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Vortrag: Wissenschaftler Moustafa Selim erklärt, wie Araber ticken

Von Was unterscheidet Europäer und Araber? Wie lassen sich Missverständnisse vermeiden? Diesen und ähnlichen Fragen näherte sich Moustafa Selim im Heimatmuseum Mörfelden auf unterhaltsame Weise.
Moustafa Selim, der sonst an der Hochschule Geisenheim tätig ist, referierte über Sitten und Bräuche der Araber. Moustafa Selim, der sonst an der Hochschule Geisenheim tätig ist, referierte über Sitten und Bräuche der Araber.
Mörfelden-Walldorf. 

Auf Einladung des städtischen Integrationsbüros war der aus Ägypten stammende Moustafa Selim zu einem Vortrag ins Heimatmuseum Mörfelden gekommen. Im kleinen Saal des Museums fanden schließlich 55 Besucher einen Platz, wie Anette Keim, Leiterin des Integrationsbüros, gezählt hatte.

Moustafa Selim sorgte zwei Stunden lang für Aufmerksamkeit und Unterhaltung, indem er jede Menge Antworten auf die Frage „Wie ticken eigentlich die Araber?“ fand. Damit warb der Wissenschaftler des Instituts für Phytomedizin in Geisenheim für Respekt und mehr Verständnis für Menschen dieses Kulturkreises. „Araber definieren sich durch ihre arabische Sprache“, erklärte Selim. Ihr Lebensbereich sei nicht auf ein spezielles Land begrenzt. Lediglich 19,8 Prozent aller Muslime weltweit seien Araber.

Die Brille absetzen

Er berichtete darüber, wie 2006 Flüchtlinge nach Geisenheim gekommen waren und ein Dolmetscher für arabische Sprache gesucht wurde. Da er der einzige Arabisch-Sprechende im Ort gewesen sei, half er aus. Währenddessen er als Übersetzer fungierte, lernte er die Probleme kennen, die aufgrund von Missverständnissen entstanden. So musste er einigen Flüchtlingen erklären, dass die Enten auf Gewässern der Umgebung nicht zum Einfangen und Verspeisen gedacht sind. Umgekehrt zeigten die Europäer häufig Unverständnis über manche Lebensgewohnheiten der Araber. Hierbei fand Selim seine Motivation zur Aufklärung. „Die Wissenschaft empfiehlt: Um eine andere Kultur verstehen zu können, muss man die Brille der eigenen Kultur absetzen.“

Besser verstehen

Mit Fragen ans Publikum entwickelte sich eine Interaktion. Indem Selim Beispiele für Missverständnisse bildhaft erklärte, stieg auch der Unterhaltungswert. Einmal, so berichtete Selim, wollte ein Flüchtlingshelfer eine arabische Familie nicht brüskieren, weil er eigentlich deren Kind ein Sparschwein habe schenken wollen. Daher habe er nach einer Alternative gesucht, die er schließlich in Form eines Sparschaafs gefunden habe.

Selim erläuterte detailliert, auf was zu achten sei, wenn man als Europäer bei einer arabischen Familie eingeladen ist und umgekehrt. Dabei wurde eine Vielzahl von Unterschieden zwischen den Kulturen deutlich. „Integration ist eben keine Einbahnstraße“, meinte er. Nur mit gegenseitigem Begreifen könne Missverständnissen vorgebeugt werden. Für Hundebesitzer gelte etwa, Kontakt zwischen einem Araber und einem Hund möglichst zu vermeiden, denn Hunde gälten, ähnlich wie Schweine, als unrein. Da in arabischen Wohnungen keine Blumenvasen existierten, sollte das bei Blumengeschenken berücksichtigt werden. Vor allem solle man bei Beerdigungen keine Blumen mitbringen, weil Araber mit Blumen Freude verbänden.

Am Ende zog Selim ein positives Resümee: „Als ich die Frage stellte, ob denn schon jemand Kontakt mit einem Araber gehabt hätte, bejahten dies viele. Jetzt, nach meinem Vortrag, werden Sie die arabischen Verhaltensweisen noch besser verstehen können.“ Der Ägypter freute sich auch darüber, dass die Besucher über die Schilderungen der teils witzigen kulturbedingten Missverständnisse lachen konnten.

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