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31:13 für die Alttrasse

Die Mehrheit für die Alttrasse als Vorzugsvariante der Südumgehung ist überaus deutlich. Eine Große Koalition aus CDU und SPD hat geschlossen für sie gestimmt.
Limburg. 

Die Mehrheit für die Alttrasse als Vorzugsvariante der Südumgehung ist überaus deutlich. Eine Große Koalition aus CDU und SPD hat geschlossen für sie gestimmt. Michael Köberle räumte als CDU-Fraktionsvorsitzender ein, lange auf die Umfahrung von Blumenrod gesetzt zu haben. "Wir sind auch bereit zu unpopulären Entscheidungen, wenn sie die Bürger entlasten", machte er deutlich. Und die Umgehung auf der Alttrasse führe zu einer deutlichen Entlastung und sei zudem die einzige Möglichkeit für die Stadt, um überhaupt noch weiter mit einer Umgehung rechnen zu können.

"Seit 1997 treten wir für die Alttrasse ein und haben dafür in der Vergangenheit schon eine Menge Prügel bezogen", machte SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Rompf deutlich. Für die Stadt gebe es nur die Möglichkeit, sich für diese Trasse zu entscheiden oder das Thema Umgehung zu beerdigen. Nach Einschätzung von Rompf gehe es um eine grundsätzliche Entscheidung über den Korridor der Trasse. Die Feinplanung stehe später an und da ließe sich noch viel ändern.

Die Grünen sind stets konsequente Gegner einer Umgehung gewesen, ob nun Alttrasse oder Umfahrung. "Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten", sprach sich Helmut Geis entschieden gegen eine Straße aus, die hohe Belastungen mit sich bringe und nur zu geringen Entlastungen beim Verkehr führe. Die ganze Diskussion um Lärmschutz oder auch den Schutz vor Abgasen diene nur dazu, die Südumgehung durchzuboxen, so die Einschätzung von Geis.

Was eine mögliche Umgehung auf der Alttrasse mit sich bringe, sei gerade auch für die Kinder, die die Erich-Kästner- und Goethe-Schule besuchten, an Belastungen nicht zuzumuten, so Sigrid Schmüser von der BZL. Deshalb forderte sie auch Belastungsanalysen, was für die Mehrheit zum derzeitigen Zeitpunkt allerdings keinen Sinn macht. Und überhaupt: "Die Umgehung wird niemals kommen", ist Sigrid Schmüser überzeugt.

"Wir als FWG wollen eine Entscheidung", ließ Fraktionssprecher Werner Laux keine Zweifel. Eine Entscheidung für die Alttrasse zu einem Zeitpunkt, an dem viele Fragen noch ungeklärt seien, lehnte die FWG jedoch ab. Die Kostenfrage sei zum Beispiel noch mit sehr hohen Risiken verbunden. Und wegen der Kosten sei auch die von der SPD vorgeschlagene Verlängerung des Tunnels völlig absurd. Unverständlich für Laux ist, dass sein Vorschlag für eine Umfahrung von Blumenrod, bei der die Trasse nicht so tief in einem Trog verläuft, um dem Grundwasser aus dem Weg zu gehen, nicht geprüft werde. Damit könnten über 30 Millionen Euro eingespart werden.

Von einer Jahrhundertentscheidung sprach Marion Schardt als Fraktionsvorsitzende der FDP. Doch die Umgehung auf der Alttrasse löse die Verkehrsprobleme nicht, sondern verschiebe sie nur und in der Diezer Straße werde nur ein Placeboeffekt zu spüren sein. Dafür 80 Millionen Euro und mehr auszugeben, die Stadt zu zerschneiden und das Wohngebiet zu zerstören, das sei nicht zu vertreten. 1967 sei eine Umgehung auf der Trasse von der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt worden. Schardt fordert vor der Abstimmung dazu auf, genauso klug zu sein. jl

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