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Kritik an Ausländerbeirat: Isikli weist Vorwürfe zurück

Ayhan Isikli, Vorsitzender des Ausländerbeirats der Stadt Kelsterbach, weist die Kritik des Ersten Stadtrats Kurt Linnert (SPD) zurück, dass sich der Ausländerbeirat nicht an der Integrationskonferenz am vergangenen Samstag (wir berichteten) beteiligt habe.
Ayhan Isikli Foto: Carmen Erlenbach Ayhan Isikli
Isikli (Freie Wähler) kritisiert außerdem das Integrationskonzept des Europäischen Forums für Migrationsstudien. Er erinnert daran, dass es im März eine Lenkungsgruppe gab, die er vertreten habe. Das Integrationskonzept sei am 15. April im Ausländerbeirat vorgestellt und innerhalb des Gremiums auch beraten worden. Linnert sei dabei gewesen. Am 21. April habe es in einer gemeinsamen Sitzung des Ausländerbeirats und Magistrats einen weiteren Gedankenaustausch über das Konzept gegeben. Somit habe sich der Ausschuss drei Mal in einem Monat mit diesem Thema befasst und Stellung dazu bezogen.

Isikli weist darauf hin, dass der Ausländerbeirat zu der Integrationskonferenz keine Einladung erhalten habe. Es habe sich um eine Veranstaltung speziell für die Bürger gehandelt. Isikli war an diesem Tag privat verhindert und konnte somit nicht kommen. Darüber hinaus habe weder ein Zwang noch eine Anwesenheitspflicht für den Ausländerbeirat geherrscht.

Zum Beginn hätten viele Mitglieder des Gremiums und er an den Sitzungen der Arbeitsgruppen teilgenommen. Insofern habe sich der Ausländerbeirat  „mehr als erforderlich“ in das Integrationskonzept eingebracht. Isikli weist die Linnerts Kritik mit dem Hinweis zurück, dass die ganze vom Ausländerbeirat geleistete Arbeit unerwähnt bleibe. „Das ist nicht in Ordnung.“ In der Lenkungsgruppe hätten sich verschiedene politische Vertreter nicht engagiert. „Die Einzigen waren die Freien Wähler und die SPD.“

Darüber hinaus stößt Isikli der Inhalt des Integrationskonzepts auf. In der Lenkungsgruppe habe er sich mit Friedrich Heckmann, dem Verantwortlichen für das Konzept, sachlich, aber niemals politisch auseinandergesetzt und seine Unzufriedenheit verdeutlicht. So fordere das Konzept beispielsweise, dass sich Vereine mit Schnupperkursen für Migranten öffnen sollen. „Das funktioniert bei vielen unserer Vereine sehr gut“, kommentiert Isikli. Der Rest habe interne Probleme. Mit dem Konzept solle ihnen ein weiteres auferlegt werden, was sie nicht bewältigen könnten. Isikli hatte von dem Integrationskonzept erwartet, dass es „Werkzeuge“ an die Hand gibt, Mittel und Wege aufzeigt, wie Vereine diese Aufgabe künftig meistern sollen, zumal es bereits viele Migranten in Vereinen gebe.

„Viele Punkte des Integrationskonzepts sind bereits bekannt.“ Es berge keine Neuigkeiten. So fordere es, dass sich Elternlotsen weiterhin qualifizieren sollen. „Die Verwaltung sagt, das sei schon geschehen.“ Derartige Punkte beweisen laut Isikli, dass das Integrationskonzept nicht spezifisch auf Kelsterbach zugeschnitten sei und ebenso gut in jeder anderen Stadt angewendet werden könnte. Er hingegen wünscht sich, dass künftig wie in Rüsselsheim mehr Migranten bei Bewerbungen für die Verwaltung bevorzugt werden. Sie und auch das Stadtparlament benötigten mehr Migranten. Nur so lasse sich Integration schaffen.
 
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