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Open Doors zieht die Massen an

Von den absoluten Newcomern bis zu „alten Hasen“, von Jazz über Pop und Rock, von Comedy über Volksmusik bis zur Zauberei: Für jeden Geschmack war beim Open Doors Musikfestival etwas dabei.
Die »Gypsys« waren auf der Bühne im Treffpunkt ein Garant für ein volles Haus, die Leute tanzten und sangen mit. Fotos: Klaus Braungart Bilder > Foto: Klaus Braungart Die »Gypsys« waren auf der Bühne im Treffpunkt ein Garant für ein volles Haus, die Leute tanzten und sangen mit. Fotos: Klaus Braungart
Neu-Isenburg. 

Das 21. Open Doors Festival bestand nicht nur aus vielen offenen Türen: In der gesamten Neu-Isenburger Innenstadt und im Alten Ort standen Buden, Bühnen und kleine Zelte, in denen auch wieder Bands ihr Können zeigten. Ob im „Treffer“, in der TV Halle, in und vor der Hugenottenhalle oder gleich mitten auf dem Marktplatz oder der Frankfurter Straße: 60 Bands rockten, jazzten und röhrten die Isenburger Musikfreunde durch das Wochenende.

Am Freitagabend ging es schon richtig los. Zwar war noch nicht, wie am Samstag und Sonntag, die Frankfurter Straße gesperrt und zur Familienmeile mit Buden, Musik, Getränken und Leckereien erklärt worden, aber sowohl in der Bahnhofstraße, als auch in der Hugenottenhalle wurde bereits ordentlich gefeiert. In der TV-Halle, auf der Journal-Frankfurt-Bühne powered by Kia Niederlassung Frankfurt, so der volle Name, hatten sich am Freitagabend musikalische Newcomer eingefunden, von denen einige jedoch gar nicht mehr so neu waren, wie die lokal bereits bekannte Band „Spy Row“.

Fünf Bands traten dort gegeneinander an, um den Publikumspreis, dotiert mit Preisen, vor allem Musikinstrumente, im Wert von 20 000 Euro, und den Jurypreis einzuheimsen. Wer letzteren Preis bekam, darf demnächst ein eigenes Album aufnehmen und auf der Frankfurter Musikmesse auftreten. Nachdem „Mind Blowing“, „Paper Wings“, „Claim Stay Out“, „Unique Control“ und „Spy Row“ alle eine fantastische Show hingelegt hatten, stand der Sieger fest: Die Gruppe „Unique Control“ aus der Nähe von Weilheim konnte sich gleich über Publikums- und Jurypreis freuen - ein Novum in der Open Doors-Geschichte. Mit ihrem Maskottchen „Fridgy“, einem roten Kühlschrank, begeisterten sie die mitgereisten Fans, von denen die meisten sogar Band-Shirts der im Jahr 2009 gegründeten Gruppe trugen.

 

Gänsehaut

 

Auch nebenan steppte der Bär oder besser gesagt: Die „Gypsys“. Die Band um Open-Doors-Gründer und Organisator Michael Kercher rockte den „Treffpunkt“ auf der Bühne der Sparkasse Langen-Seligenstadt. Nicht nur der gesamte Biergarten war prall gefüllt, so dass die Kellner ihre Mühe hatten, mit Tellern und Gläsern durch die Bierbänke zu kommen, auch drinnen, wo die „Gypsys“ dem Publikum einheizten, gab es kaum noch Platz. Mit Songs wie „Afrika“, „Waka Waka“ oder „Valerie“ zeigten sie, wie breit ihr Spektrum ist. „Wir haben den Laden zerlegt“, freute sich Schlagzeuger Michael Kercher hinterher. „Ich denke immer, es könne bei unseren Auftritten gar nicht mehr besser werden, und dann steigern wir uns doch nochmal. Der Auftritt war der Wahnsinn - ich hatte Gänsehaut“, betonte er. Auch der erste eigene Song der Band, „Multiple Death Penalty“ („Mehrfache Todesstrafe“), den Sängerin Ena Roth für ihren Exfreund geschrieben hat, kam beim Publikum sehr gut an.

Bilderstrecke Open Doors in Neu-Isenburg
In Neu-Isenburg steigt am Wochenende Das "Open Doors" Musikspektakel. Fotos: Braungart<br><br>Im Bild: "Claim Stay Out" Auftritt beim Newcomer Bandcontest in der TV Halle.Zahlreiche Live-Auftritte und große Genre-Vielfalt machen das Open-Doors-Festival zu einem unvergesslichen Ereignis.<br><br>Die "Schoppeschlepper" feiern mit den Gästen im "Treffer" den Sommersonnen-Samstagnachmittag.Sound- und Stimmgewaltig, reißt auch die Performance der "Ryffhuntr" viele Musikfreunde in den Tanztaumel.

