon längst vor Monaten beauftragt worden, und die Arbeit hätte von der zuständigen Firma auch längst ausgeführt werden müssen. Leider sei dies aber immer noch nicht erfolgt. Daher werde die Stadt notfalls jetzt selbst mit dem Bauhof Hand anlegen und nun umgehend tätig werden.

Tür nur schwer zu öffnen

„Die Toilette selbst ist für Menschen mit Behinderung sehr gut zu benutzen. Umso ärgerlicher ist es daher, dass die Toilette kaum oder nur sehr schwer geöffnet werden kann, obwohl es doch nicht so schwer sein kann, einen passablen Türgriff anzubringen“, so Gerd Becker, der seit längerem mit der Stadt im Schriftwechsel steht.

Ein im Grunde kleiner Gegenstand hat hier in der Praxis eine große Auswirkung für die Betroffenen. Becker sieht den seit längerem fehlenden Türgriff bei einer sonst behindertengerecht eingerichteten Toilette als ein Symptom. Nur wenige Meter weiter stellt sich ein ähnlich gelagertes Problem: Menschen mit Gehbehinderung können den Bahnsteig in Richtung Mörfelden sehr gut barrierefrei erreichen, aber nicht die Gegenseite in Richtung Frankfurt. Hier fehlt ein entsprechender Aufzug. Für barrierefreie Bahnsteige ist die Deutsche Bahn zuständig.

Vor allem ein Aspekt ist Becker ganz wichtig: „Viele Menschen sind am Thema Barrierefreiheit nicht interessiert. Aber das ändert sich urplötzlich, wenn sie sich mal ein Bein brechen und plötzlich auf Krücken angewiesen sind und nach Frankfurt müssen“, so Becker. Ihm ist klar, dass aufgrund der Zuständigkeit der Bahn ein Fahrstuhl wohl noch länger auf sich warten lässt. Aber wenigstens beim Türgriff an der Toilette hofft er auf schnelle Abhilfe durch die Stadt.

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