E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 15°C

Verkehr- und Verschönerungsverein: Nationalfeiertage des 45. Ebbelwoifests holen Bürger nach draußen

Von Brunnenwirt Heinz-Georg Sehring hatte am Freitagabend ein leichtes Spiel. Das gelb-goldene Stöffchen floss zum 45. Ebbelwoifest aus dem Vierröhrenbrunnen und der Andrang war groß.
Mit einem charmanten Lächeln gezapft, schmeckt das Stöffchen aus dem Vierröhrenbrunnen gleich noch mal so gut. Mit einem charmanten Lächeln gezapft, schmeckt das Stöffchen aus dem Vierröhrenbrunnen gleich noch mal so gut.
Langen. 

Die Langener hatten sich auf ihre Nationalfeiertage gefreut, da sind auch die deutlich frischeren Temperaturen kein Hinderungsgrund, sich in der Altstadt zu treffen. Das neue Konzept des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) für das 45. Ebbelwoifest schien ganz wunderbar aufzugehen.

Am Freitagabend drängten sich tausende Menschen um Bühne und Brunnen, um das Spektakel live mitzuerleben. Die Verantwortlichen begegneten damit den in den vergangenen Jahren immer geringer werdenden Zuschauerzahlen bei Krönung und Daaf am Samstagnachmittag.

Und die Sterzbachstadt erlebte bei der Freitagspremiere dann wahrlich eine Überraschung: Ein echter „Newcomer“ räumte den Königstitel ab. Der Brunnenwirt Heinz-Georg Sehring legte Christopher Seibert die neu geschaffene Schärpe für den König um.

Zum ersten Mal hat der „Brunnenbube“ überhaupt einen Ebbelwoi eingereicht – und gleich den Geschmack der Ebbelwoiritter getroffen. Und das Geständnis von dem frisch Gekrönten ging sogar noch viel weiter: „Wir haben überhaupt erst vor zwei Jahren mit dem Keltern begonnen. 2016 und 2017 hatten wir 30 Liter, dieses Jahr waren es 90 Liter in zwei Portionen, die wir eingereicht haben“, verrät Seibert. Sein Fanclub war jedenfalls riesig und der laute Jubel an der Bühne groß.

Ein bisschen geschummelt

Die 90 Liter werden den heutigen Montag wahrscheinlich nicht überleben. Die Entscheidung der Ritter-Tafelrunde war aber ordentlich knapp. 41 Punkte bekam der Königswein. Der erste Ebbelwoiprinz, Matthias Breidenbach, Vorjahreskönig und bei den „Stöffchemacher“ aktiv, musste sich mit 40 Punkten denkbar knapp geschlagen geben. Fast genauso nah dran war Volker Trippel, der Kaffeemaschinendoktor, der mit 39 Punkten ebenfalls zum Ebbelwoiprinz gekürt wurde.

Er gab zu, ein bisschen geschummelt zu haben – neben den Langener Äppeln wanderten in dem schlechten Erntejahr 2017 auch Rhönfrüchte in sein Gebräu. Der dritte Ebbelwoiritter ist Christoph Kramm mit 35 Punkten.

Zur Daaf war ja schon Mitte Juni Unvorstellbares geschehen: Das bis dahin immer streng gehütete Geheimnis, wer der „Eigeplackte“ denn jetzt zum Langener gedaaft wird, wurde schon verraten. Fünf Langener, die sich um die Stadt verdient gemacht haben, aber nicht in der Stadt geboren wurden: Ursula „Uschi“ Mardeck, Uwe Daneke, Bernhard Knerr, Ulrich Neff und Thomas Räuber.

Die vier Erstgennanten fielen auf, da sie nur wenige Schlucke des guten Stöffchens die Kehle hinunter laufen ließen. Thomas Räuber machte das wett und setzte eine Taucherbrille auf, um den wenigen, in seinem Bembel verbliebenen Ebbelwoi nicht in die Augen zu bekommen. Die größte Fangemeinde an diesem Abend hatte sicher Pfarrer Ulrich Neff. Der Katholik hatte die Lacher mit seinem Trinkspruch auf seiner Seite: „Trinkfest und arbeitsscheu – aber der Kirche treu.“

Abseits der „offiziellen Auftritte“ erfreut sich das Ebbelwoifest ebenfalls wieder größter Beliebtheit. Am Freitagabend war in den Heckenwirtschaften kaum ein Plätzchen zu ergattern und das Kettenkarussell drehte bis tief in den Abend seine Runden vor der Stadtkirche.

Der Bachgassenmarkt war mit 24 Ständen und vielen Kunsthandwerkern besetzt. Dort verkaufte der VVV auch das Jubiläumsbuch zum 140. Geburtstag „Von Bänken, Bäumen und Bembeln“ mit Erfolg.

Gaudi beim Spaßparcours

Für VVV-Vorsitzenden Walter Metzger war das bisherige Fest mehr als gelungen: „Wir sind sehr zufrieden. Der Besuch ist gut, das neue Konzept scheint ganz gut angenommen zu werden. Für uns ist alles bestens,“ sagte der VVV Chef. Ein bisschen bedauernd äußerten sich einige Langener „Gewohnheitstiere“ über die Verschiebung des Feuerwerks von Freitag- auf Samstagabend. Sie sind der Meinung, das Lichterspektakel gehöre an den Anfang der Nationalfeiertage. Aber auch dabei gibt den Aktiven der Erfolg recht: Das Feuerwerk nach dem Fußballkrimi der Nationalmannschaft war sehr gut besucht.

Mit 33 Mannschaften war der Spaßparcours am Sonntagmorgen im Festzelt bei der Familie Hausmann wieder eine spitzen Gaudi.

Wenn Heinz-Georg Sehring „Eins, zwei Ebbelwoi“ ruft, rennen auch die müdesten Teammitglieder der „Kartoffelsäcke“ ebenso los wie die „Sterzbächer Schoppegiggel“, die „Mutschoppe, „Messdiener“ oder die „Bembel on Fire“. Wer jetzt noch nicht genug von Ebbelwoi, Zuckerwatte und Kettenkarussell hat, hat noch bis Montagabend die Gelegenheit das Ebbelwoifest bis in die letzten Züge zu genießen.

www.fnp.de

Mehr Bilder vom Trubel gibt’s hier.

Zur Startseite Mehr aus Kreise Offenbach/Groß Gerau

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen