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Solidarität mit Flüchtlingen: Mahnwache gegen Rassismus in Neu-Isenburg

Nach den Schüssen auf eine Flüchtlingsunterkunft in Dreieich kamen am Donnerstagabend in Neu-Isenburg rund 100 Menschen zu einer Mahnwache zusammen.
Die Teilnehmer an der Mahnwache markierten mit Teelichtern ein Friedenszeichen, um ihre Solidarität mit Flüchtlingen zu demonstrieren. Foto: Nicole Jost Die Teilnehmer an der Mahnwache markierten mit Teelichtern ein Friedenszeichen, um ihre Solidarität mit Flüchtlingen zu demonstrieren.
Neu-Isenburg.  Rund 100 Menschen kamen gestern Abend  vor der Hugenottenhalle in Neu-Isenburg zu einer Mahnwache gegen Rassismus zusammen. Mit Kerzen, einem Friedenszeichen auf dem Boden und wenigen Plakaten wollten die Isenburger Solidarität zeigen – mit den Flüchtlingen und auch mit der Nachbarstadt Dreieich, in der es am Montag Schüsse auf eine Flüchtlingsunterkunft gegeben hatte.  Henrik Kammermeier, der Initiator der Mahnwache sagte: „Noch ist nicht bekannt, ob es sich tatsächlich um einen fremdenfeindlichen Übergriff handelt, die Vermutung liegt allerdings sehr nahe.“   Der Isenburger, der auch die Facebook Seite „Refugees welcome“ und regelmäßige Spendensammlungen für die Erstaufnahmeeinrichtung in der Neu-Isenburger Rathenaustraße organisiert fragte: „Wollen wir weiter tatenlos zusehen, wie Schutzsuchende in unserem Land, dass für Vielfalt steht, beleidigt, geschlagen, getreten und jetzt auch beschossen werden?“. Das sei nicht die Zukunft, die er sich wünsche und forderte daher zu einem klaren Zeichen auf: „Wehret den Anfängen!“.
Bilderstrecke Mahnwache in Neu-Isenburg nach Schüssen in Flüchtlingsunterkunft
Rund 100 Menschen kamen am Donnerstagabend zu einer Mahnwache gegen Rassismus vor der Neu-Isenburger Hugenottenhalle zusammen. Anlass war der Anschlag auf die Dreieicher Flüchtlingsunterkunft. Fotos: JostHenrik Kammermeier hatte die Mahnwache organisiert. Er ist auch für die Facebookseite Refugees Welcome und etliche Spendensammlungen für die Isenburger Erstaufnahmeeinrichtung verantwortlich.Viele Bürger brachten Kerzen mit.


Auch wenn das gewünschte riesige Lichtermeer mit mehreren hundert Menschen an diesem Abend nicht zustande kam, nutzen die Menschen die Gelegenheit, um von der Flüchtlingsarbeit zu berichten und sich klar für eine gute Willkommenskultur in der Stadt zu positionieren. Pfarrer der Marktplatzgemeinde, Matthias Loesch, erinnerte auch daran, dass die Solidarität mit den Flüchtlingen alleine nicht ausreiche. Es gehe auch um einen politischen Kampf, Wahlen stünden vor der Tür und er warnte vor möglicherweise starken rechten Parteien und Wahlergebnissen, wie es sie kürzlich in Frankreich gegeben hatte: „Wir müssen alle Menschen, die noch zu gewinnen sind, gewinnen. Sonst rutscht diese Gesellschaft. Es muss ein klares Nein sein, gegen Rassismus und gegen menschenverachtendes Verhalten“, sagte Loesch. Er erntete dafür den wohl größten Applaus des Abends. njo

Polizeibeamte und Fahrzeuge stehen am 04.01.2016 in Dreieich (Hessen) vor einer weitläufig abgesperrten Flüchtlingsunterkunft. In der Nacht war hier ein Asylbewerber im Schlaf von einer Kugel getroffen und leicht verletzt worden.
Schüsse auf Flüchtlingsunterkunft Asylbewerber verletzt

Heute Nacht hat es Schüsse auf eine Flüchtlingsunterkunft in Dreieichenhain gegeben. Eine Kugel traf hinter einer Scheibe einen schlafenden Asylbewerber. Die Ermittler schließen einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus.

clearing

 
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