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Steffen Seinsche im Interview: Ordnungsdezernent zieht Zwischenbilanz: Entweder Buhmann oder Mann der Tat

Steffen Seinsche (FDP) ist seit einem Jahr als Bürger- und Ordnungsdezernent der Stadt Mörfelden-Walldorf im Amt. FNP-Reporter Alexander Koch sprach mit ihm darüber, was er in dieser Zeit erreicht hat und wo Verbesserungsbedarf besteht.
Steffen Seinsche an seinem Schreibtisch. Hier sitzt er öfter, als bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr vermutet. Er sagt: „Der Arbeitsaufwand ist viel größer als gedacht.“ Steffen Seinsche an seinem Schreibtisch. Hier sitzt er öfter, als bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr vermutet. Er sagt: „Der Arbeitsaufwand ist viel größer als gedacht.“
Mörfelden-Walldorf. 

Welches Fazit ziehen Sie aus Ihrem ersten Amtsjahr?

STEFFEN SEINSCHE: Der Arbeitsaufwand ist viel größer als ich gedacht hätte. Es gibt eigentlich immer etwas zu tun, denn – wie der Name schon sagt – steht das Bürger- und Ordnungsamt im direkten Kontakt mit den Bürgern. Alle Beschwerden landen auf meinem Tisch. Jeder kann in mein Büro kommen, um seine Anliegen vorzubringen. Manche Dinge kann man im Kleinen ändern, andere brauchen etwas Zeit.

Was ist Ihr Arbeitsaufwand?

Info: Sein Werdegang

Steffen Seinsche wurde am 21. März 1970 in Frankfurt am Main geboren. Im Jahr 1989 absolvierte er sein Abitur in Langen und studierte danach Rechtswissenschaft in Frankfurt am Main.

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SEINSCHE: Mit den ursprünglich anvisierten fünf Stunden kommt man nicht aus, jedenfalls in den meisten Wochen nicht. Manchmal sind für die Arbeit bis zu 20 Stunden in der Woche nötig. In meiner Funktion muss ich eine Vielzahl von Terminen – auch außerhalb der Verwaltung – wahrnehmen. Den Donnerstag habe ich mir als festen Bürotag im Rathaus Walldorf eingerichtet. Dieser ist jedoch im Regelfall meistens nicht ausreichend.

Wie ist Ihre Zusammenarbeit mit Bürgermeister Heinz-Peter Becker und dem Ersten Stadtrat Burkhard Ziegler?

SEINSCHE: Die Zusammenarbeit ist sehr gut. Hierbei kommt uns sicherlich zugute, dass ich Herrn Becker seit langem kenne. Auch mit Herrn Ziegler ist die Kooperation ausgezeichnet. Wir sind auf dem gleichen Gang und besprechen uns daher oft direkt.

Wie ist die Zusammenarbeit mit der Opposition?

SEINSCHE: Je nach Thema muss man hier mit Unterstützung oder Gegenwind rechnen. Prinzipiell bin ich aber immer zur Zusammenarbeit mit allen politischen Kräften bereit.

Was ist in Ihrem Amt die größte Herausforderung?

SEINSCHE: Die größte Herausforderung ist es, den unterschiedlichen Sichtweisen gerecht zu werden. Für die einen ist man der Buhmann und für die anderen der Mann der Tat. Ein Beispiel hierfür sind falsch parkende Autos am Badesee und am Waldschwimmbad. Hier haben wir in letzter Zeit verstärkt Fahrzeuge abschleppen lassen, im Besonderen bei zugeparkten Rettungswegen. Es gibt immer Maßnahmen, die auf den ersten Blick nicht populär, aber dennoch notwendig sind. Blockiert ein Auto einen Weg, kann es mitunter einen Rettungswagen bei einem Einsatz behindern. Solche Szenarien wollen wir vermeiden. Viele Jahre wurden die Autos nicht abgeschleppt. Ich halte es für richtig, hier zu handeln und nach Lösungen zu suchen.

Wie beurteilen Sie Ihre Mitarbeiter?

SEINSCHE: Ich bin sehr zufrieden. Die Mitarbeiter sind hochmotiviert und machen sehr gute Arbeit. Sie leisten hierbei – aufgrund der ganzen Vorschriften und Gesetze, die sie beachten müssen – eine häufig hochkomplizierte Arbeit. Das machen sich wahrscheinlich viele Außenstehende so gar nicht klar. Ich war vom ersten Tag meiner Amtszeit an bemüht, ein enges Verhältnis zu meinen Mitarbeitern aufzubauen. Ich bin mit Ordnungspolizisten mitgefahren, war bei Wochenendeinsätzen dabei, war einen Tag im Stadtbüro und habe mir bei Hochzeiten einen Eindruck verschafft. Man muss die Praxis kennenlernen, um die Leistung der eigenen Mitarbeiter wirklich ein- und wertschätzen zu können.

Muss man immer alles mit Vorschriften regeln?

SEINSCHE: Nein. So sind wir bemüht, beengte Parksituationen möglichst gütlich zu regeln. Hartes Vorgehen verlange ich aber vor allem bei zugeparkten Rettungswegen oder bei Raserei an Schulen oder Kindergärten, hierfür fehlt mir nämlich jegliches Verständnis. Die Aktion „Freie Fahrt für Feuerwehr“ war hingegen ein Beispiel, wo wir bei den Bürgern um Sensibilität warben, indem wir durch eine Aktion mit einem Feuerwehrwagen und mit Handzetteln verdeutlicht haben, wo es durch falsch geparkte Autos für die Feuerwehr eng werden kann. Auch der Flyer für Hundebesitzer mit Tipps und Verhaltensregeln will für ein harmonisches Miteinander werben. Wir haben schöne Hundefotos für den Flyer gesucht. Die lustige Aktion „MöWa sucht den Superhund“ war ein Riesenerfolg, 700 Hundefreunde haben sich beteiligt.

Wo gibt es noch Verbesserungsbedarf?

SEINSCHE: Unsere Blitzer-Anlagen sind zum Beispiel veraltet. Diesbezüglich besteht hoher Investitionsbedarf, aber wir werden hier modernisieren. Erfreulicherweise haben wir gerade einen sechsten Ordnungspolizisten aus einem anderen Verwaltungsbereich dazu bekommen. Aber aufgrund der vielfältigen Aufgaben werde ich mich längerfristig für eine weitere kontinuierliche personelle Aufstockung im Bereich der Ordnungspolizei einsetzen. Ferner wird auch im Standesamt über Angebotserweiterungen nachgedacht.

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