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Flüchtlinge sind hungrig auf Bildungsangebote: Lagebericht über Unterkunft

Die Privatsphäre der knapp 700 Flüchtlingen, die in Neu-Isenburg untergebracht sind, soll gewahrt werden. Deshalb zog die Stadt einem lokalen Besuch den Lagebericht von Ulrich Meier, dem Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung, vor.
Ulrich Meier Ulrich Meier
Neu-Isenburg. 

Mit Spannung erwartete der Ausschuss für Familie, Jugend, Senioren und Soziales bei seiner Sitzung den Bericht von Ulrich Meier, dem Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Rathenaustraße. Seitens der Stadt ist die Einrichtung noch nicht besichtigt worden, auch um die Privatsphäre der Bewohner zu wahren, schließlich sei die Unterkunft „kein Zoo“.

Um aus erster Hand zu erfahren, wie sich die Situation in der Unterkunft gestaltet, hatte die Stadt Ulrich Meier eingeladen. Meier betonte zunächst die Flüchtlingstradition der Hugenottenstadt Neu-Isenburg, die sich auch heute noch in der Hilfsbereitschaft vieler ihrer Bürger zeige. Die Situation in der Rathenaustraße beschrieb Meier als überwiegend positiv. Von „Massenschlägereien, wie sie andernorts vorkommen“ könne er nicht berichten. Er könne sie sich auch nicht vorstellen.

Zwar gäbe es ab und an „kleine Reibereien“, was aber in Anbetracht der Zahl von derzeit 689 Bewohnern normal sei. „Wenn 700 Offenbacher in einer Halle wären, wäre es auch nicht immer harmonisch“, merkte Meier an. Die Halle sei dennoch eine gute Lösung für die Unterbringung.

Mit einer Größe von 13 000 Quadratmetern ermögliche die Unterkunft den Menschen ein gewisses Maß an Privatsphäre und böte die Möglichkeit, sich bei Konflikten aus dem Weg zu gehen. Für die Kinder, derzeit sind es knapp 200, gäbe es genug Raum zum Spielen. Sie dürften zum Beispiel mit Bobby-Cars in der Halle umherfahren. Zudem gibt es laut Meier einen seit neustem mit WLAN ausgestatteten Medienbereich und ein Basketballfeld im Freien. Eine Bibliothek befände sich derzeit im Aufbau. Generell sei es wichtig, den Menschen Beschäftigung zu geben.

„Spiel, Spaß und Bildung“ laute daher das Motto. Neben beliebten Freizeitangeboten von Sport über Schach bis hin zu „Stricken mit Frau Riemer“, sei es bereits auch geschafft worden, viele Bewohner in Arbeit zu bringen, betonte Meier. So gebe es manche, die sich um die Wäsche kümmerten, andere pflegten das Außengelände. Ein syrischer Ingenieur kümmert sich um kleinere Reparaturen, wie zum Beispiel defekte Betten in Stand zu bringen.

Auf die Frage, wie denn die Deutschkurs-Angebote der katholischen Kirche angenommen würden, erklärte Meier, dass alle Bewohner an sich die Sprache lernen wollten, manche jedoch zu schnell die Motivation verlören. Andere hingegen würden versuchen, sich selbst Deutsch durch Lesen beizubringen und sogar extra nach Frankfurt fahren, um sich in den Bibliotheken weiterzubilden.

Das Leitbild im Umgang mit den Bewohnern sei auf jeden Fall „Integration statt Separation“. Zwar sei eine gewisse Grüppchenbildung bei einer so großen Personenanzahl nicht vermeidbar, aber im Großen und Ganzen funktioniere alles sehr gut, lautet die Quintessenz des Leiters der Flüchtlingsunterkunft Ulrich Meier.

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