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Versuch endet: Alte Lahnbrücke: Vorerst keine Einbahnstraße mehr

Von Es soll immer noch Autofahrer in den späten Abend- und Nachtstunden geben, die das „Durchfahrt verboten“-Schild auf der alten Lahnbrücke ignorieren. Nächste Woche darf die Brücke wieder in beide Richtungen befahren werden; der Versuch mit der Einbahnstraße endet dann. Doch wie geht es weiter?
Noch bis kommenden Dienstag geht es durch den Brückenturm nur in eine Richtung – stadteinwärts. Der sechswöchige Verkehrsversuch mit einer Einbahnstraßenregelung endet am Mittwoch, 18. Oktober, 8 Uhr. Foto: Anette in Concas Noch bis kommenden Dienstag geht es durch den Brückenturm nur in eine Richtung – stadteinwärts. Der sechswöchige Verkehrsversuch mit einer Einbahnstraßenregelung endet am Mittwoch, 18. Oktober, 8 Uhr.

Der sechswöchige Versuch endet bald; ob aus dem Versuch ein Dauerzustand wird, entscheidet sich ebenfalls bald. Auf der alten Lahnbrücke ist von Mittwoch, 18. Oktober, 8 Uhr, an aber erst einmal wieder alles beim Alten: Die Brücke darf dann wieder in beide Richtungen befahren werden.

Zunächst einmal. Denn die Stadt drückt aufs Tempo, um eine Grundsatzentscheidung herbeizuführen. Die Auswertung des sechswöchigen Verkehrsversuchs – Einbahnstraße stadteinwärts – soll den Ausschüssen bereits im November vorgelegt werden, wie der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach, auf Anfrage mitteilt. „Eine endgültige Entscheidung darüber, ob die alte Lahnbrücke zur Einbahnstraße wird, soll noch in diesem Jahr erfolgen“, teilt er weiter mit.

Viele offene Fragen

Bei der politischen Entscheidung – Einbahnstraße Ja oder Nein – spielen viele Faktoren eine wichtige Rolle:

  Die Fahrbahn der alten Lahnbrücke muss saniert werden. Doch bevor der Asphalt ausgetauscht wird, muss geklärt sein, ob die Gehwege nicht nur modernisiert, sondern auch verbreitert werden können, was nur bei einer Einbahnstraße möglich ist.

  Die Einbahnstraße wird aus Sicht der Verwaltung notwendig, falls die Busempfangsstation vom Katzenturm auf die Schleuseninsel zieht, was Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) zu favorisieren scheint, und ein Minikreisel an der Kreuzung Westerwaldstraße, Weilburger Straße, Seilerbahn, entsteht; angeblich wünschen sich Anwohner einen Kreisel. Die Verwaltung argumentiert, ein solcher Kreisel und eine Busempfangsstation auf der Schleuseninsel ließen sich nur realisieren, wenn es keinen Gegenverkehr mehr von der alten Lahnbrücke gibt.

  Eine weitere Rolle spielt eine von den Grünen und der CDU gewünschte Brücke über die Lahn für Fußgänger und Radfahrer, die eine bessere Anbindung zum Freibad ermöglichen soll. Noch gibt es dazu keine Stellungnahme von der Verwaltung; die soll demnächst vorliegen. Die Frage, die sich stellt, ist: Macht der Bau einer solchen Brücke Sinn, wenn sich die Situation für Fußgänger und Radfahrer auf der alten Brücke verbessert, weil sie bei einer Einbahnstraße mehr Platz hätten?

  Und dann ist da noch die Frage, wie der Verkehr in Limburg stadtauswärts geregelt wird, wenn die neue Lahnbrücke abgerissen und neu gebaut wird. Das soll vom Jahr 2022 an geschehen – und es wird sehr lange dauern: bis zu vier Jahre. Während eines der beiden Brückenbauwerke abgerissen wird, wird der Verkehr in beide Fahrtrichtungen komplett über das andere Bauwerk abgewickelt. Noch steht nicht fest, ob es drei oder nur zwei Fahrspuren gibt. Hessen Mobil plant nach Angaben von Sprecherin Sonja Lecher während der Bauphase so viele Fahrstreifen wie möglich zu erhalten, aber wenn nur ein Bauwerk für den kompletten Verkehr zur Verfügung steht, sei es schwierig, drei Fahrstreifen aufrechtzuerhalten. Dann besteht allerdings die Gefahr von Staus, vor allem, wenn es in der Baustelle auf der Liechfieldbrücke einen Unfall gibt. Das könnte zu einem größeren Problem werden, wenn die alte Lahnbrücke als Ausweichstrecke stadtauswärts ausfällt.

Der Verkehrsversuch hatte auch Auswirkungen auf die Geschäfte in der Westerwaldstraße. Karl Wingenroth, der Ende September seinen Tante-Emma-Laden aus Altersgründen geschlossen hat, hatte weniger Kundschaft. Vor allem Handwerker, die nach Elz oder Hadamar wollten, hätten nicht mehr angehalten, um im Laden kurz einzukaufen. Weniger Kundschaft gab es auch in der Filiale der Bäckerei Huth in der Westerwaldstraße; die war zwar zwischenzeitlich aus anderen Gründen nicht geöffnet, aber als wieder offen war, kamen weniger Kunden als sonst.

Kritische Stimmen

Dass Bäckermeister Sascha Huth die alte Verkehrsregelung bevorzugt, hat nach seinen Angaben allerdings andere Gründe: Über die alte Brücke gehe es auch Richtung Campingplatz und Freibad, und aus seiner Sicht ist es wichtig, dass der Verkehr auch gut aus der Stadt herauskommt. So sieht das auch Metzgermeister Nico Mühleisen, der ebenfalls eine Filiale in der Westerwaldstraße hat. Über weniger Kundschaft während des Verkehrsversuchs könne er nicht klagen, weil es vor allem Stammkunden seien, die in die Metzgerei gingen; trotzdem plädiere er für die alte Verkehrsregelung. „Alle Straßen sollten frei bleiben“, sagt er.

Das letzte Wort haben die Stadtverordneten. Nach derzeitigem Stand kann davon ausgegangen werden, dass der Magistrat den Verkehrsversuch positiv bewerten wird. Zwar hatten mit Ausnahme der FDP alle Fraktionen dem sechswöchigen Verkehrsversuch zugestimmt, aber das heißt nicht, dass es auch eine Mehrheit für eine dauerhafte Einbahnregelung auf der alten Brücke gibt. In der größten Fraktion, der CDU, wird so etwas nach Informationen dieser Zeitung kritisch gesehen. Auch SPD-Fraktionschef Peter Rompf ist noch nicht gänzlich überzeugt. Zumindest aus seiner Sicht könnte ein Minikreisel auch ohne Einbahnstraße auf der alten Brücke realisiert werden.

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