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Polititk: Kelsterbach schafft die Straßenbeiträge ab

Von Die Genossen hatten sich für ihr Sommerfest ein idyllisches Plätzchen am Main ausgesucht. Das lockte neben der Landtagskandidatin Kerstin Geis auch Besucher an, die der SPD nicht angehören.
Für Kanalarbeiten müssen Anwohner in Kelsterbach auch künftig noch zahlen, andere Straßenbeiträge fallen aber weg. Foto: (202630766) Für Kanalarbeiten müssen Anwohner in Kelsterbach auch künftig noch zahlen, andere Straßenbeiträge fallen aber weg.
Kelsterbach. 

Kelsterbach verabschiedet sich von der Straßenbeitragssatzung. Dies erklärte Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) am Rande des Sommerfestes seiner Partei am lauschigen Mainufer unterhalb des Grünen Baums. Im Magistrat sei dies bereits vor 14 Tagen beschlossen wurden, nun müsse noch das Stadtparlament in seiner Sitzung am Montag, 27. August, darüber entscheiden.

Während immer mehr Sozialdemokraten und Gäste ans Mainufer strömten, um es sich bei dank einer leichten Brise angenehmen Temperaturen gut gehen zu lassen, sagte Ockel, dass er von einer Straßenbeitragssatzung ohnehin nichts gehalten habe, weil sie ungerecht sei. Als Beispiel verwies er auf die Feldbergstraße, die nicht nur von einer Buslinie genutzt werde, sondern auch nahezu den gesamten vom Schwimmbad und vom Sportpark abfließenden Verkehr aufnehmen müsse. Diese Straße müsse in absehbarer Zeit grundsaniert werden. Würde die Straßenbeitragssatzung beibehalten, würde dies die Anwohner der Straße mit je 10 000 Euro belasten, so der Bürgermeister.

Heißer Arbeitsplatz

Ockel, der an diesem Abend zusammen mit seinem Parteigenossen Jürgen Zeller, Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten im Stadtparlament, den heißesten Arbeitsplatz der Untermainstadt besetzte, nämlich den Grill, erläuterte im Weiteren, dass in Kelsterbach am dringendsten Wohnraum benötigt werde. Neben den Infrastrukturvorhaben Feuerwehr und den beiden Grundschulen gebe es mehrere Wohnprojekte. So werde die Gemeinnützige Baugenossenschaft Kelsterbach (GBK) demnächst einen Neubau gegenüber dem Atrium in der Dahlienstraße in Angriff nehmen, und die Nassauische Heimstätte sei in der Rüsselsheimer Straße aktiv. Daneben gebe es private Initiativen, und auch der soziale Wohnungsbau werde Berücksichtigung finden.

Allerdings sollen Ackerland und Wald nicht für den Wohnungsbau geopfert werden, sagte Ockel. Eine Lösung sei für ihn eine maßvolle Verdichtung auf bestehenden Wohnungsgrundstücken, etwa durch Aufstockung. Auch könne darüber nachgedacht werden, bestehende Parkplätze unterirdisch anzulegen, um darüber Wohnungen zu bauen. Im Baugebiet Länger Weg beispielsweise gebe es fast überall Tiefgaragen. Auch kündigte Ockel an, dass inzwischen eine weitere Kindertagesstätte, die neunte in Kelsterbach, in Planung sei.

Etat bleibt weiter im Plus

Der Kuchenverkauf am Mainufer begann eher zögerlich, und obwohl die Kuchenstücke vorzüglich mundeten, wie ein Festbesucher versicherte, dienten die süßen Sachen abends als Nachtisch nach den herzhaften Steaks, Spießen und Würstchen vom Grill. Derweil erklärte Ockel, dass der Finanzhaushalt 2017 ein Plus von rund drei Millionen Euro ausweise, das vermutlich auch in diesem Jahr wieder erreicht werde. Auch komme die Stadt komplett ohne Kassenkredite aus. Grund dafür sei die breite Basis der Gewerbesteuerzahler, so der Bürgermeister, der hinzufügte: „Der Mönchhof trägt Früchte, und der Europort ist zu 100 Prozent belegt.“ Auf dieser Basis lasse es sich gut nach vorne schauen.

Landrat Thomas Will (SPD) fehlte diesmal beim SPD-Sommerfest, das bereits zum vierten Mal am Main veranstaltet wurde. Er schwimmt bei Bornholm in der Ostsee, sagte die SPD-Landtagskandidatin Kerstin Geis, die sich von der wunderbaren Atmosphäre am Main begeistert zeigte. Wegen der bevorstehenden Landtagswahl sei sie auch häufiger in Kelsterbach aktiv. Der Besuch von Kitas stehe noch bevor. Allerdings hat sie noch weitere Bindungen an die Untermainstadt. Nicht nur, dass sie in früheren Zeiten häufig zu Gast im Kelsterbacher Schwimmbad war, jetzt aktuell tanzt ihre Tochter Josephine in der großen Garde der Feuerreiter. Kerstin Geis sitzt seit 2014 für die SPD im Landtag in Wiesbaden.

In der Zeit zwischen 19 und 22 Uhr waren die Tische am Main durchgehend voll besetzt, aber die Feierfreude der Sozialdemokraten und ihrer Gäste war danach noch längst nicht gebrochen. Erst weit nach Mitternacht machten sich die letzten auf den Heimweg.

Was Bürgermeister Manfred Ockel besonders freute: Rund ein Drittel der Gäste des Sommerfestes waren keine Mitglieder der Partei.

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