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Aufregung: Anlieger befürworten Kanalsanierung: Protest im Keltenweg

Gegen die Pläne der Gemeinde, im Keltenweg nicht nur den Kanal, sondern auch die Straße zu erneuern, regt sich Unmut. Die Anlieger befürchten, dass sie einen Großteil der Kosten tragen müssten. Außerdem fühlen sie sich schlecht informiert.
Noch ist alles ruhig im Keltenweg. In Kürze steht hier aber die Sanierung des Kanals an. Darüber sind die Anlieger froh, schließlich leiden sie häufig unter Überschwemmungen. Foto: Heike Lachnit Noch ist alles ruhig im Keltenweg. In Kürze steht hier aber die Sanierung des Kanals an. Darüber sind die Anlieger froh, schließlich leiden sie häufig unter Überschwemmungen.
Elz. 

Rund 20 Anwohner aus dem Keltenweg hatten sich zusammengefunden, um gegenüber den Gemeindevertretern ihren Unmut zu äußern. Die Elzer SPD-Fraktion hatte zu einer Ortsbegehung eingeladen. Die Anlieger hatten aus der Zeitung erfahren, dass die Gemeinde nicht nur den Kanal, sondern auch die Straße erneuern lassen will. Die Bürger fürchten, dass damit hohe Kosten auf sie zukämen. „Der Kanal kann ja repariert werden, aber die Straße ist doch noch in Ordnung“, lautete die einhellige Meinung.

Unstrittig ist, dass Kanal und Hausanschlüsse im 40 Jahre alten Keltenweg undicht sind. Nach den Plänen der Gemeinde soll zudem die Straße erneuert werden, damit diese hinterher nicht wie ein Flickwerk aussieht. Da der Keltenweg eine reine Anliegerstraße ist, müssten die Anlieger nach momentaner Satzung 75 Prozent der Kosten tragen.

Helga Mongeluzzi und Helga Brötz hatten die gemeinsame Ortsbegehung angeregt. „Hier wohnen zu 70 Prozent Rentner“, sagt Helga Mongeluzzi. „Und nun kommen Kosten im fünfstelligen Bereich auf sie zu. Das können sie gar nicht leisten.“ Zudem seien die Bürger nicht informiert worden.

Ständig überschwemmt

Werner Wittayer (SPD) fasste kurz zusammen, was geplant ist: Das Kanalsystem sei in einem desolaten Zustand, bei starkem Regen gebe es regelmäßig Überschwemmungen. Wittayer wies darauf hin, dass Gemeinden inzwischen selbst entscheiden können, wie die Erneuerung einer Straße finanziert wird. Doch dazu habe es in Elz noch keine Diskussion gegeben.

Dass die Kanalsanierung dringend geboten ist, davon sind wohl auch die meisten Anlieger überzeugt. Andrea Strixner und Olaf Weidenfeller haben Erfahrung mit feuchten Kellern. „Seit meine Eltern das Haus vor 50 Jahren gebaut haben, haben wir mit Feuchtigkeit zu kämpfen“, erzählt Strixner. „Durch den kaputten Kanal drückt das Wasser über die Erde ins Haus“, ergänzt Weidenfeller. Ihre Häuser liegen am Ende des Keltenwegs, am tiefsten Punkt der Straße. Immer wenn es stark regnet, wird schmutziges Wasser von der Autobahn den Keltenweg hinuntergespült – bis in den Garten der Anwohner. Ihr Keller sei immer feucht. Bei Olaf Weidenfeller fällt inzwischen auf einer Höhe von 30 Zentimetern der Putz von der Wand. „Wir haben schon einiges investiert, um die Räume trocken zu bekommen“, sagt Andrea Strixner. Die einhellige Meinung unter den Anwesenden ist, dass der Kanal in den 60er Jahren falsch geplant wurde. Statt eines schrägen Verlaufs um die Kurve wurde der Kanal rechteckig angelegt. Dadurch staue sich das Wasser. Die Anlieger im unteren Bereich des Keltenwegs hoffen, dass der neue Kanal einen größeren Durchmesser erhält und anders verläuft. Helga Brötz stößt sich an der Aussage, dass die Hausanschlüsse nicht fachgerecht seien: „Das ist doch nicht unsere Sache, sondern ein Fehler der damals ausführenden Baufirma.“

Manche Anwohner sind wütend: „Unser Geld wollen sie, aber im Winter hier räumen oder streuen, das verweigern sie“, schimpft einer. Über mangelnde Information klagen alle Anwesenden. Jetzt wollen sie Unterschriften sammeln und auf eine Bürgerversammlung drängen.

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