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Angeklagter muss für Attacke bezahlen: Flaschenwurf mit teuren Folgen

Von Zwischen einem 40-Jährigen und seinem einstigen besten Freund war es während eines Alkoholentzugs in Langen zu einer Auseinandersetzung gekommen. Dabei flog auch eine Flasche, was den Angeklagten vor Gericht nun teuer zu stehen kam.
Symbolbild Foto: Uli Deck / Symbol Symbolbild
Langen. 

Eine geworfene Flasche ist eine gefährliche Waffe, egal ob aus Glas oder PET, halbvoll oder komplett gefüllt. Diese Lehre schrieb Gerichtsdirektor Volker Horn am Amtsgericht Langen einem Alkoholiker auf Entziehungskur ins Stammbuch. Der muss nun 1000 Euro Strafe bezahlen.

Der ehemalige Automechaniker räumte die Tat vor dem Amtsgericht ein. Er betonte allerdings, sein Opfer habe ihn provoziert. Passiert sei das Ganze in der Asklepios Klinik in Langen, wo er schon zweimal zur Entgiftung vom Alkohol behandelt wurde. „Gebracht hat mir das nichts“, räumte der Mann ein. „Aber jetzt bin ich in einer Einrichtung bei Darmstadt. Die helfen mir, mein Leben wieder in Griff zu bekommen.“

Verschiedene Versionen

Doch am 11. Juni 2016 lief in der psychiatrischen Abteilung des Langener Krankenhauses für den geständigen Mann alles schief. Im Aufenthaltsraum der Station traf er auf seinen ehemals besten Freund. Der 41-jährige Speditionskaufmann hatte sich, räumte der auch als Zeuge ein, Werkzeug vom Angeklagten geliehen und fast ein Jahr nicht zurückgegeben. Darüber zerbrach die Freundschaft.

Was dann in der Klinik passierte, schilderten die Kontrahenten völlig unterschiedlich. Der ehemalige Freund habe in dem Aufenthaltsraum Zeitung gelesen, weder seinen Gruß erwidert, noch auf sein Ansprechen reagiert. Das habe ihn dermaßen in Wut versetzt, „da habe ich eine halbleere 0,33-Liter-Flasche aus PET nach ihm geworfen. Unglücklicherweise traf ich ihn an der Nase“, erklärte der Angeklagte,

Das sah das Opfer im Gericht anders. Der Wurf sei gezielt gewesen, der Autoschlosser sei danach ins Zimmer des Stationspflegers geflüchtet und habe „da eine gewaltige Schau abgezogen“. Das bestritt der 40-jährige: Er habe sich nach der Tat entschuldigen wollen, aber kein Gehör gefunden. Vielmehr habe der 41-Jährige gedroht, er werde den Flaschenwerfer „über den Tisch ziehen und fertigmachen“ – was der so auch im Gericht erklärte.

Spürbare Strafe

Amtsgerichtsdirektor Horn stand vor einer schweren Aufgabe, in diesem Fall Recht zu sprechen und Gerechtigkeit zu üben. Auch wenn es aufgrund des Alkoholkonsums, vor der Tat war es ein halber Liter Wodka plus Restpegel vom Vorabend, zu einer beschränkten Schuldfähigkeit reichte, erklärte er in der Urteilsbegründung: „Ein Flaschenwurf ist eine Körperverletzung in einem besonders schweren Fall, mit einer gefährlichen Waffe. So steht es im Gesetz.“

Trotz der mildernden Umstände muss der Verurteilte, der sich heftig um den Erfolg seiner bereits neun Monate dauernden Kur sorgte, die für ihn hohe Geldstrafe bezahlen. „Sie können ja Ratenzahlung beantragen“, gab Richter Horn ihm mit auf den Weg. „Aber auch bei der stationären Kur müssen Sie die Strafe spüren.“

Der 41-jährige von der Flasche getroffene Speditionskaufmann verließ nach dem Urteil befriedigt grinsend den Gerichtssaal. Ob ihm der einen Tag nach dem Flaschenwurf beendete Alkoholentzug in der Langener Klinik geholfen hat, blieb offen.

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