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Prozess in Langen: Freundin mit sehr freizügigen Videos erpresst

Von Im Internet scheint es immer häufiger schick zu sein, freizügige Videos von sich und seinen Aktivitäten zu verschicken. Solche Videos spielten jetzt vor dem Amtsgericht Langen eine Rolle.
Foto: Peter Steffen (dpa)
Langen. 

Drum prüfe, wer sich ewig bindet . . . Dieses alte Sprichwort sollte besonders im Internet berücksichtigt werden, wenn der Nutzer in einem Chatroom unterwegs ist. Das musste jetzt eine junge Mutter erfahren, die sich mit einem 30-jährigen Mann eingelassen hatte. Außer dem Lover kamen ihr noch 1000 Euro abhanden.

Die junge Frau war in einigen der einschlägigen Partnerchats in Facebook und WhatsApp unterwegs. Der junge Mann, der hier Kontakt suchte, schien ihr sympathisch. Die 28-Jährige ging auf den lockeren Ton des Mannes ein, stimmte schon bald einem Treffen zu. Sie schickte ihm sogar sehr freizügige Videos von erotischen Aktivitäten.

Von Schulden gesprochen

Was dann geschah, schilderten die beiden Kontrahenten vor Amtsrichter Volker Horn völlig unterschiedlich. Der Angeklagte behauptete, er habe 500 Euro von der Frau als Darlehen bekommen. Sie habe gewusst, dass er sich in finanziellen Schwierigkeiten befände und helfen wollen. Sie habe ihm gleich beim ersten Treffen 300 Euro gegeben. Dann noch einmal in ihrer Wohnung 200 Euro. Von dem angeblich gestohlenen Urlaubsgeld von 500 Euro wollte er jedoch nichts wissen.

Als Zeugin sagte das 28-jährige Opfer etwas anderes. Schon sehr früh habe der Mann von Schulden gesprochen, für die er ins Gefängnis müsse. Doch als sie ihm die ersten 300 Euro gegeben habe, seien sie zusammen zu einer Dönerbude gefahren. „Dort hat er das Geld hingebracht“, sagte die Frau. „Er musste wohl Schulden bezahlen.“ Die aus ihrem Regal in der Wohnung gestohlenen 500 Euro seien für einen Urlaub mit ihrer Freundin bestimmt gewesen, berichtete sie dem Gericht. Sie habe den Mann kurz in ihrer Wohnung allein gelassen. Als sie ihn heimgefahren hatte, sei das Geld weg gewesen. „Nur er kam in Frage“, war sie sich sicher.

Von Reue keine Spur

Als die Frau ihr Geld zurückforderte, kam es zum Zerwürfnis. Der inzwischen außerordentlich unfreundliche Galan beschimpfte die junge Frau auf das Übelste. Dann drohte er sogar, freizügige Videos mit ihr ins Internet zu stellen, falls sie zur Polizei ginge. Die Frau zeigte ihn trotzdem an.

Amtsgerichtsdirektor Horn verurteilte den einschlägig vorbestraften arbeitslosen 30-Jährigen. Wegen Diebstahls und Beleidigung muss der Hartz-IV-Empfänger 90 Tagessätze zu 15 Euro bezahlen. Aber auch nur, weil der Mann die Beleidigungen zumindest teilweise einräumte. Die Frau lebt inzwischen in einer festen Beziehung und ist glückliche Mutter. Sie verließ den Gerichtssaal schnellen Schrittes. Der Verurteilte folgte ihr mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Von Reue bei ihm keine Spur.

(sc)
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