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Werner Geiß übt Kritik: Verkehrssituation in Neu-Isenburg: „Haltestelle an absurdem Standort“

Von Ein Ärgernis sei die Verkehrssituation, findet Werner Geiß, Vorstandsmitglied im Verkehrsclub Deutschland. Der 68-jährige Neu-Isenburger fordert mit Blick auf das Geld für den Stadtumbau einen „Masterplan“ mit dem Ziel, „Stadtumbau und Verkehrswende aus einem Guss“ zu erhalten.
Endhaltestelle: Die Straßenbahnen fahren derzeit nur bis zur Stadtgrenze. Das könnte sich mit dem Stadtumbau ändern.  Archivfoto: Klaus Braungart Foto: Klaus Braungart Endhaltestelle: Die Straßenbahnen fahren derzeit nur bis zur Stadtgrenze. Das könnte sich mit dem Stadtumbau ändern. Archivfoto: Klaus Braungart
Neu-Isenburg. 

Die Stadt Neu-Isenburg wurde unlängst in das Förderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ aufgenommen und erhielt dafür bereits von der hessischen Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) einen ersten Bewilligungsbescheid in Höhe von 618 000 Euro (wir berichteten).

Mit diesem Geld soll unter dem Titel „Vom Alten Ort zur Neuen Welt“ als erster Schritt ein Stadtentwicklungskonzept erarbeitet werden, so Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos), das dann jährlich neue Förderanträge zu Folge hat. Insgesamt seien für das Fördergebiet vom Alten Ort über die Frankfurter Straße bis hin zum Kalbskopf und dem Stadtquartier Süd Investitionen in Höhe von 21 Millionen Euro vorgesehen.

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Geplant ist bei der Entwicklung des Konzepts neben einem Ideenwettbewerb auch eine intensive Bürgerbeteiligung. Einer, der sich schon jetzt mit der Entwicklung der Hugenottenstadt befasst hat, ist Werner Geiß. Der 68-jährige Neu-Isenburger nämlich fordert mit Blick auf das Geld für den Stadtumbau einen „Masterplan“ mit dem Ziel, „Stadtumbau und Verkehrswende aus einem Guss“ zu erhalten. Dafür sei eine weise, nachhaltige und effiziente Planung erforderlich.

Positiv ist für den ehemaligen Bankfachmann Geiß, der in Zürich Wirtschaftswissenschaften studierte, dass die Regionaltangente West Realität wird und auch die Verlängerung der Straßenbahnlinie 17 bis nach Dreieich möglich scheint. Auch den barrierefreien Umbau aller Bushaltestellen in Neu-Isenburg begrüßt er, weniger, dass in den kommenden Jahren mit einem „massiven Anstieg des Verkehrsaufkommens“ zu rechnen sei, wie es in der von der Stadt in Auftrag gegebenen Verkehrsprognose 2030, die derzeit in Arbeit ist, heißt.

Genau an diesem Punkt setzt Geiß, Vorstandsmitglied im Verkehrsclub Deutschland, mit seiner Kritik an: „Ein Ärgernis bleibt die Verkehrssituation.“ Dabei nennt er vor allem die Frankfurter-, Friedhof-, Carl-Ulrich- und Karlstraße, die überlastet seien, weil Alternativen fehlen. Sein Missfallen erregt auch die Straßenbahnendhaltestelle, die, seitdem die Straßenbahn direkt bis zum Frankfurter Hauptbahnhof fährt, noch stärker frequentiert wird, weil vor allem Autofahrer und Radler den günstigeren Frankfurter Tarif nutzen wollen.

Die Folge ist: Der Park&Ride-Parkplatz an der Straßenbahnendhaltestelle sei überfüllt, der Fußweg und der Grünstreifen an der Isenburger Schneise seien zugeparkt. Auch die Fahrradabstellanlage ist seiner Ansicht nach unzureichend, weil die Räder, in solcher Dichte abgestellt, leicht beschädigt werden.

Für Geiß wäre dies mit einem integrierten Planansatz zu lösen, der bei der Umgestaltung der Frankfurter Straße auch die Verlängerung der Straßenbahnlinie miteinbeziehen sollte. Wenn beispielsweise im Zuge der Umgestaltung gleich die Straßenbahnschienen mit verlegt und barrierefreie Haltestellen, sowohl für Busse als auch für die Straßenbahn, eingerichtet werden, könnten Steuergeld gespart und der Verdruss der Bürger über mehrfach aufgerissene Straße vermieden werden. Des Weiteren spricht sich Geiß für die Einrichtung von Busspuren auf der breiten Friedhofstraße aus, die selbstverständlich auch für die Feuerwehr nutzbar wäre, die sich ohnehin schon über Behinderungen infolge von Staus beklagt. Ferner spricht er sich für eine Parkraumbewirtschaftung aus.

Ein lokalpolitisches Kuriosum bleibt für den 68-Jährigen die Straßenbahnendhaltestelle an der Isenburger Stadtgrenze, die erst im Juni 2016 aufwendig neu gestaltet wurde. Für Geiß ist es unverständlich, dass sich ihr „absurder Standort“ im Frankfurter Stadtwald ausschließlich an Gemeinde- und Tarifgrenzen orientiert, weit entfernt von den Wohnquartieren und Arbeitsplätzen der Fahrgäste. Um die Akzeptanz von Bus und Bahn zu verbessern, müsse daher „unbedingt“ das Frankfurter Tarifgebiet auf Neu-Isenburg ausgedehnt werden.

Werner Geiß ist übrigens in Neu-Isenburg im BUND und der ökologischen Bürgerinitiative Watt-Club aktiv. Auch bei der Montagsrunde, um die es jüngster Zeit allerdings etwas stiller geworden ist, macht er mit. Den vom Land geförderten Stadtumbau hält er für den idealen Rahmen für eine weitsichtige Verkehrsplanung.

Bürgermeister Herbert Hunkel erklärte in diesem Zusammenhang, dass zu dem Stadtentwicklungskonzept auch ein Stadtmanagement ausgeschrieben werden müsse. Das sei Vorschrift. Solch ein Umbaumanager sei für die weitere Umsetzung des Konzepts zuständig, zu dem auch die Einbeziehung des Geländes der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein im Stadtquartier Süd gehört. Dieses Gelände, das zum 31. Dezember dieses Jahres frei wird, soll von der städtischen Gewobau erworben werden. Darüber werde bereits verhandelt, so Hunkel, und dementsprechend stehe ein Preis dafür noch nicht fest.

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