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Abschluss: 1000 Gäste beim Theaterfestival der Taunusschule

Von Rund 1000 Besucher haben es gesehen: So viele Gäste besuchten das Bad Camberger Theaterfestival der Taunusschule. Den Abschluss machte das Mittelstufentheater mit „Roter Ritter Parzival“.
Die Gehilfinnen des bösen Zauberers spielen Karten. Bilder > Foto: Petra Hackert Die Gehilfinnen des bösen Zauberers spielen Karten.
Bad Camberg. 

Die Technik-Crew ist genervt. Schon wieder rappelte ein Handy im Publikum. Das darf sich nicht wiederholen! Und so stehen sie auf der Bühne, erklären dem Publikum, was Sache ist, und sind auch schon entschwunden. Die Technik-AG der Taunusschule hatte ganz erheblich dazu beigetragen, die neun Theatertage zum Erfolg werden zu lassen. Nebelschwaden, die sich plötzlich öffnende Wand, die das in blau-schwarzes Licht getauchte Labyrinth des bösen Zauberers beleuchtete: Auch bei „Roter Ritter Parzival“ waren schöne Effekte dabei, viel mehr als „nur“ der Ton stimmte. Daher durfte das Team zu Beginn der letzten Aufführung kurz im Mittelpunkt stehen. Danach entführte das Theaterstück von Markus Bothe und Nora Kuon in eine ganz andere Welt.

Edle Motive

In Frankfurt war die Adaption des Stücks vor Jahren das Weihnachtsmärchen. Irgendwie stimmt das schon: Es geht um edle Motive, das Richtige, den rechten Weg und das Glück der Welt. Kurz gesagt: Ritter haben Ideale. Um die zu erfüllen, braucht es mehr als Rüstung und Schwert. Eigentlich braucht man die letzten beiden gar nicht. Nur ein gutes Herz und Mitgefühl – so die Erkenntnis.

Bilderstrecke Das sind die Theatertage in Bad Camberg
1000 Zuschauer haben sie gesehen: Vier Theaterstücke an neun Tagen boten die Aktiven beim ersten Theaterfestival dieser Art in der Bad Camberger Taunusschule. Theaterlehrer Andreas Müller und seine Kollegen zeigten erfreut über die Resonanz – und die Nachwirkung. Die Schüler haben Gemeinschaften entwickelt, sich gegenseitig unterstützt und gehen jetzt voller Energie in die Ferien. Abschluss der Theatertage der Bad Camberger Taunusschule: "Roter Ritter Parzival".Abschluss der Theatertage der Bad Camberger Taunusschule: "Roter Ritter Parzival"Abschluss der Theatertage der Bad Camberger Taunusschule: "Roter Ritter Parzival"

Ganz knapp erzählt: Parzival macht sich auf den Weg, den Heiligen Gral zu finden und die Welt zu retten. Der hat an Kraft verloren, ebenso wie dessen Hüter, weil die Welt verlernt, Anteil zu nehmen. Damit das so bleibt, spinnt ein böser Zauberer seine Fäden. Sollte Parzival den Gral finden, Mitleid mit dem schwer verletzten Gralshüter haben und die richtigen Fragen stellen, ist die Welt gerettet. Auf dem Weg dorthin begegnen ihm sehr interessante Ritter in Papprüstungen ohne Pferde, aber dem richtigen, geschnalzten Trabgeräusch. Tabea Lauterbach ist ein bedrohlich wirkender Zauberer. Ihr strenger Bühnen-Akzent und der böse Blick lassen die Guten erstarren. Drei Gehilfinnen helfen (mehr oder weniger): Amelie Hartmann, Aila Plojovic und Annika Kersting wirbeln in bunten Tüllröcken über die Bühne, stürzen die Welt ins Chaos und bringen das Publikum zum Lachen. Auch beim Bösen ist nicht alles schlecht, das gilt besonders für den Humor.

Lisa Da Re: Sie ist ein energischer Gawain, der gute Ritter, der zu Parzivals Freund werden wird. Lebendig und aufmerksam spielt sie auf der Bühne. Den Wechsel zu Ines Ubainczyk und Johanna Arnold bemerkt das Publikum ganz beiläufig. Nicht nur diese Rolle ist mehrfach besetzt: Jeremias Bernhard, Tim Lehmann und Thorben März sind Parzival, ziehen auf offener Bühne eine weite, braune Hose aus, die sie an den Nächsten weiterreichen. Deutlicher Wechsel. Alle drei spielen mit Herzblut. Für Tim Lehmann ist es noch ein wenig anspruchsvoller, denn er muss singen.

Live-Gesang

Oder darf? Carolin Markert (Parzivals Mutter), Tim Lehmann und Amelie Krüger singen live und live begleitet – sehr einfühlsam einstudiert in Zusammenarbeit mit Kerstin Mosch. Amelie Krüger, die ebenso wie Clara Lowshad die Kuchen vertilgende Sigune verkörpert, bringt ihr Lied („Ich will Kirsch-Sahne“) am Schluss noch mal, denn es ist zum Ohrwurm geworden. Artus Maja Wirtz, der rote Ritter Lif Steuerwald – auch sie tragen dazu bei, den Theaterabend (und -morgen) abwechslungsreich und vielfältig zu gestalten. Dreimal aufgeführt, dreimal heftigst beklatscht: Die Mittelstufentheater-AG zeigte unter der Regie von Andreas Müller, was sie kann, und das kam an. Sehr gut sogar. Übrigens: Die Theatertage haben noch ein wenig weiter gewirkt. Der syrische Song aus „Familien im Brennpunkt“ ist reine Partymusik und wurde fast jedes Mal gespielt, wenn die Schüler anschließend gemeinsam feiern. So auch zum Abschluss am letzten Theatertag. Ein guter Übergang in die Ferien.

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