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Relikte: Wohin mit den Mauerteilen der Startbahn West?

Zur Erinnerung an die Auseinandersetzungen um die Startbahn West sollen zwei Mauerelemente derselbigen in der Doppelstadt aufgestellt werden. Naturschützer kritisieren jetzt den vorgesehenen Standort.
Der alte Betonzaun an der Startbahn West des Frankfurter Flughafens. Zwei Elemente des Zauns sollen in der Doppelstadt aufgestellt werden. Foto: Boris Roessler (dpa) Der alte Betonzaun an der Startbahn West des Frankfurter Flughafens. Zwei Elemente des Zauns sollen in der Doppelstadt aufgestellt werden.
Mörfelden-Walldorf. 

Der Vorstand des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Ortsverband Mörfelden-Walldorf, lehnt die geplante Aufstellung von zwei Mauerelementen der Startbahn West bei der Hüttenkirche zwischen Mörfelden und Walldorf ab. Der BUND fordert die Stadt auf, unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes und der Sichtbarkeit der Elemente in ihrer herausragenden Bedeutung für die Geschichte der Doppelstadt geeignetere Standplätze zu finden.

Hoher Schutzstatus

Die Naturschützer verweisen darauf, dass das Gelände vor der Hüttenkirche größtenteils ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet sei, also einen hohen Schutzstatus seitens der Europäischen Union genieße. Jegliches Beschneiden dieser Schutzgebiete weist der BUND in einer Zeit wachsender Bedrohung solcher Flächen durch Besiedlungsverdichtung und Versiegelung sowie dadurch bedingter Bedrohung von Artenvielfalt, Regeneration der Natur und Vermeidung von klimaschädlichen Gasen zurück.

Dem Verband erscheint es widersinnig, diese Elemente in dem Gebiet zwischen den beiden Stadtteilen mit einem mächtigen Fundament von circa 7 bis 8 Metern auf 1 bis 1,5 Metern etwa einen Meter tief im Boden zu verankern. Ausnahmen von den Schutzbestimmungen sehen die BUND-Vorstandsmitglieder als mögliches Präjudiz für weitere Bauprojekte im Außengelände.

Auch andere Plätze um die Hüttenkirche herum würden es nach Einschätzung der Naturschützer nötig machen, dort gewachsene Bäume zu fällen oder einen für Vögel und andere Kleintiere geeigneten Bestand zu räumen. „Dies scheint uns gerade angesichts der Kämpfe um Bäume und Natur gegen die irrsinnige Fehlplanung der Startbahn West im dicht besiedelten Rhein-Main Gebiet bizarr“, erklärt der Vorstand in der Begründung für seinen Beschlusses.

Der BUND schlägt für das Aufstellen der Mauerelemente vier alternative Standorte vor: auf dem Gelände nahe des Vereinsheims der Sport- und Kulturgemeinschaft (SKG) Walldorf, am Schlichtertor in Mörfelden, an der Stadthalle in Walldorf oder am Bürgerhaus Mörfelden.

Sachliche Debatte

Der Naturschutzbund (Nabu) Mörfelden wendet sich aus den selben Gründen ebenfalls gegen die Örtlichkeit an der Hüttenkirche. Nabu-Vorsitzender Heinz Arndt sieht auch „eine eventuelle Aufstellung im Bereich des Parkplatzes nahe der SKG Walldorf als sinnvoll an, da von hier aus die Demos begonnen haben.“

Herbert A. Debus, Wolfgang Dilfer, Dirk Kieselstein und Herbert Zang vom Vorstand des BUND Mörfelden-Walldorf halten fest, dass sie dankbar dafür seien, dass es überhaupt gelungen sei, diese Elemente als Erinnerung oder Denkmal an diese für die Stadtgeschichte herausragend wichtige Auseinandersetzung zu sichern. Sie wünschen sich „eine sachliche und angemessene Debatte über die Platzierung“ ohne Verletzung gewachsener Natur- und Schutzgebiete.

(red)

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