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Lokführerstreik in Deutschland: Bahnstreik noch mit geringen Auswirkungen

Gestreikt wird bei der Bahn, aber nicht beim Konkurrenten Vectus, dessen Züge gestern im Limburger Bahnhof alle planmäßig fuhren.	Foto: Braun Gestreikt wird bei der Bahn, aber nicht beim Konkurrenten Vectus, dessen Züge gestern im Limburger Bahnhof alle planmäßig fuhren. Foto: Braun
Limburg-Weilburg. 

Zumindest gestern Morgen waren die Auswirkungen des Bahnstreiks in der Region rund um Limburg überschaubar. Die meisten Züge rollten und unter den Reisenden herrschte entspannte Stimmung. „Ich habe mich im Internet informiert und mein Zug fährt fahrplanmäßig. Bisher bin ich zufrieden“, sagte Andreas Kloft aus Obertiefenbach, kurz bevor er in Eschhofen in Richtung Frankfurt einstieg. Ähnlich sah es Eric Schlotter aus Nentershausen: „Man kann sich gut über den Ersatzfahrplan informieren. Auf das Auto umzusteigen, ist keine Alternative. Die A 3 ist sowieso eine Katastrophe.“

Marc Schneider aus Hadamar war ebenfalls in Eschhofen losgefahren und berichtete per E-Mail: „Der SE 20 fuhr pünktlich um 5.22 Uhr in Eschhofen ab und hielt, wie bereits im Notfallfahrplan angekündigt, zwischen Niedernhausen und Ffm-Höchst auf allen Bahnhöfen. Planmäßige Ankunft in Frankfurt 6.28, heute 6.34. Ich bin bisher sehr zufrieden mit dem Notfallmanagement der Bahn.“

Bilderstrecke Der längste Bahnstreik aller Zeiten ist angelaufen
Der Tarifstreit zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn eskaliert. Aktuell ist der längste Streik des Unternehmens im Gange. Insgesamt fünf Tage lang wollen die Lokführer die Arbeit niederlegen und erst Montagmorgen soll der normale Betrieb wieder aufgenommen werden. Fotos: dpa (17), Chris Christes (13), Rainer Rüffer (6), Sascha Braun (6)Tag 2 im Bahnstrreikt: Schon morgens gegen sieben Uhr staut sich am Freitag in Frankfurt der stadteinwärts fließende Verkehr auf der Friedberger Landstraße im Norden der Mainmetropole. Foto: Frank RumpenhorstNachdem das Arbeitsgericht Frankfurt der Einstweiligen Verfügung nicht stattgab, geht der Streik der Lokführer weiter.

Die meisten übrigen Nutzer des beliebten Pendlerbahnhofs in Eschhofen blieben ebenfalls unbeeindruckt: Die Parkplätze waren, wie morgens üblich, gut gefüllt. Schätzungsweise ein Zehntel weniger Autos als in streikfreien Zeiten waren dort abgestellt. Rüdiger Halberstadt aus Hadamar hat sich mit den Hintergründen auseinandergesetzt und wusste, warum die Verbindung in Richtung Süden relativ reibungslos funktionierte: „Auf der Strecke Limburg–Frankfurt sind nur zwei Angestellte, der Rest noch Beamte. Diese Züge fahren normal immer.“

Das Ausbleiben des großen Chaos’ ließ sich auch an der Fahrplanauskunft ablesen. Den Online-Hinweisen der Bahn zufolge fielen beispielsweise zwischen 9 und 12 Uhr lediglich zwei der sieben Verbindungen vom Bahnhof Limburg nach Frankfurt aus. Die Regionalexpresse nach Gießen und Koblenz fuhren nicht, sehr wohl aber die jeweils drei Züge von Vectus und Hessischer Landesbahn. Auch die beiden ICEs vom Bahnhof Limburg Süd nach Frankfurt in dieser Zeitspanne sind dem Plan zufolge gefahren, wenn auch zu verschobenen Zeiten und teilweise über den Flughafen-Bahnhof.

Vom Streik nur indirekt betroffen sind die Busfahrer der Limburger Stadtlinie, die am Bahnhof ihre Fahrgäste aufnehmen. „Für meine Fahrgäste ist der Streik nicht wirklich ein Thema“, sagte Daniel Heep, Busfahrer der Stadtlinie. Viele Passanten fragten allerdings nach, wo die Fernbusse abfahren. Wer einen Fernbus nutzen will, ist in der Innenstadt an der falschen Adresse. Er muss zum ICE-Bahnhof fahren, von dort aus fahren verschiedene Busse ab. Fernbusfahren sei „eine sehr schöne Sache“, sagte Heep, der privat die Fernbusse sehr gern nutzt: „Man muss zwar eine längere Fahrzeit in Kauf nehmen, aber es ist ziemlich preisgünstig.“

Erich Ferber aus Niederhadmar war gestern mit seinem Freund Reinhard Bill mit dem Zug von Hadamar nach Limburg gekommen, um eine Fahrradtour von Laurenburg nach Nassau zu machen. Am Bahngleis warteten sie mit ihren Fahrrädern auf den nächsten Zug nach Laurenburg. Ob er Verständnis für den Streik hat? „Ich freue mich darüber, dass ich Rentner bin und nicht mehr arbeiten muss“, sagte Ferber. „Wenn ich noch berufstätig wäre, würde ich mich ärgern.“ vt/bra

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