Bahnstrecke bleibt gesperrt

Nach dem schweren Unfall am Bahnübergang in Girod bleibt die Unterwesterwaldbahn zwischen Steinefrenz und Montabaur gesperrt. Inzwischen haben Gutachter der "Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes" (EUB) die Ermittlungen aufgenommen. Fest steht, dass der Schaden in die Millionen geht.
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Montabaur. 

Statt Zügen standen gestern Bagger auf den Gleisen nahe des ICE Bahnhofs Montabaur. Die Bergung des Güterzugs soll heute Morgen mit einem großen Autokran erfolgen, im Laufe der Woche werden Gleisbett, Schienen und Weichen ausgetauscht.

Am Freitagmorgen war ein Pkw an einem unbeschranktem Bahnübergang bei Girod in einen aus Richtung Limburg kommenden Güterzug gerast, durch die Wucht des Aufpralls später ein Waggon aus den Gleisen gesprungen. Der eingeklemmte Autofahrer musste mit lebensbedrohlichen Verletzungen in ein Koblenzer Krankenhaus eingeliefert werden (wir berichteten).

Noch am gleichen Tag nahmen die Experten der "Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle" des Bundesverkehrsministeriums" die Arbeit auf. Die Gutachter stellten fest, dass die technische Sicherung des Bahnübergangs an der L 314 mit den beidseits der Fahrbahn stehenden roten Blinkleuchten einwandfrei funktioniert hat. Der Pkw war mit rund 100 Stundenkilometern in den 15. von 20 Waggons des Güterzuges gekracht. Bei dem Aufprall muss mindestens ein Drehgestell des über 20 Tonnen schweren, unbeladenen Waggons entgleist sein.

Der Lokführer hat vom Aufprall und dem entgleisten Wagen, der im Verlauf der Fahrt noch zwei weitere zum Entgleisen brachte, anscheinend nichts gemerkt. Da die Luftleitung nicht beschädigt war, kam es zu keiner Bremsung. Die Wagen zerstörten fast alle Betonschwellen sowie Schienen, sieben Weichen und die Signaleinrichtungen.

Auf der Fahrt von Girod bis zum über sieben Kilometer entfernten Bahnhof Montabaur wurde an einer Weiche im Bahnhof Goldhausen eine erste Achse aus dem Drehgestell gerissen, die zweite in Montabaur. Bei der Einfahrt in den dortigen Güterbahnhof verkantete sich der fünftletzte Waggon, die letzten drei bleiben jedoch im Gleis.

Dampflok bringt Schwellen

Bereits am Samstag wurden in Hanau neue Betonschwellen verladen, die am Sonntag von einer Güterzug-Dampflokomotive der "Museumseisenbahn Hanau" über den Taunus bis zum Bahnhof Steinefrenz transportiert wurden. Von dort erfolgt der Weitertransport mit Tiefladern nach Montabaur.

Am wichtigsten ist zunächst die Wiederherstellung des kurzen Abschnitts von der Stichstrecke nach Wallmerod bis zum Bahnhof Montabaur. An der ehemaligen Westerwald- Querbahn liegen die meisten Verladestationen der Ton-Industrie und die Deponie für das Aushubmaterial des neuen Cochemer Tunnels. Auch Baufahrzeuge zur ICE-Strecke benötigen die derzeit beschädigte Weichenverbindung. Zurzeit ist der Regionalbahnhof Montabaur nur von Siershahn aus erreichbar. Die Strecke bleibt bis Steinefrenz mindestens noch eine Woche gesperrt. Für die Erneuerung des Abschnitts muss ein Gleisumbauzug eingesetzt werden.

Für den Personenverkehr gilt ab heute ein Sonderfahrplan, der zwischen Steinefrenz und Siershahn einen Ersatzverkehr mit Bussen vorsieht. Die ICE-Züge sollen zwischen Montabaur und Limburg für den Regionalverkehr freigegeben sein, heißt es auf der Internet-Seite von vectus.hpg

(hpg)
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Nach dem schweren Unfall am Bahnübergang in Girod bleibt die Unterwesterwaldbahn zwischen Steinefrenz und Montabaur gesperrt. Inzwischen haben Gutachter der "Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes" (EUB) die Ermittlungen aufgenommen. Fest steht, dass der Schaden in die Millionen geht.
http://www.fnp.de/lokales/limburg_und_umgebung/Bahnstrecke-bleibt-gesperrt;art680,124239
04.10.2011
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Limburg und Umgebung

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