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Prozess in Langen: Mildes Urteil für Geldeintreiber - auch wegen Polizeifehler

Ein 41-Jähriger aus Mannheim gab zu, beim Versuch, 7000 Euro einzutreiben, einen 46-jährigen Geschäftsmann mit einer Maulschelle „ermahnt“ zu haben. Vor Gericht spielte auch ein Fehler der Polizei eine Rolle.
(Symbolbild) (Symbolbild)
Langen/Dreieich. 

Vor den drei Muskelprotzen, alle um die zwei Meter groß, konnte jedem Angst und Bange werden – selbst als sie friedlich, aber gespannt vor dem Amtsgericht in Langen standen. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte alle drei, einen 46-Jährigen „ernsthaft ermahnt“ zu haben, eine fällige Schuld zu bezahlen. Dabei soll es Prügel gegeben haben.

Die drei Mitglieder des „Osman Boxing Clubs“ in Langen sind eher als Rocker bekannt, und ihre Gruppierung steht in dem Ruf, gegen Bezahlung von säumigen Schuldnern Bares einzutreiben. So jedenfalls sieht es die Anklage. Dafür sprach auch die Vernehmung eines Kripobeamten.

Das alles sei nicht wahr, behauptete der hünenhafte Hauptangeklagte. Der 41-Jährige, angeblich Gelegenheitstürsteher in einer Disco in Mannheim, räumte ein, den 46-jährigen Geschäftsmann im Textilgeschäft seiner Frau im Dreieicher Stadtteil Sprendlingen aufgesucht zu haben. Man habe nur außergerichtlich 7000 Euro Schulden, aus dessen Pleite im gleichen Laden, eintreiben wollen. Denn der habe einen Freund um das Geld betrogen, und dessen Familie mit zwei kleinen Kindern sei nun ruiniert. Er habe dem säumigen Zahler „weil er meine Mutter beleidigt hat“, mit einer sanften Maulschelle „ermahnt“.

Außerdem behauptete der 41-Jährige, seine beiden Mitangeklagten hätten mit der ganzen Sache nichts zu tun. Vielmehr seien seine beiden „Gelegenheitsbekannte“ aus Mannheim aus Gefälligkeit mitgekommen. Namen wusste er nicht, nur die Spitznamen.

Wegen eines Fehlers der Polizei bei der Vernehmung des Tatopfers konnten diese Behauptungen nicht widerlegt werden. Richter Volker Horn musste sie freisprechen. Der geständige Haupttäter kam mit einer milden Geldstrafe ohne weitere Auflagen davon. Er muss 150 Tagessätze zu 15 Euro zahlen. „Höchstsatz für Hartz-IV-Empfänger“, erläuterte der Direktor des Amtsgerichts einer Schulklasse, die dem Verfahren aufmerksam gefolgt war.

(sc)
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