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Neues Angebot: Flüchtlinge streben Schulabschluss an

22 Flüchtlinge, die schon mindestens ein Jahr Deutschunterricht hatten, pauken an der Abendschule in Groß-Gerau für ihren Hauptschulabschluss. Für sie ist das Angebot eine große Chance.
Schüler der Hauptschulklasse für Geflüchtete an der Groß-Gerauer Abendschule kamen zu einem Gespräch mit Schulleiter Holger Darmer (3. von links) sowie Katherina Pierstorf (4. von links) und Hicham Larja (5. von rechts) von der Fachstelle für Geflüchtete und Arbeit zusammen. Schüler der Hauptschulklasse für Geflüchtete an der Groß-Gerauer Abendschule kamen zu einem Gespräch mit Schulleiter Holger Darmer (3. von links) sowie Katherina Pierstorf (4. von links) und Hicham Larja (5. von rechts) von der Fachstelle für Geflüchtete und Arbeit zusammen.
Kreis Groß-Gerau. 

„Wir geben das Netzwerk, die Abendhaupt- und Abendrealschule (AHRS) liefert die Plattform“, sagt Katherina Pierstorf, die Leiterin der Fachstelle Geflüchtete und Arbeit des Kommunalen Jobcenters Kreis Groß-Gerau, über ein besonderes Angebot der AHRS Groß-Gerau für Geflüchtete. Sie beschreibt damit das neue Angebot, das durch die Kooperation möglich wird: Die Kursteilnehmer können ihren Hauptschulabschluss machen.

„Das Bildungsziel Hauptschulabschluss ist die Grundvoraussetzung für die weitere Teilhabe am Bildungssystem und am Arbeitsmarkt“, betont Holger Darmer, Leiter der Abendschule Groß-Gerau, in welcher der Unterricht abgehalten wird. Der Hauptschulabschluss sei Basis dafür, einen anerkannten Ausbildungsberuf zu lernen. Auch der Erwerb des Realschulabschlusses sei im Anschluss möglich.

Die erste Hauptschulklasse mit Sprachförderung für Flüchtlinge, die bereits mindestens ein Jahr Deutschunterricht hatten, wurde zum Schuljahr 2017 / 18 eingerichtet. In ihr lernen 22 Studierende aus den Herkunftsländern Afghanistan, Äthiopien, Eritrea, Irak, Syrien und Pakistan. Zum Beispiel Ali, der aus dem Irak stammt und seit zwei Jahren in Deutschland lebt. „Die Schule ist perfekt für uns“, sagt Ali, weil der Unterricht abends zwischen 17 und 21.40 Uhr angeboten wird. „Tagsüber arbeiten wir oder besuchen weitere Kurse.“ Das kann der 19 Jahre alte Jafaf Kazimi aus Afghanistan bestätigen. Er möchte keine Zeit verlieren, möglichst schnell die Sprache lernen, parallel aber auch arbeiten und später gern Kunst studieren.

Zur Beratung seitens der Fachstelle Geflüchtete und Arbeit gehört auch der Hinweis auf die Hauptschulklasse. Denn der Abschluss „erhöht Bleibeperspektiven und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Hicham Larja von der Fachstelle. Das fördere die Motivation. Eigener Antrieb sei wichtig, denn einfach sei das Lernpensum nicht. Die Klasse erhält 22 Stunden Unterricht pro Woche. Hauptfächer sind Deutsch, Englisch und Mathematik. Auch im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht wird der Fokus auf die Sprachförderung gelegt. Aber nicht nur die Schüler lernen, auch die Lehrkräfte müssen sich umstellen: In kurzen Sätzen sprechen, weniger diktieren, mehr an die Tafel schreiben, die Studierenden viel selbst sprechen lassen.

Die Lehrerinnen sind sehr zufrieden mit Einsatz, Motivation und Fähigkeiten ihrer Schüler. Das Leistungsniveau sei vergleichbar mit dem allgemeinen Hauptschulkurs. Weil der Bedarf vorhanden ist, soll es an der AHRS von Februar an eine weitere Hauptschulklasse mit mindestens 16 Geflüchteten geben. Voraussetzung für den Start in der Klasse sind ein Aufnahmegespräch und ein bestandener Test in Deutsch und Mathe.

„Für mich ist das eine tolle Chance zu lernen, die ich in Afghanistan nicht hatte“, sagt Mariam Aslami. Die 50-jährige Mutter von vier Kindern lebt seit drei Jahren in Deutschland. Sie ist voll motiviert: „Nach dem Hauptschulabschluss mache ich weiter mit der Realschule oder einer Ausbildung.“

(red)
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