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WIK fordert Projekte statt Personen

In einem Diskussionspapier macht die WIK konkrete Vorschläge für eine wirkungsvolle Integrationsarbeit. Ein weiterer hauptamtlicher Stadtrat sei hierfür nicht nötig.
Kelsterbach. 

In der heiß geführten Debatte um die Einführung eines zusätzlichen hauptamtlichen Stadtratsposten, der schwerpunktmäßig für Integration zuständig sein soll, hat die Wählerinitiative Kelsterbach (WIK) ein Diskussionspapier vorgelegt. Darin fordert die WIK eine breite gesellschaftliche Debatte zum Thema Integration, die Erarbeitung eines Integrations-Leitbildes und die Einrichtung einer Koordinations- und Anlaufstelle zur Sicherung der Integrationsziele.

Die WIK, die das Bürgerbegehren gegen die von SPD und Freien Wählern getragene Einführung eines dritten hauptamtlichen Magistratsmitgliedes unterstützt, "will mit der Ablehnung eines solchen Postens keinesfalls eine Abwertung der wichtigen Integrationsziele" ausdrücken, heißt es in dem Papier. Vielmehr verfolge sie eine "echte, ehrliche Integrationsarbeit und keine Klientelpolitik", welche die Interessen einzelner Gruppen vertrete.

Das Papier solle die aktuelle Situation in Kelsterbach und die Forderungen der WIK erläutern. In der Untermainstadt existierten bereits vielfältige Initiativen und Ansätze zur Förderung der Integration – sei es in den Vereinen und Schulen oder in der Verwaltung und im Projekt "Kelsterbach Familienstadt". "Anstatt hohe Summen in einen zusätzlichen Magistratsposten zu stecken, sähen wir das Geld lieber in konkrete Projekte zur Förderung der Integration investiert."

Kita-Gebühren senken

Ein Ansatzpunkt sei die Stärkung von Eltern und Familien. Hierzu sei es notwendig, die Zahl der Krippenplätze auszubauen und die Kindergartengebühren zu senken oder nach Einkommen zu staffeln. Obwohl die Arbeit der konfessionellen Kindergärten zweifelsfrei einen wichtigen Beitrag zur Integration darstelle, sei in Kelsterbach die im Sozialgesetzbuch vorgeschriebene Vielfalt der Träger nicht gegeben.

Deshalb regt die WIK einen Kindergarten unter freier Trägerschaft an, sofern der Bedarf eine weitere Betreuungseinrichtung nötig machte. Ferner sollten der Dialog und die Stärkung interkultureller Kompetenzen in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen besonders gefördert werden. Auch das bürgerschaftliche Engagement und die Jugendarbeit müssten als wichtige Aspekte der Integration stärker unterstützt und weiter ausgebaut werden.

Orte der Begegnung

Zudem müsse die Situation in strukturell benachteiligten Wohngebieten, wie etwa in der Rüsselsheimer Straße oder an der Niederhölle, in denen vorwiegend Migranten lebten, verbessert werden. Auf die Nassauische Heimstätte sei noch stärker einzuwirken, damit sie ihre Wohnungen in der Untermainstadt aufwertet und modernisiert. Auf dem Enka-Gelände, im Mainvorland und in der Stadtmitte sollten zudem "Orte entstehen, wo sich Menschen begegnen".

Mit dem städtischen Ausländerbeirat, dessen Vorsitzender Ayhan Isikli als heißer Kandidat für den "Integrations-Stadtrat" gilt, habe der Gesetzgeber ein wichtiges Instrument der Integration geschaffen. Aber die WIK frage sich, was Isikli, der den Freien Wählern angehört, in den vergangenen 15 Jahren als Chef des Ausländerbeirates gemacht oder versäumt habe, dass die Stelle eines Stadtrates für Integration nun nötig sein solle. Für Isikli stünden Macht- und Prestigegründe vor wichtigen Sachthemen und den Interessen der Migranten.fay

(Jochen Fay)
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