Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 17°C

Amthof-Galerie: Bilder von Malern aus der Ukraine

Die Ukraine hat in den letzten Jahren vor allem mit politischen Unruhen von sich reden gemacht. Dass aus dem Land auch großartige Kunst kommt – davon können sich die Besucher der Amthof-Galerie nun überzeugen.
Olga Kalenik erklärt, wie die Malerin Helen Illichova arbeitet. Das Bild der Künstlerin ist derzeit in der Amthof-Galerie zu sehen. Foto: Gertrud Brendgen Olga Kalenik erklärt, wie die Malerin Helen Illichova arbeitet. Das Bild der Künstlerin ist derzeit in der Amthof-Galerie zu sehen.
Bad Camberg.. 

„Schau’n Sie mal, diese Details! Die Leiste der Kommode ist etwas abgeplatzt, und der Künstler hat das mit ganz feinen Pinselstrichen wiedergegeben!“ Klausjürgen Herrmann, Vorsitzender der Amthof-Galerie, ist fasziniert von dem fotorealistischen Ölgemälde.

Gemalt hat es Sergey Uschanow, es zeigt ein Mädchen, das an einer alten Kommode lehnt und mit der einen Hand eine Trompete berührt. Der Blick des Mädchens wirkt verträumt und gleichzeitig forschend. Ewig könnte man vor dem Bild stehen und die feinen Details bewundern. Wären da nicht noch die vielen anderen Bilder, die man einfach gesehen haben muss.

Ein Besuch in der Amthof-Galerie ist derzeit eigentlich Pflicht für alle, die Kunst und Können nicht trennen wollen – und ein Vergnügen für all die, die sich einfach nur von großartigen Gemälden inspirieren lassen wollen. Zwölf Maler des Ukrainischen Künstlerverbands, Zweigstelle Odessa, zeigen ihre Gemälde im ersten Stock der Galerie.

Galerie besteht 30 Jahre

Die Galeristin Olga Kalenik repräsentiert die Künstler und gab bei der Vernissage in der Galerie einen kleinen Einblick in das Wirken der Maler: „Alle Bilder sind mit Öl gemalt und von einer langen Maler-Tradition geprägt – aber das ist auch schon die einzige Gemeinsamkeit. Jeder der Künstler hat seinen ganz eigenen Stil und vor allem auch ganz eigene Technik, mit Farbe, Pinsel und Leinwand umzugehen.“ Im zweiten Stock der Galerie stellt derzeit die Künstlerin Kathrin Funk ihre farbenprächtigen Ölgemälde aus. Die Marketing-Fachfrau aus Idstein hat vor 15 Jahren die Malerei für sich entdeckt und ist immer offen für neue Wege in der Malerei. Ihr Schwerpunkt gilt der Acrylmalerei, Flächen und feine Linien ergänzen einander in ihren meist großformatigen Werken sehr effektvoll. Die Motive sind floral, figürlich oder abstrakt.

Eröffnet wurde die Oktober-Ausstellung im Beisein von Bürgermeister Jens-Peter Vogel und Stadtverordnetenvorsteher Heinz Schaus, die Grußworte der Stadt überbrachten. Für die Vereine kam Roman Pflüger, der in einer kurzen Ansprache auf das 30-jährige Bestehen der Galerie in diesem Jahr einging. Über den Besuch des Vertreters der Vereine freute sich Franziska Kopp ganz besonders: „Vereine sind für das Zusammenleben und -wirken ungeheuer wichtig. Und noch wichtiger sind Menschen, die die Vereine zusammenführen“, sagte sie in ihrer Rede.

Jetzt aber noch mal zurück in den ersten Stock zu einem abschließenden Rundgang. Dieser wird jetzt angenehm untermalt von der Musik des Pianisten Jury Evstratov. Gleich im Flur schaut dem Betrachter ein Mädchen mit Blumenstrauß entgegen. Gemalt hat es Nikolay Nikolaewitsch Prokopenko, der als „Picasso der Ukraine“ gehandelt wird und dessen Werke sich bereits in vielen privaten Sammlungen und Museen befinden.

Im ersten Raum leuchten einen unter anderem die „Granatäpfel“ von Helen Illichova an. Ein Bild, das an die Stillleben der alten Meister erinnert und in seiner Farbigkeit trotzdem sehr modern wirkt. Olka Kalenik erklärt gerade, wie die Künstlerin ihre Gemälde grundiert: Sie stülpt eine Socke über die Hand, taucht sie in Farbe und tupft die erste Farbschicht auf. Die Socke wird durch eine neue ersetzt, mit der die nächste Schicht aufgetragen wird, und so fort. „Einfach toll, wie dreidimensional das Gemälde wirkt“, schwärmt eine Besucherin.

Surrealistisch geprägt

Ganz anders die eher plakativen Bilder von Oleg Bugalzow: „Das ist ja ein Recycling-Bild“, schmunzelt ein Besucher, der gerade entdeckt hat, dass „Das goldene Kalb“ aus lauter aneinander gemalten Schlüssellöchern besteht. Die Arbeiten dieses Künstlers sind surrealistisch geprägt und bieten jede Menge Stoff für eine spannungsvolle „Seh-Reise“.

Die Arbeiten von Viktor Saputow wiederum erinnern eine andere Besucherin an den Wiener Jugendstil-Künstler Gustav Klimt. Und so lassen sich die meisten der 50 Arbeiten der Tradition verschiedener Malrichtungen zwar zuordnen, überraschen allerdings mit neuen Interpretationen und ungeheurer Kunstfertigkeit. Kein Wunder, dass gleich am Eröffnungstag ein Strand-Gemälde von Nikolay Owsejko durch den „roten Punkt geadelt“ wird. Über dieses Gemälde mit dem wundervoll dahingehauchten Himmel und den beiden Menschen im Vordergrund freut sich jetzt ein neuer Besitzer.

Aber bis einschließlich Sonntag, 29. Oktober, kann man es noch bewundern. Bis dahin ist die Ausstellung an allen Sonntagen durchgehend von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse