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Flüchtlinge treffen Schüler: Junge Leute lernen und profitieren voneinander

Von Lehrer, Schüler und junge Flüchtlinge lernen sich gegenwärtig in vielen Ausbildungsstätten kennen. Alle sind positiv von ihren gegenseitigen Erfahrungen überrascht.
Die Volkshochschule präsentierte sich mit vielen Kursen, darunter auch der Töpferkurs von Sibylle Haas-Sellner (rechts). Bilder > Die Volkshochschule präsentierte sich mit vielen Kursen, darunter auch der Töpferkurs von Sibylle Haas-Sellner (rechts).
Dreieich. 

Wolf Dieter Gäbert, Leiter der Max-Eyth-Schule, blickte zufrieden durch die dicht gefüllte Aula und die voll besetzten Gänge. Keine Frage, das Angebot einmal hinter die Kulissen des Hauses des Lebenslangen Lernens (HLL) zu blicken, wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Nicht nur das berufliche Gymnasium, mit der Innovativen Produktionsschule und den Integrationsklassen, präsentierte sich am Samstagvormittag, auch die Kreis-Volkshochschule, die Schule für Erwachsene und Asklepios mit ihrer Ausbildung am Campus Dreieich stellten ihr Angebot vor.

Großer Andrang herrschte bei den sogenannten InteA-Klassen. „InteA steht für Integration und Abschluss“, erläuterte Renate Storm, stellvertretende Schulleiterin und zuständig für diesen Fachbereich.

„Wir haben inzwischen sechs Klassen und 90 Schüler, die sich aus Flüchtlingen zwischen 16 und 18 Jahren zusammensetzen“, berichtete Storm. Die Max-Eyth-Schule wurde als Schwerpunktschule für den Kreis Offenbach ausgewiesen und fast täglich kommen neue Schüler in Sprendlingen an. „Die Arbeit mit ihnen ist eine erstaunliche Erfahrung, die Motivation und der Wille zum Lernen ist immens“, so Renate Storm weiter.

Die jungen Leute werden je nach Sprachkenntnissen in die Klassen eingliedert, dabei ist die Heterogenität noch immer groß. Bei einigen hat die Flucht zwei Jahre gedauert, sie waren zwei Jahre nicht in der Schule. „Da geht es erst einmal darum, die Erinnerungen an den Lernstoff wieder zu wecken.“ Aber das geht laut Storm sehr gut.

Auch Birgit Nofke Haller arbeitet gerne mit den Jungen und Mädchen aus Afghanistan, Syrien, Pakistan und diversen afrikanischen Staaten. Sie hat vor wenigen Tagen eine Klasse Bürokaufleute mit der InteA Klasse zusammen getan. „Anfangs war die Skepsis bei den Bürokaufleuten groß, aber die Begegnung und der ehrliche Dank für die Hilfe hat alle Bedenken und Vorurteile wie weggewischt. Diese Kontakte können die Einstellung nachhaltig verändern und lassen Integration gleich viel besser gelingen“, sagte die Mathematiklehrerin überzeugt.

Die Intensivklassen haben insgesamt 28 Stunden Unterricht, 16 davon Deutsch, die anderen 12 Stunden sind Fachunterricht. „Da bietet das HLL sehr viele Vorteile. Wir nutzen dessen Lernzentrum, die Kompetenzen in Sachen Berufsorientierung und jetzt gibt es noch eine Kooperation mit der Strothoff International School, die den Englischunterricht übernehmen, damit die Schüler auch einen qualifizierten Hauptschulabschluss ablegen können“, so Renate Storm. Die Zusammenarbeit funktioniere hervorragend.

2350 Schüler zählt die Max Eyth-Schule inzwischen. „Wir sind noch einmal gewachsen, vor allem das berufliche Gymnasium und die Fachoberschule verzeichnen Zuwachs. Aber auch die Berufsschule im Bereich der kaufmännischen Ausbildung steigt wieder an, nach Jahren des Rückgangs“, erklärte Wolf Dieter Gäbert.

Die Volkshochschule (VHS) hat ebenfalls leicht steigende Zahlen. „Das liegt tatsächlich vor allem an den Kursen für Deutsch als Zweitsprache“, sagt Frank Roters, Geschäftsführer der VHS Offenbach. 6822 Schüler besuchten die 718 Kurse in 20 522 Unterrichtsstunden.

Passend zum Schwerpunktthema für das Jahr 2015 „Geben und Nehmen“ hatte die VHS einen hübschen Wichteltisch aufgebaut, um Geschenke zu tauschen. Gegen eine Spende durfte auch ein Päckchen mitgenommen werden.

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