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Erster Stadtrat der Doppelstadt: „Ich musste Kritik einstecken“

Von Burkhard Ziegler hat seinen ersten Arbeitstag als Erster Stadtrat der Doppelstadt hinter sich. Der Vorsitzender der Freien Wähler hat gestern sein neues Arbeitszimmer im Rathaus bezogen.
Burkhard Ziegler (Freie Wähler) absolvierte gestern an seinem Schreibtisch seinen ersten Arbeitstag als neuer Erster Stadtrat. Foto: Carmen Erlenbach Burkhard Ziegler (Freie Wähler) absolvierte gestern an seinem Schreibtisch seinen ersten Arbeitstag als neuer Erster Stadtrat.
Mörfelden-Walldorf. 

Erster Stadtrat Burkhard Ziegler (Freie Wähler) absolvierte gestern seinen ersten Arbeitstag. Noch wirkte der 48-jährige Bankfachwirt, Ehemann und Vater zweier Töchter von sechs und acht Jahren, ein wenig zurückhaltend – nicht scheu und auch nicht ängstlich, aber abwartend. Am späten Nachmittag, als er bereits zwei Termine absolviert hatte, wirkte er entspannt. „Ich stehe in den Startlöchern, scharre mit den Hufen und freue mich auf das, was auf mich zukommt.“

Den Abend vor dem Start in einen neuen Lebensabschnitt hatte ihm seine Familie mit einem mehrgängigen Menü und auch einem Gläschen Sekt versüßt. Zieglers Gedanken kreisten ein wenig, als er zu Bett ging. Nachts erwachte er dann mehrmals. „Mir gingen einige Dinge im Kopf herum. Ich musste in jüngster Zeit schließlich auch Kritik einstecken.“

Frisch und ausgeruht

Am Morgen ging er trotzdem frisch und ausgeruht ans Werk. Um 9.15 Uhr betrat er das Walldorfer Rathaus, in dem er von seiner Referentin Claudia Rügner und Sekretärin Mirjam Weiss freudestrahlend erwartet wurde. Von dem Stadtratskollegen Timo Stöhr wurde Ziegler zur Begrüßung mit einem in Rot und Weiß blühenden Gänseblümchen im Topf überrascht.

Bereits um 10 Uhr stand Zieglers erster Pressetermin an, um 16 Uhr der zweite. Zwischendurch besuchte er mit Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) des Heringsessen der Frankfurter Volksbank. „Dort begegnete ich vielen Menschen, auf die es künftig ankommt“, so Ziegler. Deshalb sei das Treffen die perfekte Auftaktveranstaltung zum Start in das neue Amt gewesen.

Danach nahm Ziegler erstmals an einer Dienstversammlung teil, bei der er den Rathausbediensteten vorgestellt wurde. Eine Rede wurde von ihm erwartet – also redete er – etwa 15 Minuten ohne Manuskript. Was ihm wichtig war und am Herzen lag, schüttelte er aus dem Ärmel. Zwischendurch ergab sich noch ein Gespräch mit Heimo Boschert, Amtsleiter Soziales, wegen einer Kindertagesstätte.

Erst am späten Nachmittag kam Ziegler dazu, für ein Foto an seinem Schreibtisch Platz zu nehmen. Dort erwartete er einen Kollegen aus der IT, der alle technischen Voraussetzungen schaffen sollte, damit Zieglers Telefonate und sein elektronischer Schriftverkehr künftig funktionieren. Anschließend plante der Erste Stadtrat noch seine Route für die vielen abendlichen Heringsessen, von denen er einige besuchte, und sichtete noch einige Schriftstücke für die Magistratssitzung am kommenden Tag.

Um Rücksicht geworben

„Noch bin ich neu und kenne die Abläufe in der Verwaltung noch nicht“, so Ziegler. Deshalb habe er bei seiner Ansprache in der Dienstversammlung um Rücksicht geworben, aber auch um Hilfe. „Ich kann nur so gut sein wie meine Mitarbeiter“ und „Ohne Unterstützung kann ich dieses Amt nicht erfüllen“, so Ziegler weiter.

Dabei verdeutlichte er, dass er in seinem neuen Amt größten Wert auf Kommunikation legt. Denn Probleme entstünden erst, wenn man nicht miteinander rede. Das gelte für das Berufsleben genauso wie für das Privatleben. „Gewiss werde ich mich auch mal ärgern. Die Frage ist nur, wie ich damit umgehe.“ Die Welt sei alles andere als Friede, Freude und Eierkuchen – deswegen müsse immer wieder eine essenzielle Basis für Unterhaltungen gefunden werden.

Besonders erfreut zeigte sich Burkhard Ziegler, dass seine Gattin Tanja ihm den Rücken stärkt und seine Töchter an ihn glauben. Am Vorabend überraschten sie ihn mit kleinen Briefen: „Du wirst der beste Erste Stadtrat.“

Ihm sei bewusst, dass er seine Familie künftig weniger als bisher sehen werde. Aber Ziegler freut sich neugierig, entspannt und zugleich fröhlich auf Aufgaben, die auf ihn zukommen – wie die Vernissage der Ausstellungsreihe „Flurexponate“ am 9. März im Flur vor seinem Arbeitszimmer.

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