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Vortragsreihe der VHS: Flüchtlinge stehen im Mittelpunkt

Die Volkshochschule bietet im Alten Rathaus eine dreiteilige Vortragsreihe zum Thema Flucht und Vertreibung an. Dabei werden Hintergründe, Folgen und Flüchtlingsbiografien beleuchtet.
Millionen von Menschen versuchen, mit einer Flucht ihr Leben zu retten. Millionen von Menschen versuchen, mit einer Flucht ihr Leben zu retten.
Langen. 

Gegenwärtig sind weltweit Millionen Menschen auf der Flucht. Grund für die Langener Volkshochschule (VHS), eine kleine Vortragsreihe zu dieser Problematik anzubieten. Schauplatz ist das Alte Rathaus am Wilhelm-Leuschner-Platz mitten in der Altstadt. Beginn der drei Vorträge ist jeweils samstags um 16 Uhr. Der ist Eintritt frei.

Den Anfang macht Andreas Kossert am 21. Oktober mit dem Vortrag „Herzlich willkommen? Vertriebene und Flüchtlinge in Deutschland nach 1945“. Der Historiker präsentiert seine Forschungsergebnisse zu deren Geschichte nach Ende des Zweiten Weltkriegs, die er in seinem Buch „Kalte Heimat“ veröffentlicht hat. Kossert verweist auf die schwierige Ankunft mit Ablehnung und Anfeindungen. Er geht der Frage nach, welche mentalen Spuren die Erfahrungen von Krieg, Flucht und Heimatverlust in der deutschen Gesellschaft hinterlassen haben.

Um Fluchtbiografien geht es auch am 4. November. Flüchtlinge berichten dabei über die Gründe, warum sie ihre Heimat verlassen haben, auf welchen Wegen sie nach Deutschland kamen sowie über ihre Hoffnungen und Ängste. Sie erzählen von ihrem verlorenen Zuhause, ihrer Entwurzelung und wie sie in ihrem neuen Leben ankommen wollen. Gäste sind die Deutsch-Afghanin Arian Anwari und der Eriträer Tzehaie Semere.

Professor Ulrich Wagner beschäftigt sich am 18. November mit der Frage, wie Ausländerfeindlichkeit entsteht und warum Flüchtlinge diskriminiert werden. Gleichzeitig thematisiert der Sozialpsychologe, was die Gesellschaft präventiv dazu beitragen kann, dass Integration gelingt.

Neue Heimat gefunden

Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht vor Krieg, Hunger, Gewalt und Armut. Langen ist eine Stadt, die stark von Vertriebenen und Flüchtlingen geprägt ist. Nach der Befreiung durch die US-Truppen im März 1945 kamen, neben vielen Flüchtlingen und Evakuierten aus zerbombten Großstädten, auch Transporte von heimatlosen Deutschen aus dem Osten an. 1959 wurde das hessische Übergangsheim für Aus- und Übersiedler eröffnet, das zeitweise bis zu 1100 Menschen beherbergte. Viele von ihnen blieben in der Sterzbachstadt, wo sie eine neue Heimat fanden. Seit der Flüchtlingswelle 2015 hat Langen rund 800 Asylsuchende aufgenommen.

Ängste und Hoffnungen

Die Vorträge sollen verdeutlichen, dass Fluchterfahrungen von gestern und heute oft weniger unterschiedlich sind als allgemein angenommen. Die Ängste, Hoffnungen und Alltagserfahrungen der Geflüchteten zeigen trotz aller historischen Unterschiede viele Überschneidungen. Außerdem sollen Antworten auf folgende Fragen gegeben werden: Wie haben 14 Millionen Flüchtlinge die deutsche Nachkriegsgesellschaft verändert? Was bewegt Menschen heute zur Flucht? Was bedeutet der Verlust von Heimat für sie? Woher kommt die latente Angst vor dem Fremden und der Veränderung? Was sind die Ursachen von Ausgrenzung, und wie kann eine Integration von Flüchtlingen gelingen?

(red)
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