E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 14°C

Komik des Alltags: Jörg Becker unterhält im „Goldenen Apfel“ mit witzigen Geschichten

Von Unter dem Motto „Das Lesen der Anderen“ war Jörg Becker im Gewölbekeller des „Goldenen Apfel“ zu Gast. Die Besucher kamen auf ihre Kosten.
Jörg Becker gab im Gewölbekeller des „Goldenen Apfel“ amüsante Geschichten zum Besten. Jörg Becker gab im Gewölbekeller des „Goldenen Apfel“ amüsante Geschichten zum Besten.
Mörfelden-Walldorf. 

Jörg Beckers erster Auftritt in der Doppelstadt wurde ein Erfolg. Mit seinem Programm „Das Lesen der Anderen“, bei dem er aus Werken verschiedener Autoren auf spezielle „Jörg-Becker-Art“ las, kam er bei den knapp 30 Besuchern im „Goldenen Apfel“ gut an. „Beim Heimspiel in meiner Heimatstadt Rödermark waren es zuletzt 120“, sagt er mit verständnisvollem Unterton.

Die Besucher lauschten zunächst Beckers Einführung zu Horst Evers, dessen Motto sei: „Für Eile fehlt mir die Zeit“. Becker rezitierte mit Begeisterung und unter Zugabe schelmischer Anmerkungen, wodurch er sein Publikum mitnahm auf gedankliche Reisen in komische Lebenssituationen. Evers Erzählung aus einer Bäckerei ist solch ein Beispiel. Jemand versucht ein Brot von heute für morgen als ein Brot von gestern zum halben Preis zu reservieren. Die Verkäuferin reagiert genervt. „Wenn es ein Platzproblem sein sollte, nehme ich es gleich heute schon mit“, kontert der Protagonist gewitzt.

Die von ihm ausgewählten Erzählungen seien stets nur leicht Zugespitztes, auf den Punkt Gebrachtes und aus einer Beobachterrolle heraus beschrieben. Häufig fragt Becker während seines Auftritts ins Publikum hinein, was die Veranstaltung zusätzlich auflockert. „Die von mir ausgewählten Geschichten sind immer von einem Ich-Erzähler gekennzeichnet. Dabei versuche ich so auszuwählen, dass die Stücke einigermaßen ähnlich sind, als ob es etwas Selbsterlebtes wäre“, erklärt Becker sein Erfolgsrezept. Es gehe ihm dabei um hintergründigen Witz, der aber nie verletzend sein dürfe. Vielmehr sollten liebenswerte Figuren, die aber mit Anstand und Würde scheitern, alltagstauglich in den Fokus gerückt werden.

Das kommt auch bei der Story von Harald Martenstein zum Ausdruck, der den Konflikt zwischen Wunsch und Wirklichkeit beleuchtet, als sich das Kind vom Vater ein teures iPhone wünscht. Oder wie er bei einer Fahrt nach Rheine die amüsanten Abläufe in einem Restaurant aufwirft, als dort eine Familie eine überdimensionierte Nudelplatte verzehrt. Bei einer weiteren Erzählung aus dem Ruhrpott, diesmal von Frank Goosen, meint der „vorlesende Humorist“, wie er sich selbst bezeichnet: „Höflichkeit ist zwar nicht die Kernkompetenz derer, die dort leben, aber wenigstens kommt man leicht ins Gespräch.“

Die Besucher zeigten sich bei den vielen Pointen, die Becker zwischen die Zeilen schiebt, erheitert. So wurde der Einkauf einzelner Möhren im Zusammenhang mit einem Missgeschick, bei dem zu viel Parfüm eine Rolle spielte, ebenso zum Lacher wie eine Blinddarmoperation. Am Ende erklatschten die Besucher noch eine Zugabe. Der Künstler zeigte sich mit dem Zuspruch zufrieden. „Der Gewölbekeller bot eine schöne Atmosphäre“, lobte Becker.

Zur Startseite Mehr aus Kreise Offenbach/Groß Gerau

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen