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Projekt: Skulpturen eines Paderborner Künstlers überzeugte die Juroren

Von Manchmal lohnt das Warten – und ein Umweg macht sich bezahlt. Gutes Beispiel dafür ist ein gemeinsames Projekt der Sparkasse und des Kreises.
Andreas Kopp erläutert Wilhelm Löwenstein und Ulrike Glück-Löwenstein das Modell seiner Luther-Skulptur, die am Reformationstag im Oktober am Lutherplatz enthüllt wird. Andreas Kopp erläutert Wilhelm Löwenstein und Ulrike Glück-Löwenstein das Modell seiner Luther-Skulptur, die am Reformationstag im Oktober am Lutherplatz enthüllt wird.
Langen. 

Das Projekt „Kunst vor Ort“ war in Langen eine etwas schwere Geburt. Eigentlich sollte das Kunstobjekt für den Lutherplatz schon im Jahr des Reformationsjubiläums enthüllt werden. Aber die Ausschreibung der Sparkasse Langen-Seligenstadt und des Kreis Offenbach musste in eine zweite Runde gehen, weil keiner der Entwürfe der Jury so richtig gefallen wollte. „Zum Glück sind wir diesen kleinen Umweg gegangen, das Warten hat sich gelohnt“, sagt Joachim Kolbe, Wirtschaftsförderer und Kulturamtsleiter der Stadt, am Dienstagabend im Gemeindehaus der evangelischen Gemeinde an der Bahnstraße. Denn erst bei der zweiten Bewerberrunde ist in Langen der Entwurf von Andreas Kopp auf den Tisch gekommen. Er stellte jetzt seinen spannenden Luther-Skulpturen-Entwurf in der Kirche vor.

Auf dem „Tortenstück“

Der Paderborner Künstler hatte sein Werk als Mini-Modell dabei. So konnten die gut 45 Langener in der evangelischen Gemeinde schon einmal einen Eindruck gewinnen, wie der 1,90 Meter große und zwei geteilte Luther aus Cortenstahl, der von einem Glaskeil gestützt ist, aussehen wird. Er wird auf dem „Tortenstück“ zwischen Wall- und Gartenstraße stehen und soll den Langenern künftig auf „Augenhöhe“ begegnen. „Ich wollte eine Skulptur schaffen, die inmitten der Menschen steht, nicht auf einem Sockel und auch nicht inmitten des Kreisels“, erklärte Andreas Kopp. „Über den richtigen Standort gab es gleich Konsens“, verrät der Bildhauer und Maler über die Gespräche mit der Stadt und der Kirche. Er wollte, dass die Figur klar als Luther zu erkennen ist und auch in dem eher unruhigen Umfeld des Straßenbildes ins Auge fällt und verstanden wird.

Zeitloses Markenzeichen

„Ich habe mich an der Luther Darstellung von Cranach orientiert. Er hat es geschafft für Martin Luther ein Markenzeichen zu setzen, dass sich 500 Jahre gehalten hat – davon träumen Adidas und Nike noch“. Mit dem Barett als Kopfbedeckung und dem markanten Mantel stelle sich keinen Moment die Frage, wer mit der Figur dargestellt ist. Jeder wird es als Luther erkennen. Mit dem Cortenstahl hat Andreas Kopp ein sehr geeignetes Material ausgewählt. Der Scherenschnitt von Luther werde aus rund einem Zentimeter Stärke heraus gelasert. Dies Material sei perfekt, weil der Stahl einerseits sehr haltbar ist und durch seine samtigen Korrosionseigenschaften – sprich Rost – ein schönes Aussehen behält. Das Glas wird geschmolzen und geschichtet. Kopp betont, dass er selbst sehr von dem Wettbewerb profitiert habe. „Ich habe mich intensiv mit Luther beschäftig und er ist mir ähnlicher als gedacht“, berichtet er schmunzelnd. Die Zweiteilung des Kunstwerks stehe dabei auch für das manchmal widersprüchliche Handelns Luther. Er wollte die Lücke Luther füllen, ohne sich richtig zu füllen. „Dann war der Weg zu Glas nicht mehr weit“, lässt der Künstler die Langener an dem Entstehungsprozess teilhaben.

Pfarrer Steffen Held erzählt in der Runde auch von dem interessanten Entscheidungsprozess innerhalb der Kirchengemeinde: „Wir haben uns lange damit beschäftigt, ob die Reformation auf die Person Martin Luther zu reduzieren ist. Aber das Kunstwerk nimmt das Spannungsfeld der Reformation durchaus auf: Das Personelle ist durch die Lutherfigur gegeben, aber es geht viel weiter. Die Zweiteilung der Figur und der Glaskeil sind dabei ganz entscheidend“, fühle er sich sehr von dem Kunstwerk angesprochen.

Joachim Kolbe freut sich schon jetzt, den Kopp-Luther am Reformationstag, den 31. Oktober, am Lutherplatz zu enthüllen. „Wir holen Luther damit zu uns ins städtische Leben, inmitten von allen Langenern, den Katholiken, den Muslimen, den Juden. Ich hoffe, es bemalt ihn niemand“, so der Langener Kulturchef. Rund 40.000 Euro investieren die Sparkasse Langen-Seligenstadt, der Kreis Offenbach und die evangelische Kirche in das Kunstwerk.

Spendenkonto

Die evangelische Kirchengemeinde Langen trägt die Hälfte der Kosten und sammelt noch Spenden dafür.
Konto-Nr: 26 13 28 11; BLZ 50 65 21 24
Sparkasse Langen-Seligenstadt

IBAN: DE 53 50 65 21 24 00 26 12 28 11
BIC: HELADEF1SLS

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