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Sorgen um das Klamotten-Forum

Von Das Klamotten-Forum und die Flüchtlingshilfe sind wichtige Projekte des Forum Sprendlingen Nord. Die Verantwortlichen berichteten dem Landtagsabgeordneten Corrado di Benedetto bei seinem Besuch von den Problemen, die es derzeit gibt.
Christine Wenzke zeigte Corrado di Benedetto im Forum Nord, wo und wie die ehrenamtlichen Helfer die Kisten für die Flüchtlinge packen. 	Foto: Jost Christine Wenzke zeigte Corrado di Benedetto im Forum Nord, wo und wie die ehrenamtlichen Helfer die Kisten für die Flüchtlinge packen. Foto: Jost
Dreieich. 

Corrado di Benedetto, der SPD-Landtagsabgeordnete aus dem Westkreis Offenbach, nutzt die sitzungsfreie Zeit in Wiesbaden, um in seinem Wahlkreis auf Rundreise zu gehen. „Ich möchte präsent sein, mir einen Überblick verschaffen, Firmen besuchen und auch zu den sozialen Einrichtungen den Kontakt halten. Ich höre mir auch gerne an, wo der Schuh drückt und ob ich vielleicht den ein oder anderen Wunsch parlamentarisch in Wiesbaden einbringen kann“, erklärte der Sozialpolitiker.

Einige Anliegen

Da war er bei seinem Besuch im Forum Sprendlingen Nord richtig: Gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeitern des Vereins empfing Vorstandsmitglied Christine Wenzke di Benedetto mit selbst gebackenem Kuchen und einigen Anliegen. Die Damen erzählten von dem gut gehenden Klamotten-Forum, das zu einem wichtigen Treffpunkt und zu einer guten Einnahmequelle geworden sei: „Wir haben bei Preisen von 25 Cent bis zu einem Euro im vergangenen Jahr 9000 Euro eingenommen“, berichtete Christine Wenzke. Das Geld fließe komplett zurück in den Betrieb des Vereins. „Wir konnten mit Hilfe des Geldes viele Projekte anschieben, besonders die Jugend hier im Viertel profitiert davon. Natürlich gibt es für die insgesamt 55 ehrenamtlichen Mitarbeiter auch mal einen Ausflug oder ein Fest“, so Wenzke.

Bei aller Vorfreude auf das geplante Stadtteilzentrum, mit dessen Bau im nächsten Frühjahr begonnen werden soll, bereitet der Neubau dem Verein auch Sorgen: „Unser Klamotten-Forum ist dort nicht eingeplant, und auch unser erst neu aufgestelltes Team, das die Pakete für die Dreieicher Flüchtlinge zusammenpackt und damit Stadt und Kreis richtig Geld spart, wird dort keinen Platz finden“, monierte Wenzke. Ferner sei der Container, in dem die Klamotten auf die neuen Besitzer warten, marode und nicht mehr auf das neue Gelände umzusiedeln. Zudem werde die Kleidung im Forum vorsortiert, und dazu sei das Stadtteilzentrum dann auch zu weit weg.

Nicht aus eigener Kraft

„Wir hoffen auf eine Lösung, bei der wir mit der Kleidung und den Flüchtlingspaketen hier im Forum bleiben können“, schilderte Wenzke. Das Problem sei, dass das Gebäude 5000 bis 6000 Euro an Umlagen verschlinge. „Vielleicht findet sich ja eine Lösung in Kooperation mit der Nassauischen Heimstätte, die einen Teil des Gebäudes für ihr Wohnserviceteam nutzen könnte. Wir haben Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) schon gebeten, mit der Nassauischen Kontakt aufzunehmen.“ Aus eigener Kraft könne der Verein das Gebäude nicht halten. „Wir stecken so viele ehrenamtliche Stunden in diese Arbeit, da können nicht die kompletten Einnahmen in Umlagen fließen. Wir wollen mit dem Geld auch etwas bewegen“, betonte Wenzke.

Corrado di Benedetto lobte die ehrenamtlichen Mitarbeiter für so viel Einsatz und sah sich die nützlichen Kisten für die Flüchtlinge selbst an. „Sie sparen sinnvoll Geld. Es zeigt sich auch, dass in der Bevölkerung eine große Bereitschaft da ist, diesen Menschen, die vor Not und Gewalt aus ihrer Heimat flüchten, helfen zu wollen.“

Di Benedetto kritisierte allerdings auch die Landesregierung, welche die Kommunen und Kreise mit der Finanzierung der Flüchtlinge alleine lasse. „Je mehr sich die Menschen an Ort und Stelle engagieren, desto weniger ist das Land bereit, Geld für diese Arbeit bereitzustellen. Dabei ist es eine Aufgabe von Bund und Land, die Flüchtlinge zu finanzieren“, monierte di Benedetto. Den Aktiven des Forums Sprendlingen Nord wünschte er, dass eine gute Lösung für die Zukunft des Klamottenforums und der Flüchtlingshilfe gefunden wird.

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