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TV-Journalistin stellt Buch vor: Maria von Welser: „Schutzlose stecken an Grenzen fest“

Von Was passiert mit Frauen und Kindern, die aus Kriegsgebieten fliehen? Diese Frage stellte sich Maria von Welser und bereiste dafür Flüchtlingslager in der Türkei, Jordanien, Libanon und auch auf Lesbos.
Maria von Welser berichtete von der Recherche zu ihrem jüngsten Buch aus Flüchtlingslagern in der Türkei, Jordanien und dem Libanon. Maria von Welser berichtete von der Recherche zu ihrem jüngsten Buch aus Flüchtlingslagern in der Türkei, Jordanien und dem Libanon.
Dreieich. 

Die Erstaufnahmeeinrichtungen waren im vergangenen Jahr voll, hunderttausende von jungen Männern strömten über die Grenzen – diese Bilder sind noch gut im Gedächtnis. Sicher haben sich damals schon viele Menschen gefragt: Wo sind all die Frauen und Kinder? In den Kriegsgebieten? Oder in den Flüchtlingslagern in den Nachbarländern?

Diese Frage hat sich Maria von Welser auch gestellt. Die bekannte Fernsehjournalistin („Mona Lisa“ und etliche ZDF-Reportagen) hat sich auf den Weg gemacht und die Flüchtlingslager in der Türkei, Jordanien und dem Libanon besucht und auch Anfang dieses Jahres auf Lesbos, der griechischen Insel, recherchiert. All diese Erfahrungen hat die gebürtige Münchnerin in ihrem jüngsten Buch „Kein Schutz – nirgends: Frauen und Kinder auf der Flucht“ verarbeitet und auf Einladung des Dreieicher Frauenbüros, der Stadtbücherei, der Hayner Weiber und der Bürgerhäuser Dreieich in der Stadtbücherei vorgestellt.

Trostlose Lage

Sehr sachlich berichtete von Welser, wie trost- und aussichtslos die Lage der Frauen und Kinder ist und welch fürchterliche Erfahrungen viele von ihnen auf der gefährlichen Flucht gemacht haben. Nicht nur, dass eine Flucht teuer und gefährlich ist, vielmals verlangten die Schlepper auch körperlichen Einsatz von den Frauen. „Sie sitzen mit zusammen gepressten Beinen in den Flüchtlingsbooten und hoffen, dass sie lebend ankommen“, berichtete Maria von Welser. Sie habe die Frauen mit weiblichen Dolmetschern getroffen und ist bei vielen von ihnen auf große Offenheit gestoßen. „Sie haben mich gebeten: Geben Sie uns eine Stimme, erzählen Sie der Welt von unserem Schicksal.“

Die türkische Regierung habe im Osten ihres Landes drei Millionen Flüchtlinge aufgenommen und neun Milliarden Euro mit Geld der EU in die Flüchtlingslager gesteckt. Die Situation dort sei einigermaßen geordnet. Allerdings stecken die Menschen dort fest, gerade die Jesidinnen, die seit Monaten warten und keinen Schutz genießen – zuhause ist Krieg, weiter geht es nicht, weil alle Grenzen zu sind.

Noch schwieriger sei die Lage im Libanon. Das Nachbarland von Syrien habe die Flüchtlinge zu Anfang des Krieges mit offenen Armen aufgenommen – zwei Millionen Menschen bei einer eigenen Bevölkerung von 4,4 Millionen Menschen. „Sie schlafen dort unter Pappe und Plastik. Im Winter wird es bitterkalt und aus Angst, von den Schneemassen erdrückt zu werden, schlafen einige vor den Papphäusern.“ Die 400 000 Kinder seien eine „lost generation“, sie gehen nicht in die Schule und arbeiten oftmals für kleines Geld für die Einheimischen.

Nicht vergessen

Sie sei nach ihren Reisen sehr bedrückt nach Hause geflogen und war gleichzeitig sehr beeindruckt von den Hilfsorganisationen, die unter schwierigen Bedingungen hervorragende Arbeit leisten. Aber sie sagte auch: „Wir lassen Griechenland und Italien alleine, mit den Menschen, die es bis dorthin geschafft haben und jetzt nicht weiter gelassen werden.“ Sie habe das Buch geschrieben, damit all diese Menschen nicht vergessen werden.

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