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Limburg: Bessere Luft durch Schienenverkehr

Aus Sicht der Arbeitsgruppe Mobilität in der Lokalen Agenda der Stadt Limburg weist die vom Umweltministerium des Landes Hessen vorgelegte erste Fortschreibung des Luftreinhalteplanes einige Unzulänglichkeiten auf. Im Mittelpunkt der Aussagen stehen Aussagen zur Aartalbahn.
Bisher transportieren Lkw den Kalk über die Bundesstraße. Die Reaktivierung der Aartalbahn könnte also einen guten Beitrag leisten zur Luftreinhaltung in Limburg. Bisher transportieren Lkw den Kalk über die Bundesstraße. Die Reaktivierung der Aartalbahn könnte also einen guten Beitrag leisten zur Luftreinhaltung in Limburg.
Limburg. 

Diplom-Ökonom Ulrich Meckel als Sprecher der Gruppe sagt: „Als Bürger fühlt man sich wenig ernst genommen, wenn man im Kapitel 9 unter ,Behandlung der Einwendungen’ beispielsweise die Angaben zur Reaktivierung der Aartalbahn liest.“ Zwar heißt es dort: „In einer Verlagerung vor allem von Gütertransporten auf die Bahn versprechen sich viele Bewohner in Limburg eine deutliche Entlastung ihrer Stadt. Daher wird hier eine Reaktivierung der Aartalbahn gefordert.“

Eine Erläuterung gebe es im Plan allerdings nicht, da das hessische Umweltministerium offenbar nicht geprüft habe, welche Schwerverkehre über die B 54 durch Limburg verlaufen und zu welcher Entlastung eine Reaktivierung des Güterverkehrs führen könnte. Zu den Belastungen trage der Werksverkehr der Firma Schaefer Kalk zwischen den Brüchen in Hahnstätten und dem Kalkwerk in Steeden in erheblichem Maß bei, sage die Mitglieder der Agenda-Gruppe.

Strecke wäre rentabler

Seit dem Neuaufschluss des Merschel-Steinbruchs in Hahnstätten wurden jährliche Transportmengen von bis zu 250 000 Tonnen erreicht. Sollte die Erweiterung des Steinbruches Hengen bei Runkel scheitern, könnte sich diese Menge sogar noch erhöhen. Hinzu kommen voraussichtlich ab Mitte 2018 weitere Silo-Transporte mit gebranntem Kalk zwischen den Kalkwerken, um die Qualitätsanforderungen eines Neukunden aus der Stahlbranche zu erfüllen. Ab Steeden sollen die Transporte dann auf der Schiene erfolgen.

Der Rechnungshof Rheinland-Pfalz soll gegenüber dem Mainzer Verkehrsministerium die Auffassung vertreten haben, dass eine Wiederaufnahme des Güterverkehrs zu einem höheren volkswirtschaftlichen Nutzens beitragen könnte. Allerdings fallen dafür höhere Investitionskosten für die signaltechnische Ausrüstung der Strecke an.

Nach Auffassung der Agenda-Gruppe entsprechen die Angaben im Luftreinhalteplan nicht den Tatsachen, wenn dort steht: „Der Arbeitskreis Aartalbahn, der sich intensiv um eine Reaktivierung der Strecke bemüht, hat zunächst nur eine Reaktivierung für den Personennahverkehr im Blick. Doch selbst dieser Plan erscheint vorerst gescheitert, da der Landkreis Rheingau-Taunus mit großer Mehrheit entschieden hat, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.“

Klares Votum

Entscheidungen des Rheingau-Taunus-Kreises spielen aber nach Ansicht der Agenda-Gruppe für die Reaktivierung im Rhein-Lahn-Kreis keine Rolle.

Tatsächlich haben die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Nord als Aufgabenträger und der Kreistag des Rhein-Lahn-Kreises die Reaktivierung der Strecke Diez – Hahnstätten für den Personenverkehr beschlossen. Der rheinland-pfälzische Abschnitt der Strecke ist im Eigentum der Verbandsgemeinden Diez und Hahnstätten. Die Ausschreibung für ein Eisenbahn-Infrastruktur-Unternehmen ist erfolgt, ein Zuschlag konnte aufgrund der Einsprüche bislang nicht erteilt werden.

Für den SPNV besteht bereits seit Dezember 2015 ein rechtsgültiger Verkehrsvertrag mit DB Regio Südwest. Eine aktualisierte Nutzen-Kosten-Untersuchung hat einen positiven Wert von 1,81 ergeben und damit den volkswirtschaftlichen Nutzen einer Reaktivierung bestätigt, der bei 1,0 gesehen wird. Nach Ansicht der Agenda-Mitglieder zeugt es von wenig Sachverstand, wenn Beschlüsse, die eine südliche Anbindung der Aartalbahn an die Landeshauptstadt Wiesbaden betreffen, mit Entscheidungen in Rheinland-Pfalz zum Anschluss an den Bahnhof Limburg verknüpft werden.

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