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Steinzeitküche gibt Kraft

Ein Genuss-Abenteuer aus der Steinzeitküche bot der Paläo-Power-Kochworkshop in der Lifestyle-Werkstatt in Mörfelden-Walldorf. FNP-Reporterin Carmen Erlenbach war dabei und ließ sich in die Kochkünste unserer Vorfahren einweihen.
Mörfelden-Walldorf. 

Die Zeiger des Weckers stehen auf 5 Uhr. Für den, der heute ein leckeres Gericht wie in der Steinzeit zubereiten möchte, ist es höchste Zeit zum Aufstehen. Denn um 6 Uhr morgens, wenn der Tau abgetrocknet ist, ist der Nährstoffgehalt von Pflanzen am größten. Sie werden für das Menü benötigt. So lässt sich der Morgenspaziergang prima mit dem Sammeln erster Zutaten verbinden.

Nach dem Pflücken der Spitzen und jungen Triebe werden sie in einen Korb oder Stoffbeutel gegeben und daheim im Kühlschrank gelagert. Sie können in Essig oder Öl eingelegt werden, Früchte und Blätter lassen sich trocknen, aber auch frisch verarbeiten.

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Für ihren Koch-Workshop unter dem Motto „Frühlingspower für Geist und Gaumen – Genuss-Abenteuer aus der Steinzeitküche“ in der Lifestyle-Werkstatt hat Sabine Paul aus Frankfurt frische Pflanzen für die Zubereitung eines Wildkräuter-Smoothies gesammelt. Wie sie verarbeitet werden, erfahren die fünf Teilnehmer, die sich in der kleinen, gemütlichen Küche in der Lifestyle-Werkstatt versammelt haben. Dort liegen nun Brennnesseln, Birken- und Löwenzahnblätter, Blätter von Gänseblümchen, Brom- und Himbeeren, Giersch, Gundermann, wilder Rucola, Minze und Vogelmiere, Spitzwegerich und auch Sauerampfer. Auch Obst liegt schon bereit. Es lassen sich beispielsweise Kiwis, Banane, Birnen, Nektarinen und Pfirsiche verarbeiten.

Das Obst wird unter fließendem Wasser gut gewaschen und grob zerteilt. Unter dem Wasserstrahl landen auch die Wildkräuter, denn kleine Krabbeltierchen runden vielleicht den Geschmack ab, machen sich aber unappetitlich im Essen.

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Sind auch die Kräuter sauber, werden sie mit dem Obst zusammen püriert und mit Saft oder Wasser aufgefüllt – zunächst auf kleiner und dann eine Minute auf höchster Stufe mixen. Die nun grünlich wirkende Masse wird in ein Glas gefüllt, das mit einem langstieligen Löffel versehen wird. Das Smoothie wird getrunken. Dabei sollte gelegentlich gerührt werden, damit die Inhaltsstoffe gleichmäßig verteilt sind. Der Trunk ersetzt ein vollwertiges Frühstück und eignet sich als Energieschub zwischen den Mahlzeiten. Reste lassen sich im Kühlschrank einen Tag aufheben.

Als weitere Vorspeise stehen würzige Leinsamen-Brotscheiben an, die mit Chia-Samen, die erst einmal quellen müssen, und mit Meersalz zubereitet werden. Der Teig wird auf ein Backblech gegeben und 20 Minuten bei 180 Grad gebacken. Je nach Geschmack lässt sich der Teig mit getrockneten Tomaten, Oliven und weiteren Gewürzen abrunden. Das fertige Brot hält sich bis zu fünf Tagen im Kühlschrank oder kann eingefroren werden.

Nachdem die Teilnehmer des fünfstündigen Workshops die beiden Vorspeisen in gemütlicher Runde gekostet haben, legen sie wieder ihre Schürzen an. Denn nun stehen Champignons im Wildsalatbett an. Die Frauen und zwei Männer teilen sich die Arbeit. Die einen schälen Zwiebeln und Knoblauch und würfeln Speck, die anderen putzen die Pilze. Wieder andere waschen Löwenzahnblätter und Sauerampfer und richten das Grün dekorativ auf Tellern an.

Ein würziger Duft verbreitet sich in der Küche beim Anbraten der Zwiebeln und des Specks in Gänseschmalz, dem die Champignons hinzugefügt werden. Sie werden unter geschlossenem Deckel kurz gedünstet. Vor dem Servieren werden sie mit Salz, Pfeffer und frisch geriebenem Muskat abgeschmeckt und auf den Salatblättern verteilt und – wenn gewünscht – mit Wachteleiern garniert.

Auch bei der Zubereitung von Lamm mit Brennnessel-Spinat und Pastinaken-Bratkartoffeln, die besser sättigen als herkömmliche Bratkartoffeln, einer Mandelcreme mit Rhabarber-Erdbeer-Kompott und einem Suppengrundstock mit frischen Frühlingskräutern gibt es noch viel zu tun. Zwischendurch berichtet Paul, dass sie als Autorin des Buches „Paläopower – Das Wissen der Evolution nutzen für Ernährung, Gesundheit und Genuss“ voriges Jahr während eines fünfwöchigen Aufenthaltes in Tansania acht Tage unter Jägern und Sammlern gelebt und dort weitere Erfahrungen für eine steinzeitliche Esskultur gesammelt hat.

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