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Beliebte Laufrouten: Jogging vor den Toren Langens kombiniert Fitness- mit Natur-Freuden

Der Läufer liebt den Waldboden wie der Clown das Lachen. Die Hügelrunde, einer der Lieblingsstrecken der Laufgruppe „Die Kaltduscher“ durch den Koberstädter Wald östlich von Langen, erweist sich denn auch als Wohltat für Lunge, Gelenke und Füße. Zudem hält der Kurs historische und kulinarische Schmankerl bereit, wie Reporter Michael Forst im zweiten Teil der Serie erfahren konnte.
Laufen mit  den „Kaltduschern“: Reporter Michael Forst, flankiert von Stefan Judt (links) und Hüseyin Koç. Laufen mit den „Kaltduschern“: Reporter Michael Forst, flankiert von Stefan Judt (links) und Hüseyin Koç.
Egelsbach. 

Wer in Begleitung von Lauffreunden namens „Kaltduscher“ eine Trainingsstrecke namens „Hügelrunde“ absolviert, sollte gewarnt sein: Ein Wohlfühllauf wird das vermutlich nicht. Zum Glück nehmen Stefan Judt und Hüseyin Koç aber Rücksicht auf das Fitness-Defizit des Testläufers – und sich Zeit, um ihm auch die Besonderheiten links und rechts der Strecke zu erklären. Geprägt ist sie durch schier endlos lange Waldschneisen, die den Joggerblick weit schweifen lassen. Vom Startpunkt des Parkplatzes der Lauffreunde Egelsbach östlich von Egelsbach und gleich neben der Autobahn 661 beginnt ein wahres Waldparadies, das sich mit nur wenigen Straßenüberquerungen nach Darmstadt und sogar in den Odenwald erstreckt.

Die Hügelrunde der Laufgruppe „Die Kaltduscher“. Bild-Zoom
Die Hügelrunde der Laufgruppe „Die Kaltduscher“.

Bei Radfahrern, Reitern und Lauffans gleichermaßen erfreut sich das Revier großer Beliebtheit. So ist über die Hälfte der Hügelrunde Teil des Koberstädter Waldmarathons jeweils Ende August. Hoch stehen die winterkahlen Buchen Spalier, es geht nach wenigen hundert Metern rechts ab. Hier kommt schon in der Ferne der Weiße Tempel in Sicht, ein Holzpavillon an der Kreuzung von Höll- und Länger Steinkautschneise. Großherzog Ludwig III. von Hessen ließ ihn zwischen Mitte des 19. Jahrhunderts erbauen, 1906 fiel er einem Sturm zum Opfer und wurde in seiner heutigen Form errichtet. Heute ist der Weiße Tempel schöner Blickfang und kleine Geschichtsstunde in einem. Und eine Art Belohnung zwischendurch für den Läufer, denn er erreicht den Pavillon erst nach einem sich lang ziehenden Anstieg.

Vom Weißen Tempel einmal abgesehen, hat hier die Natur klar die Oberhand: Aus dem Laub fliegt ein aufgeschreckter Bussard mit Beute im Schnabel auf. Huflattich und Gänseblümchen setzen Farbakzente am Wegesrand und künden vom nahenden Frühling. Wer hier in der Frühe unterwegs ist, berichtet Stefan Judt, kann auch Wildschweinen sehen, ganztägig lassen sich Rehe erspähen.

Der Untergrund ist zwar nicht von der fluffigen Waldboden-Art, sondern ein Mix aus Sand und Kies, für kurze Zeit sogar aus Asphalt. Vorteil für den Jogger: Auch nach Regengüssen wird der Boden so schnell nicht aufgeweicht und matschig.

Nach kurzem Rechtsschwenk geht es nun erneut nach links, hinein ins Naturschutzgebiet Hegbachaue mit seinen charakteristischen Feuchtwiesen und Altholzbeständen. Noch einmal links, dann biegen die Jogger in eine lange Schneise parallel zu einer Hochspannungsleitung ein, die von einer eindrucksvollen, knorrigen Eiche fast berührt wird. Nach einigen Minuten führt die Route links in die Teichschneise, Meisen zwitschern aufmunternd aus den Baumkronen: Die Hälfte der Strecke ist geschafft. Ein weiterer Anstieg fordert die Läufer erneut, bevor es links auf die Zielgerade geht, taucht eine Wiese auf. Auf ihr erinnert eine Wasserpumpe an das alte Forsthaus „Koberstädter Falltorhaus“, zu dem früher die Langener pilgerten, um Honig zu kaufen. Hungers leiden muss übrigens zumindest im Sommer der Läufer auf der Hügelrunde nicht: Es geht vorbei an einer Brombeerhecke und Hüseyin Koç kennt den richtigen Trick: „Am besten die Früchte weiter oben pflücken, nicht zu nahe am Boden“ Ebenfalls charmant: Pilzfreunde können hier im Herbst reiche Beute machen.

Bewertung:

Positiv:
Urlaub für die Lunge: Die Strecke liegt komplett im Wald.

Rutschgefahr minimiert: Der Boden mit seinem Mix aus Sand und Kiesel wird auch nach Regenfällen nicht so schnell matschig.

Tier- und Pflanzenfreunde bekommen viel zu sehen. Infotafeln stellen besondere Bäume vor..

Vom Startpunkt Lauftreff-Parkplatz aus lassen sich Strecken je nach Lust und Laufform variieren.

Bisherige Folgen des Serie:

Joggerherz, was willst Du mehr?

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