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Ukulele Orchestra of Great Britain: Gute Laune im Handgepäck: Ukulelen-Orchester begeistert

Von Mit virtuosem Spiel auf einem unterschätzten Instrument, einem wilden Mix an Stilen, die es doch überzeugend zu bändigen wusste und britischem Humor der trockenen Sorte verzauberte das Ukulele Orchestra of Great Britain bei seinem Auftritt auf der Burg Hayn.
Spielt den Ukulelen-Bass und pfeift ein brillantes Solo: Jonty Bankes (r.) Foto: Michael Forst Spielt den Ukulelen-Bass und pfeift ein brillantes Solo: Jonty Bankes (r.)

"Die Ukulele ist ein Instrument, das Du nicht spielend kannst, ohne zu lachen“: Wohl keiner hat die besondere Qualität des kleinen Zupfinstrumentes aus Hawaii besser auf den Punkt gebracht als Ex-Beatle George Harrison. Und keiner füllt diesen Satz seit über drei Jahrzehnten eindrucksvoller mit Leben als das Ukulele Orchestra of Great Britain. Ihre globusumspannende Tourneen führen die begnadeten Musiker mit ihrem Instrument im Handgepäck vom Nordpol bis zum Opernhaus Sydney – und natürlich Dreieich, wo sie Stammgäste sind und es auch nach ihrem umjubelten Auftritt am Samstagabend bei den Burgfestspielen bleiben dürften.      

Das Spiel mit den Klischees ist hier Programm und beginnt schon mit dem Bühnen-Outfit: In Smokings, Abendkleidern und brav auf Stühlen sitzend, kommen die Briten erstmal als seriöses Klassikorchester rüber – und zeigen doch von Beginn an eine Punk-Attitüde, die kein Genre verschont und kein Tabu auslässt.

Da wird aus Pharrell Williams‘ poppiger Chart-Perle „Happy“ ein luftig swingendes Mitklatsch-Lied. Die Achtziger-Hymne „Sweet Dreams“ der Eurythmics befreien die Briten vom Synthie-Ballast, spannen stattdessen die Zuschauer als Rhythmusmaschine ein und lassen mit tremolierenden Saiten und dichtem Harmoniegesang den wunderschönen Melodie-Kern des Songs erstrahlen.

Stehende Ovationen für das Ukulele Orchestra of Great Britain. Bild-Zoom Foto: Michael Forst
Stehende Ovationen für das Ukulele Orchestra of Great Britain.

Bob Dylans Country-Schunkler „I’ll be Your Baby Tonight“ verlagern sie von Dur auf Moll, verschleppen den Groove und verlegen die Handlung  nach Transsylvanien. Mit Gruftstimme und gerolltem „r“ gibt dabei Ben Rouse den liebeskranken Vampir -  zum Gruseln schön.

Sein Meisterstück und die Quintessenz seiner Kunst liefert das Septett gegen Ende ab: Scheinbar uneins darüber, welchen Song sie nun spielen wollen, legen fünf Musiker nach und nach fünf verschiedene Lieder über die Akkorde eines Stückes von Georg Friedrich Händel – von Sinatras Jazz-Evergreen  „Fly me to the Moon“ über Gloria Gaynors Disco-Nummer „I will Survive“ bis zum folkrockigem „Hotel California“ der Eagles. Brillanter und mitreißender kann Harmonie-Lehre nicht sein.    

Die Tontechniker der Burgfestspiele hatten ganze Arbeit geleistet: Jedes Instrument war gut definiert in der Klangabmischung herauszuhören, auch die britisch-trockenen Liedüberleitungen erreichten klar verständlich ihr Publikum.

Kleiner Wermutstropfen eines großartigen Konzertes: Wer das Orchester länger kennt, vermisste seinen Mitgründer und Kopf George Hinchliffe.  Der zieht zwar weiterhin im Hintergrund musikalisch die Strippen, ist aber des Tourens müde geworden. Um seine Truppe muss er sich keine Sorgen machen: Dieses herrlich schrullige Orchester wird noch lange und auf vielen Bühnen sein Publikum verzaubern.

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