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Tag der Hilfsorganisationen: Kinder lernen, Flammen zu ersticken

Von Löschen ist nur der halbe Job – rund 3000 Besucher kamen zum „Tag der Hilfsorganisationen“ in die Sankt-Florian-Straße.
Mit etwas Unterstützung durch die Feuerwehrfrau Christina Bernhardt hatte der dreijährige Paul das Feuer schnell gelöscht. Foto: Leo F. Postl Mit etwas Unterstützung durch die Feuerwehrfrau Christina Bernhardt hatte der dreijährige Paul das Feuer schnell gelöscht.
Neu-Isenburg. 

Im Falle eines Einsatzes sind sie aufeinander angewiesen, ihre Basen mit den Einsatzfahrzeugen und Gerätschaften liegen nahe beieinander, somit ist es nur logisch, wenn sie auch gleichzeitig ihre Tore öffnen und den Bürgern ihre Einsatzbereitschaft demonstrieren. Beim „Tag der Hilfsorganisationen“ waren nicht nur im Feuerwehrstützpunkt an der Sankt-Florian-Straße alle Türen geöffnet, sondern auch beim nebenan beheimateten Technischen Hilfswerk. Dazu kamen noch das Deutsche Rote Kreuz und die DLRG-Ortsgruppe.

„Es gibt nichts Schlimmeres für eine Feuerwehrfrau oder einen Feuerwehrmann, als untätig zusehen zu müssen, noch schlimmer, wenn kein Platz mehr im Einsatzfahrzeug ist“, beschreibt Udo Bachmann, Leiter der „Löschdrachen“ die Situation beim Neu-Isenburger Feuerwehrnachwuchs. „Wir haben derzeit 20 Kinder in unserer Nachwuchsorganisation, weitere sechs stehen bereits auf der Warteliste“, erklärt Bachmann. Die Lösung wäre eine weitere Betreuerin oder ein Betreuer – doch diese fehlen.

Wie groß die Begeisterung innerhalb der „Löschdrachen“ ist, belegte der jüngste Nachwuchs beim „spielerisch“ vorgetragenen Einsatz bei einem Wohnungsbrand. „Ganz wichtig ist das Melden des genauen Brandortes und wie die Situation ist“, betont Vanessa Müller, die mit Marion Pehns und Claudia Poths die Löschdrachen betreut.

Kinder beim gspielten Hilfseinsatz: Anstelle von Tattoos gab es für die Kleinen bei der DLRG Schminke, die Verletzungen simulierte. Bild-Zoom Foto: Leo F. Postl
Kinder beim gspielten Hilfseinsatz: Anstelle von Tattoos gab es für die Kleinen bei der DLRG Schminke, die Verletzungen simulierte.

„Unfall“ direkt auf dem Parkplatz des Feuerwehrstützpunktes. Ein Pkw hat einen anderen gerammt, der Beifahrer ist im demolierten Fahrzeug eingeklemmt. Zuerst zeigen Dennis Milkau und Jannik Harmet wie man fachmännisch mit Schere und Spreize dem Fahrzeug zu Leibe rückt. Dann macht sich eine Besucherin, aus ausgestattet mit Helm und Schutzjacke ans Werk. Mit viel Geschick und Unterstützung von Feuerwehrmann Steffen Schelhasse gelingt ihr in wenigen Minuten der Schnitt am sogenannten „B-Holm“ auf der Beifahrerseite des Unfallautos, zwischen Beifahrersitz und Rückbank, und sie hält ein Metallstück in den Händen. „Das dürfen Sie als Andenken mit nach Hause nehmen“, scherzt Schrod. Auch Kinder dürfen an einer anderen Station den Feuerlöscher in die Hand nehmen und zündelnde Flammen ersticken.

Das Technische Hilfswerk beeindruckte mit einer Pumpengruppe – durch diese großen Rohre könnten sogar Fische unbeschädigt transportiert werden, hieß es.

Auch für die Kleinen wurde es beim THW nicht langweilig, sie konnten sich auf der Hüpfburg austoben oder auch selbst die Schaufel in die Hand nehmen und Sandsäcke befüllen. Wie schwierig es ist, einen Rettungsball gezielt zu einer Person im Wasser zu werfen, konnte jeder bei der DLRG ausprobieren, oder sich auch ein „Verletzungstattoo“ auf den Arm schminken lassen.

Mit dabei war auch wieder das „Brat-Team“ der Partnerfeuerwehr aus Weida. Die Kameraden hatten einige Kilo Original-Thüringer Bratwürste mitgebracht. „Aber doch wohl mit Blaulicht“, scherzte ein Besucher und ließ es sich munden. Das Versorgungsteam bot zudem Steaks, Pommes, Crêpes und vielen anderen Leckereien für die rund 3000 Besucher an.

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