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Stefan Grüttner im Welcome-Center Offenbach: Kurse für ein neues Leben

Von Im Welcome-Center werden Flüchtlinge individuell betreut. Sie belegen einen Kurs, um sich gut und schnell zu integrieren.
Stefan Grüttner (CDU). Foto: Tim Brakemeier, dpa Stefan Grüttner (CDU). Foto: Tim Brakemeier, dpa
Kreis Offenbach. 

Der hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner (CDU), besuchte gestern gemeinsam mit dem Kreisbeigeordneten und Sozialdezernenten des Kreises Offenbach, Carsten Müller (SPD), das neue Welcome-Center für Flüchtlinge in Offenbach, das der Kreis seit Frühjahr mit der Starthaus GmbH betreibt.

Das Welcome-Center soll den Flüchtlingen, die einen Anspruch auf SGB-II-Leistungen haben – etwa ehemalige afghanische Hilfskräfte der ISAF- beziehungsweise der NATO-Streitkräfte, sogenannte „UNHCR-Flüchtlinge“ oder Asylbewerber, deren Verfahren in Deutschland nach maximal sechs Monaten positiv beschieden wurde – über sechs Monate hinweg intensiv geschult und teilweise in Einzelcoachings auf das Leben in Deutschland vorbereiten.

 

Medizinisch versorgt

 

Seit März 2015 sind 37 Menschen im Programm, 30 Männer und sieben Frauen, die meisten zwischen 18 und 39 Jahren alt. Der größte Teil der Flüchtlinge kommt aus Syrien (13) und Afghanistan (7), fünf kommen aus dem Irak, eine Frau aus Pakistan. Viele von ihnen haben eine abgeschlossene Ausbildung oder einen Hochschulabschluss aus ihrem Heimatland, einige haben gerade ein Studium begonnen, manche sind nur sechs Jahre zur Schule gegangen und haben im Herkunftsland nur gejobbt. „Die Ausgangslagen sind unterschiedlich, einige der Menschen leben schon länger in Deutschland, andere sind erst wenige Wochen hier“, erläuterte Sandy Lehmann von Starthaus. Der erste Schritt sei ein sogenanntes „Profiling“ der Leute: Wo liegen die Kompetenzen, wie viel Deutsch spricht der Flüchtling, welche Hilfen braucht er?

„Die Menschen haben zum Teil eine schwierige Lebenssituation hinter sich, sind traumatisiert, da helfen wir auch, Wege für die psychische Stabilisation zu finden, oder sie haben vielleicht auch körperliche Probleme und müssen medizinisch versorgt werden“, so Lehmann.

Zum Kursinhalt zählen auch die Umgangsformen in Deutschland sowie Informationen, wo es Sozialkaufhäuser gibt und wie das Gesundheitssystem funktioniert. Es geht um Bewerbertraining, Kontoeröffnung und darum, wie eine Karte von der Krankenkasse oder Kindergeld beantragt werden.

 

Das beste Konzept

 

In der individuellen Betreuung helfen die Mitarbeiter vom Starthaus, Abschlüsse anerkennen zu lassen, bei der Wohnungssuche und auch Infos zur Familienzusammenführung zu bekommen. „Viele sind in Gedanken noch zu Hause, sorgen sich um die Familie, die vielleicht noch in der Krisenregion ist. Einige der Menschen sind noch nicht so weit, darüber nachzudenken, was sie wollen. Da helfen wir mit gemeinsamen Zielvereinbarungen, bieten Orientierung. Es sind wirklich harte Geschichten, die wir hier teilweise hören“, sagte Sandy Lehmann. Das Ziel sei letztlich die Vermittlung in Sprach- und Integrationskurse und langfristig natürlich die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt, so dass die Menschen nicht mehr auf die Leistungen vom Kreis angewiesen sind.

Die Flüchtlinge kommen alle aus dem Kreis Offenbach, die meisten aus Rödermark und Mühlheim, aber auch aus Dietzenbach und Neu-Isenburg. Dass das Starthaus die Betreuung übernommen hat und in Offenbach sitzt, sei eher ein Zufall: „Wir haben diese Aufgabe ausgeschrieben, und Starthaus hatte einfach das beste Konzept“, erläuterte Carsten Müller.

Die Kosten dieser intensiven Betreuung belaufen sich bis einschließlich Januar 2016 auf 166 000 Euro. Die Finanzierung erfolgt zu 100 Prozent aus Finanzen des Landes Hessen als Teil des Ausbildungs- und Qualifizierungsbudgets 2015.

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