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Ulla Meinecke: Singende Poetin für Beziehungskisten

Von Ulla Meinecke ist zu alt für Selfies, wie sie selbst sang. Sonst hat sie nichts an jugendlicher Frische eingebüßt, wie sie bei ihrem Konzert im Bürgerhaus bewies.
„Ulla Meinecke on stage blieb ihrem Stil treu. „Ulla Meinecke on stage blieb ihrem Stil treu.
Mörfelden-Walldorf. 

Die Sängerin Ulla Meinecke gastierte zum ersten Mal in Mörfelden. Mit ihrer markanten Stimme begeisterte sie im Bürgerhaus rund 250 Gäste. Sie bildte ein Trio mit Ingo York und Reinmar Henschke, beide stammen aus der ehemaligen DDR. York war in den 1980er Jahren Mitglied der Rockband „Pankow“. In den 1990er Jahren war er bei der „Sam Andrew Band“ und mit Neil Diamond und Liza Minnelli auf Tournee gewesen. Während des Konzerts spielte er eine Vielzahl Instrumente, vor allem Gitarre, Bass und Schlagzeug. Henschke, mit einer klassischen Ausbildung an der Musikhochschule in Leipzig, bediente an der Seite von Ulla Meinecke das Keyboard. Es war ein rundum professioneller Auftritt versierter Musiker, welche die in schlichtes Licht getauchte Bühne dominierten.

Mit „Schön, dass Ihr gekommen seid“ startete die Sängerin ihr Programm. Obwohl sie gesundheitlich angeschlagen war und „mit Nasentropfen den Frühling herbeisehnte“, wirkte sie frisch und unverbraucht. Ihr sozialkritisches Lied „Ich bin zu alt“ bezog sich nur auf den Trend zu Selfies und fiel in seiner Rap-Form deutlich aus dem Rahmen.

Udo Lindenberg gefolgt

Neben englischen Titeln wie „I’m Walking in Memphis“ von Marc Cohn und einem Lied von Tom Waits, trug die „Poetin für Beziehungskisten“ ihre teils bekannten Lieder in deutscher Sprache vor. Viele Fans hatten augenscheinlich ihren Spaß dabei,. Ulla Meineckes „50 Tips“, eine Coverversion des Paul Simon Hits „50 Ways to Leave Your Lover“, aus ihrem Album von 1983, war ebenso ein Höhepunkt des Abends, wie ihr gemeinsam mit Udo Lindenberg getextetes Lied „Bis ans Ende der Welt“ aus den 1970ern. „Er war der Erste, der mir eine Chance gegeben hat“, erinnerte sich Meinecke, die Lindenberg sogar einst nach Hamburg gefolgt war.

Anfang der 1990er Jahre erschien von ihr unter anderem die rockige Ballade „Frau nach Mitternacht“, die sie mit den Worten „Vielen Leuten platzt die Sehnsucht aus jedem Knopfloch“ ankündigte. „Die wesentlichen Dinge im Leben sind Glückssache“, meinte sie halb ernst, bevor die mehrfach Ausgezeichnete schließlich wieder sanftere Töne anschlug. Neben der „Goldenen Europa“, einem Fernsehpreis des Saarländischen Rundfunks, erhielt sie auch den Deutschen Kleinkunstpreis.

Mehr als 20 Alben

Die Glanzzeit Ulla Meineckes war zwar in den 1980er Jahren, doch von ihrer Popularität scheint die Künstlerin nichts eingebüßt zu haben. Während ihrer 40-jährigen Karriere brachte die Sängerin und dreifache Buchautorin mehr als 20 Alben heraus.

Aus Wallau an der Lahn stammend, zog sie mit zehn Jahren an die Ostsee und war von der Weite des Meeres und des Himmels begeistert, wie sie sagte. In Mörfelden habe es ihr jedoch ebenfalls gut gefallen. Mit „Feuer unterm Eis“, das Meinecke mit Herwig Mitteregger komponiert hatte, schmolz auch die allerletzte Distanz. Bei der vorletzten Zugabe „Die Tänzerin“, aus einer Zusammenarbeit mit Edo Zanki entstanden, klatschten die Besucher frenetisch den Rhythmus mit. Und mit einem Lied aus der Feder von Rio Reiser verabschiedete sich Ulla Meinecke aus ihrem Konzert in der Doppelstadt.

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