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Stadtwerke: Stromkästen sollen unsichtbar werden

Sie sind normalerweise dreckig, demoliert oder mit Graffiti beschmiert: Nun sollen zehn Stromverteilerkästen in Neu-Isenburg schöner werden.
Anders als dieser Prototyp im Alten Ort von Neu-Isenburg sollen die neu verkleideten Stromverteilerkästen nicht auffallen. Anders als dieser Prototyp im Alten Ort von Neu-Isenburg sollen die neu verkleideten Stromverteilerkästen nicht auffallen.
Neu-Isenburg. 

Eigentlich ist er der Prototyp eines neuen Projektes der Stadtwerke Neu-Isenburg, doch er ist anders als seine Nachfolger. Der mit Stoff verkleidete Stromverteilerkasten im Alten Ort der Hugenottenstadt fällt auf. Und das ist Absicht. Die Stadtwerke Neu-Isenburg wollten nämlich testen, wie das neue Gewand bei der Bevölkerung ankommt.

Initiative der SPD

Diese nahm es durchweg positiv auf. Deshalb wollen die Stadtwerke zehn weitere Stromkästen verschönern. Bedruckte Stoffverkleidungen, die als Motive Reproduktionen der direkten Umgebung der Kästen zeigen, werden die Stromverteiler optisch nahezu verschwinden lassen. Das unterscheidet die zehn Stromverteilerkästen von ihrem Prototypen. Sie sollen unsichtbar sein, nicht auffällig.

„Wir haben schon viel versucht, die Kästen attraktiver zu gestalten, waren aber nie wirklich zufrieden. Jetzt wollen wir die Stoffverkleidungen testen und hören, wie sie bei den Neu-Isenburgern ankommen“, erklärt Hans-Ulrich Kimpel, Bereichsleiter Vertrieb und Energiehandel bei den Stadtwerken, gegenüber dieser Zeitung.

Die Kosten hierfür liegen unter dem finanziellen Aufwand, den die Stadtwerke für die Reinigung und Instandsetzung von beschmierten Stromverteilerkästen haben. Wenn ein Stromverteilerkasten gereinigt und neu gestrichen werden muss, kostet das nach Angaben der Stadtwerke zwischen 60 und 70 Euro.

So viel kosten auch die Stoffverkleidungen, sollen aber mehr als vier Jahre lang halten. „Natürlich ist es schön, dass wir Kosten sparen, uns geht es aber auch darum, dass uns als Stadt präsentieren und die Kästen sympathisch aussehen“, sagt Kimpel.

Die Aktion geht auf eine Initiative des SPD-Stadtverordneten Bernd Joe Schmidt zurück. Er beantragte bereits im April 2013, die Stromverteilerkästen im Stadtbild zu verschönern um Vandalismus vorzubeugen.

„Strom- und Telekommunikationsverteilerkästen sind im Stadtbild allgegenwärtig. Leider werden die an sich schon wenig ansehnlichen, plastikverkleideten Bauten oftmals für Schmierereien, mehr oder weniger gelungene Tags, Graffiti oder zum wilden plakatieren missbraucht“, begründet Schmidt in einer Mitteilung seinen Antrag.

Lange geschah nichts

Doch warum dauerte es so lange, bis das Projekt in ähnlicher Weise nun umgesetzt wird? Die Mühlen der Politik mahlen in manchen Fällen recht langsam. Nach einer ersten Beratung in den Ausschüssen haben die Politiker den Antrag zur Prüfung an die Verwaltung und die Stadtwerke verwiesen, doch dann geschah lange nichts.

Die Geschäftsführung nahm die Idee allerdings 2016 auf und weitet diese nun nach einer inoffiziellen Testphase auf zehn weitere Stromkästen aus. Eine Abstimmung über den Antrag in der Stadtverordnetenversammlung – wie es eigentlich geplant war, entfiel also.

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