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400 Gäste nahmen den alten Bahnhof in Besitz

An die 400 Gäste besuchten beim "Tag der offenen Tür" trotz trüben Wetters den Aumenauer Bahnhof. Anlässlich des Jubiläums "150 Jahre Lahntalbahn" hielten dort mehrfach historische Züge.
Die Bahnhofsbesitzer Angelika Bran und Andreas Städtgen in historischem Kostüm mit Bürgermeister Hermann Hepp und dem Ersten Beigeordneten Arnold-Richard Lenz (von links) bei der Eröffnung. Foto: Klöppel Die Bahnhofsbesitzer Angelika Bran und Andreas Städtgen in historischem Kostüm mit Bürgermeister Hermann Hepp und dem Ersten Beigeordneten Arnold-Richard Lenz (von links) bei der Eröffnung. Foto: Klöppel
Villmar-Aumenau. 

An die 400 Gäste besuchten beim "Tag der offenen Tür" trotz trüben Wetters den Aumenauer Bahnhof. Anlässlich des Jubiläums "150 Jahre Lahntalbahn" hielten dort mehrfach historische Züge.

Der neue Besitzer des Aumenauer Bahnhofes, Andreas Städtgen, hat noch viel vor. Nachdem er das Gebäude für 5000 Euro ersteigert hatte, begann der Aumenauer mit der Sanierung. Eine neue Toilette und neue Fenster sind im Bahnhof schon drin. Städtgen plant unter anderem, in dem Gebäude ein Kiosk sowie ein Weinlokal mit Veranstaltungsraum zu eröffnen.

Fürs Stockwerk darüber wird der neue Eigentümer die Genehmigung für die Einrichtung von Büroräumen beantragen. Im Dach sollen laut Städtgen eventuell die Aumenauer Modelleisenbahnfreunde eine neue Heimat finden, die Nachbauten der historischen Ansicht der Bahnstrecke besäßen. Städtgen freut sich, dass er viel positive Resonanz aus der Aumenauer Bevölkerung bekomme. Viele der älteren Gäste am "Tag der offenen Tür" erinnerten sich auch noch an die eigenen Erlebnisse mit der Lahntalbahn zurück. So berichteten Weyerer, dass sie täglich über einen Trampelpfad zum Aumenauer Bahnhof gelaufen seien. Am 11. Oktober 1862 fuhr der erste Zug Weilburg an. Auf der Gemarkung der heutigen Großgemeinde wurde damals neben Villmar und Aumenau ein dritter Bahnhof Schafstall Richtung Fürfurt als Erzverladestation eröffnet.

Wie wichtig die Bahnstrecke für den wirtschaftlichen Aufschwung von Aumenau und Umgebung war, zeigte sich daran, dass dort bereits 1884 zwölf Personenzüge, vier Schnellzüge und 14 Güterzüge regelmäßig verkehrten. Beide Aumenauer Bahnhöfe wurden zu wichtigen Erzverladestationen. Die Produktion der Gruben wurde über die Schiene oder Hängeseile dorthin transportiert. 1871 betrug die tägliche Verlademenge im Schnitt 3467,50 Zentner und war somit die höchste auf der kompletten Rhein-Lahn-Strecke. Der Bahnhof Schafstall schloss bereits 1918 wieder, und auch am heute noch als Personenzughaltestelle dienenden Aumenauer Bahnhof wurde 1970 die letzte Erzverladeeinrichtung stillgelegt. An die alte Zeit will Andreas Städtgen durch verschiedene Aktionen erinnern, und er dankte den Schlepperfreunden "Lohspoizer", dem Förderverein der Grundschule Aumenau, dem Schützenverein "Diana" und dem Team "Bahnhof Aumenau", dass sie bei der Bewirtung der Besucher beim "Tag der offenen Tür" halfen.

Bürgermeister Hermann Hepp (CDU) zeigte sich bei der Eröffnung der Veranstaltung erfreut, dass der Bahnhof wieder mit neuem Leben erfüllt werde. "Wir sollten sehen, dass wir unsere alten Kulturgüter erhalten", meinte Hepp. Dafür brauche man Menschen mit Fleiß, Mut und Investionsbereitschaft wie Andreas Städtgen und seine Frau Angelika Bran. Der Bürgermeister äußerte den Wunsch, dass sich bald ein Liebhaber für den Kauf des Villmarer Bahnhofes findet. rok

(Robin Klöppel)
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