 

Über den Erfolg des Open Doors und die vielen Bands, die diesmal wieder dabei waren, freute sich Michael Kercher ganz besonders: „Das Festival ist mein Baby, das war noch vor den vielen anderen Festivals der Region da.“ Höhepunkt am Freitagabend waren „Floyd Reloaded“, die auf der Radio-BOB-Bühne in der Hugenottenhalle spielten. Mit Filmsequenzen, Lichteinlagen und fantastischen Soli begeisterten sie ihre Zuschauer und ließen „Pink Floyd“ wieder auferstehen.

Beim Song „Money“ regnete es sogar Dollarscheine in die Menge - natürlich keine echten, aber ihren Effekt verfehlte diese Aktion nicht. Ob „Us and Them“, „Shine on“ oder Gänsehaut-Feeling mit „Wish you were here“: Die Band spielte ihre 17 Titel, die meisten in der Maxiversion, nicht einfach nur herunter: An diesem Abend waren sie Pink Floyd, was zu einigem Szenenapplaus führte, und ließen ihre Bässe wie einen einzigen großen Herzschlag durch die Halle vibrieren.

Fast ohne Pause ging es am Samstag gleich weiter: Bereits um zehn Uhr standen die ersten Besucher vor dem Tattoo- und Piercingstudio von „Inky und Stretchy“, die wie in den vergangenen Jahren eine Charity-Tattooaktion ausgerufen hatten. Einfache und doch schöne Motive boten die Tintenkünstler an, alle für jeweils 35 Euro. Das gesammelte Geld, am Ende rund 1200 Euro, wurde an die Kinderhilfestiftung übergeben, für die auch „Floyd Reloaded“ ihr Charity-Konzert gab, beim Bier-Müller Getränke und vor der VIP-Lounge in der Hugenottenhalle Lose verkauft wurden. „Wir haben bis 18 Uhr auf, konnten aber nach 17 Uhr schon niemanden mehr annehmen - es war einfach zu voll“, erklärte AxL, der mit seiner Lebensgefährtin Melanie das Studio führt. Einen Knopf, einen Origami-Elefanten, einen Vulkan oder einen kleinen Vogel konnten sich die Tattooliebhaber für den guten Zweck stechen lassen. So auch die 22-jährige Franzi, die sich den Elefanten aufs Schulterblatt stechen ließ. „Meine Eltern habe ich vorgewarnt“, sagte sie lachend.

Mit „Marie Wonder“ auf der Volksbank-Bühne, der Band „Rÿffhuntr“ auf der Fraport-Bühne, die feinsten Rock in die Menge gröhlten, Latino-Klänge mit „Salsa Verde“ auf der Extra Tipp Bühne powered by Schmidt Ambiente vor der Hugenottenhalle, Jazzmusik aus Hessen mit den „Schoppeschleppern“, im Treffer, Raggae mit „Cashma Hoody“, Irish Folk mit Patrick Steinbach, einer neuen Comedy Bühne und vielen, vielen weiteren Bands, ging der Samstag zu Ende. Höhepunkt waren am Schluss dann die Band „Purple Rising“ und „The Queen Kings“, die mehr als 1500 Leute in die Hugenottenhalle lockten und zum Mitsingen animierten. Auch Bürgermeister Herbert Hunkel ließ sich diesen Auftritt nicht entgehen. „Die sind richtig toll - ich bin Queen-Fan“, sagte er.

 

Witzige Moderationen

 

Am Sonntag bummelten zunächst nur wenige Besucher über die Frankfurter Straße, die zur Dr.-Sponholz-Meile umbenannt worden war. Im Laufe des Nachmittages wurde es dann doch noch voller, richtig dicht drängten sich die Musikfans dann aber zum Finale vor der Bühne im Hof von Bier-Müller. Dort spielte „Paddy goes to Holyhead“. Viel musikbegeistertes Volk auch im Alten Ort auf der Marktplatzbühne, wo „Soul & Gebäse“ für karibisches Flair sorgte. Auch auf der Bühnen vor der Hugenottenhalle hatte sich das meist reifere Publikum versammelt, um sich im Takt der Gruppe „Merlins Fantasy Farm“ zu bewegen.

Kein Durchkommen gab es dann zum Finale an der Kreuzung Friedrichstraße/Frankfurter Straße, die Kultband „Rodgau Monotones“ hatte dort ihre große Fangemeinde angelockt. Mit altbekannten Hits, neuen Kompositionen und witzigen Zwischenmoderationen sorgten sie für Hochstimmung bei ihren Fans. Sogar eine „La-Ola-Welle“ hatten sie parat.

Insgesamt war die Open-Doors-Veranstaltung ein recht gelungenes Ferienzeitvergnügegen. „Wie machen das bloß die Isenburger“, fragte sich ein begeisterter Besucher aus Langen.

 

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