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Ernte gestohlen: Obst- und Gemüsegärtnern macht die wachsende Zahl von Diebstählen sehr zu schaffen

Von Die Mitglieder des Offenthaler Obst- und Gartenbauvereins haben immer häufiger damit zu kämpfen, dass ihnen die Ernte gestohlen wird. Dabei werden die Diebe immer dreister.
Marion Asche, Vorstandsmitglied im Obst und Gartenbauverein Offenthal, am Grundstück von Vorsitzendem Matthias Würz. Er hat zweisprachige Schilder gegen den Obst-Diebstahl auf seine Streuobstwiese gestellt – genutzt hat es nicht viel. Bilder > Marion Asche, Vorstandsmitglied im Obst und Gartenbauverein Offenthal, am Grundstück von Vorsitzendem Matthias Würz. Er hat zweisprachige Schilder gegen den Obst-Diebstahl auf seine Streuobstwiese gestellt – genutzt hat es nicht viel.
Dreieich. 

Marion Asche ist empört. Mehr als das, sie ist stinksauer und enttäuscht. Diebe haben ihre Ernte aus dem Tomatenhaus in ihrem Offenthaler Garten gestohlen. „Diese Typen werden immer dreister. Nicht nur, dass sie die Obstbäume leer plündern, jetzt machen sie nicht mal mehr vor den geschlossenen Häusern halt“, sagt Marion Asche kopfschüttelnd.

Erhebliche Schäden

Sie ist beileibe nicht die Einzige, die in der gerade ausklingenden Erntesaison fies bestohlen wurde, viele Mitglieder aus dem Offenthaler Obst- und Gartenbauverein (OGV) haben erhebliche Schäden zu beklagen. „Es geht mir nicht um die Mutter, die mit ihren Kindern spazieren geht und ihnen im vorbei laufen einen Apfel vom Baum pflückt. Da sage ich überhaupt nichts“, betont Matthias Würz, Vorsitzender des OGV, „aber es gibt Leute, die kommen mit Körben und pflücken so viel sie tragen können, und noch schlimmer und immer öfter ist es so, dass große Lieferwagen anhalten und die komplette Ernte mitnehmen.“

An den Streuobstwiesen am Egelsbacher Weg ist es in den vergangenen Jahren oft vorgekommen, dass viele Äpfel verschwunden sind, sobald sie annähernd reif waren. Auch am Rückertsweg gebe es oft Diebstahl, dort können die Täter leicht und unerkannt mit dem Auto rein- und wieder herausfahren. „Da fehlt dann eine solche Menge an Obst, dass wir davon ausgehen, dass diese Leute die Äpfel weiterverkaufen“, meint Asche.

Die Ausrede, dass die Diebe nicht wissen, dass die Bäume in Privatbesitz sind, zählt nicht. Würz hat auf seine Streuobstwiesen große, gelbe Schilder gestellt, die darauf hinweisen, dass das Pflücken verboten ist und es sich um Privatbesitz handelt. Vorsorglich gleich zweisprachig. „Diese Verluste sind wahnsinnig traurig. Wir machen uns das ganze Jahr die Arbeit, pflegen unsere Äcker und Bäume – und dann kommt jemand und klaut die so verdiente Ernte einfach weg“, beschreibt Marion Asche. Sie habe sogar schon Leute angesprochen, die mit großen Körben an die Apfelbäume oder Johannisbeersträucher gegangen sind. „Da bekommt man noch eine freche Antwort. Dass dies ja wohl öffentliche Wiesen sind und sie jedes Jahr zum Obstpflücken an diese Stelle kommen“, erzählt Asche fassungslos.

Ziegen verschwunden

Die Gartenbauer werden dem Problem schon seit einigen Jahren nicht Herr. Doch die Tendenz ist steigend, immer mehr Obst und Gemüse kommt weg. Je weiter weg die Gartengrundstücke von den Häusern sind, umso mehr Diebstahl gebe es. Ein Mitglied habe in diesem Jahr die komplette Kürbis- und Zucchini-Ernte durch Diebstahl verloren, ein anderes bekam die kompletten Obststräucher leergeräumt. „Und einer unserer Vorstandskollegen hält auch Tiere. Bei den Hühnern könnte es der Fuchs gewesen sein, aber es sind auch schon zwei Ziegen aus dem Stall verschwunden“, schildert Marion Asche.

Matthias Würz hat einen Dieb angezeigt. Dass der Täter dann tatsächlich belangt wird, ist gar nicht so leicht, denn die Staatsanwaltschaft erhebt überhaupt erst Anklage, wenn das Diebesgut 500 Euro wert ist, berichtet Würz. Im angezeigten Fall hat der Täter eine Geldstrafe über 350 Euro erhalten musste Sozialstunden leisten. „Ich hoffe, er erzählt weiter, dass sich Apfelklau nicht lohnt und richtig teuer werden kann.“

Polizei: Jeder Fall sollte angezeigt werden

Obst-Diebstahl ist kein Kavaliersdelikt. Erst Ende September wurde in Seligenstadt eine ganze Apfelplantage leergeräumt: Der Sachschaden liegt bei 7000 Euro.

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Die Offenthaler Obst- und Gemüsegärtner haben darüber nachgedacht, wie sie sich besser schützen können. „Nachts selbst Patrouille zu fahren, kommt überhaupt nicht infrage. Das ist mir viel zu gefährlich-– nachher bekomme ich wegen meiner Ernte einen über den Schädel“, sagt Marion Asche. Einen Sicherheitsdienst einzusetzen, sei wiederum viel zu teuer.

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