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Stadt setzt auf die Hilfe der Bürger

Von Hier ist Unterstützung gefragt: Die Stadt Langen benötigt Wohnraum für Flüchtlinge. Sie sollen möglichst dezentral untergebracht werden,. um die Integration zu erleichtern.
Stefan Löbig (Grüne). Stefan Löbig (Grüne).
Langen. 

Der Kreis Offenbach hat der Stadt Langen im vergangenen Jahr 131 Flüchtlinge zugewiesen. Die Menschen kamen aus Afghanistan, Eritrea, Syrien, Somalia, Iran und Irak, und meist sind es Familien mit Kindern. „Wir haben diese Aufgabe gut bewältigen und die Menschen in rund 35 bis 40 städtischen und Mietwohnungen unterbringen können“, sagt Erster Stadtrat Stefan Löbig (Grüne). Wegen des weiter anhaltenden Flüchtlingsstroms – aufgrund der Krisenherde auf der Welt – muss die Stadt auch weiterhin auf die Suche nach passenden Wohnungen gehen.

„Die Ankündigung ist ja immer sehr kurzfristig, meist bekommen wir donnerstags Bescheid, dass montags neue Flüchtlinge eintreffen“, erklärt Carsten Weise vom zuständigen Fachdienst. Damit sei die Belastung der Mitarbeiter, die diese Arbeit ohne zusätzliches Personal abwickeln, hoch. Die Wohnungen müssen gesucht werden, die Mitarbeiter kümmern sich um die Erstausstattung und um die Anmeldung von Strom, Gas und Wasser.

Die Stadt hofft, die in Langen ankommenden Menschen auch weiterhin in Wohnungen unterbringen und so zunächst noch auf den Bau einer großen Gemeinschaftsunterkunft verzichten zu können.

 

Pünktliche Mietzahlungen

 

„Diese dezentrale Unterbringung erleichtert die Integration. Aber wir wissen auch, dass der Druck auf dem Wohnungsmarkt bei uns hoch ist, und wir langfristig wohl doch ein neues Haus bauen müssen“, ist sich Weise fast sicher. Er setzt zunächst aber auf die Mitarbeit und Unterstützung der Langener Bürger. „Wir sind auf der Suche nach qualitativ gutem Wohnraum zu ortsüblichen Preisen. Wer glaubt, sich mit den Flüchtlingen für schäbige Bauten ein goldenes Näschen zu verdienen, ist bei uns falsch.“ Die Stadt als Vertragspartner gebe die Sicherheit für pünktliche Mietzahlungen, und auch bei Problemen helfen die Mitarbeiter im Rathaus sofort. „Bislang gab es aber noch keinen Fall, wo wir eingreifen mussten“, betonte Carsten Weise.

Die Fachstelle Integration mit Tzehaie Semere an der Spitze, ist in die Betreuung der Flüchtlinge ebenfalls eingebunden. Semere selbst weiß wie es sich anfühlt, als Flüchtling nach Deutschland zu kommen und die Sprache nicht zu sprechen. Er kam mit seinen Eltern in den 1980er Jahren aus Eritrea. Damals habe der Familie die Hilfe von zwei Patenfamilien sehr geholfen, sich zu integrieren. „Wir haben jetzt in Langen auch schon ein Netzwerk mit 86 Ehrenamtlichen aufgebaut, die den bei uns ankommenden Menschen in den Lebensalltag helfen werden“, erklärte der Mitarbeiter des Rathauses.

 

Großes Fest geplant

 

Die Ehrenamtlichen bieten Deutschkurse an, helfen bei Behördengängen oder Arztbesuchen, knüpfen Kontakte zu Vereinen oder Jugendzentren und erklären beispielsweise wie in Deutschland das Schulsystem oder auch die Mülltrennung funktioniert. Der Mitarbeiter der Diakonie, an die der Kreis die Flüchtlingsbetreuung beauftragt hat, könne die Arbeit bei einem Betreuungsschlüssel von einem Mitarbeiter zu 140 Flüchtlingen niemals alleine leisten. Mit regelmäßigen Ehrenamtstreffen werden die Helfer auch von der Stadt unterstützt.

Im Mai ist ein großes Fest geplant, mit den Ehrenamtlichen, den Flüchtlingen und Nachbarn, damit sich die Menschen noch besser kennenlernen. „Denn diese Menschen, die hierher kommen, die werden auch in Deutschland bleiben“, weiß Tzehaie Semere wie wichtig ein gutes Miteinander ist.

Wer Wohnraum hat, kann sich im Rathaus bei Carsten Weise und seinen Kollegen unter Telefon (0 61 03) 20 35 00 oder 20 35 50 melden.

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