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SPD-Landesvorsitzender: Schäfer-Gümbel gibt sich in Mörfelden-Walldorf kämpferisch

Thorsten Schäfer-Gümbel, der hessische Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende der Sozialdemokraten, besuchte im Bundestagswahlkampf die Doppelstadt. Er nahm sich in seinen Ausführungen vor allem sozialpolitischer Themen an.
Der hessische SPD-Landesvorsitzende Thorsten-Schäfer-Gümbel (rechts) kam zur Unterstützung des örtlichen Wahlkreiskandidaten Jan Deboy in die Doppelstadt. Der hessische SPD-Landesvorsitzende Thorsten-Schäfer-Gümbel (rechts) kam zur Unterstützung des örtlichen Wahlkreiskandidaten Jan Deboy in die Doppelstadt.
Mörfelden-Walldorf. 

Wer gedacht hatte, dass Thorsten Schäfer-Gümbel bei der Wahlveranstaltung auf dem Rathausplatz in Mörfelden das Thema „Wahlumfragen“ meiden würde, der lag falsch. „Es gibt eine Menge Umfragen. Meistens wird über die berichtet, in denen es für die SPD nach unten geht, aber andere zeigen nach oben“, so der hessische Landesvorsitzende der Sozialdemokraten direkt zu Beginn seiner Rede.

Weiterhin erinnerte er an die Landtagswahl 2016 in Rheinland-Pfalz, bei der die Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nach langem Rückstand in den Umfragen doch noch überraschend gegen die CDU gewonnen hatte. Darüber hinaus verwies Schäfer-Gümbel darauf, dass viele Wähler noch unentschlossen seien. Er motivierte sein Publikum, zur Wahl zu gehen und sich nicht von den Umfragen beeindrucken zu lassen. Rund 50 Besucher, darunter Mörfelden-Walldorfs sozialdemokratischer Bürgermeister Heinz-Peter Becker, SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Best und SPD-Ortsvereinsvorsitzender Werner Schmidt, waren gekommen.

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Die Wahlveranstaltung der örtlichen Sozialdemokraten wurde vom SPD-Wahlkreiskandidaten für die Bundestagswahl, Jan Deboy, moderiert. Der 32-jährige Familienvater konzentrierte sich in seinen Ausführungen vor allem auf die Themen Kinderbetreuung, gut bezahlte Arbeit und Bildung. „Das Kooperationsverbot muss abgeschafft werden“, forderte Deboy. Dieses verhindere bislang, dass sich der Bund stärker in der Bildungspolitik, die grundsätzlich Ländersache ist, politisch und finanziell engagieren könne. Ferner sprach sich Deboy für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus. Gut bezahlte Arbeit und Planbarkeit aufgrund unbefristeter Verträge seien gerade für junge Familien wichtig. Besonderen Applaus erhielt der Wahlkreiskandidat vom Publikum in der Doppelstadt für eine Aussage zum Thema Lärmschutz: „Ich bin für ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr“.

Diese Position teilte Schäfer-Gümbel allerdings nicht, er will der Fraport hier weiterhin mehr Spielraum lassen. Zudem kritisierte er sehr ausführlich die hessische Landesregierung aus CDU und Grünen für die aus seiner Sicht unzureichende Finanzierung der Kommunen. „In Hessen sind die Kommunen strukturell unterfinanziert“, monierte Schäfer-Gümbel. Die Landespolitik nahm insgesamt breiten Raum ein, zum Beispiel der aktuelle Landesentwicklungsplan. Bundespolitisch lobte Schäfer-Gümbel vor allem die Arbeit von Andrea Nahles, SPD-Ministerin für Arbeit und Soziales. Die von ihr politisch verantwortete Gesetzgebung habe vielen Menschen bei ihren Arbeitsverhältnissen oder bei ihrem Rentenniveau Verbesserungen gebracht. Das seien wichtige Schritte gewesen, aber es sei noch mehr zu tun.

Bezüglich der Kinderbetreuung und Bildung forderte Schäfer-Gümbel: „Wir wollen bei der Bildung Gebührenfreiheit von Anfang, ob bei der Kita, der Ausbildung, dem Erststudium oder der Meisterprüfung.“ Weiterhin sprach er sich für eine Aufwertung sozialer Berufe und für bessere Löhne im Dienstleistungssektor aus. Diesbezüglich stellte er sich ausdrücklich hinter die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und deren Tarifpolitik.

Schäfer-Gümbel begrüßte die „politischen Mitbewerber“, die ihre Wahlstände auf dem Rathausplatz direkt neben der SPD-Veranstaltung in Rufweite aufgebaut hatten. So stand zum Beispiel der Wahlkreiskandidat der Linken, Jörg Cezanne, während der gesamten Veranstaltung höchstens 20 Meter von Schäfer-Gümbel entfernt. Neben SPD und Linken waren auch CDU, Grüne und FDP mit Ständen präsent. Die AfD hatte keinen Wahlstand am Dalles, aber dennoch war sie Thema – auch in der Rede Schäfer-Gümbels. Unter dem Applaus seiner Zuhörer warnte der SPD-Landesvorsitzende vor einem Einzug der AfD in den Bundestag: „Bei seiner Stimmabgabe hat jeder Wähler eine Verantwortung für die Demokratie.“

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