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Insektenhotels: Biologie-Unterricht mal anders an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule

Den Insektenhotels fehlen die Gäste. Dagegen wollten die Fürst-Johann-Ludwig-Schüler etwas unternehmen: Sie legten auf ihrem Schulgelände einen Blühstreifen an.
Schüler der FJL-Schule legen auf dem Schulgelände einen Blühstreifen an, um mehr Insekten ins Insektenhotel zu locken. Foto: nn Schüler der FJL-Schule legen auf dem Schulgelände einen Blühstreifen an, um mehr Insekten ins Insektenhotel zu locken.
Hadamar. 

Wer heute im Sommer Auto fährt, muss kaum mehr die Frontscheibe reinigen. Das war vor 30 Jahren noch ganz anders. Tatsächlich ist die Menge der Fluginsekten in dieser Zeitspanne um etwa 75 Prozent zurückgegangen, wie eine im Oktober vergangenen Jahres veröffentlichte wissenschaftliche Studie zeigt. Für die Schüler der Klasse 7dG Anlass genug, sich im Rahmen des Biologieunterrichtes mit der Bedeutung von Fluginsekten als Bestäuber zu befassen und Gründe für das Insektensterben zu erforschen. Recht schnell war klar: „Da müssen wir was tun! Biene, Hummel und Co. brauchen ein neues Zuhause“, formulierten die Schüler.

Jede Menge Arbeit

Bereits im Winter hatten die Planungen für die Anlage eines etwa 30 Quadratmeter großen Blühstreifens in der Nähe des bereits bestehenden Insektenhotels auf dem Schulgelände der Fürst-Johann-Ludwig-Schule begonnen. Die Schulleitung und auch der Kreis als Schulträger stimmten zu. Sponsoren waren ebenfalls schnell gefunden, da sie von der Idee überzeugt waren: Eine Baufirma aus Elz stellte kostenlos für einen Tag einen Minibagger zur Verfügung, der bei den vorbereitenden Erdarbeiten am Montag zum Einsatz kam, denn die Grasnarbe musste abgetragen und der lehmige Boden mit sechs Tonnen Sand aufgelockert werden. Weitere Kollegen aus der Lehrerschaft unterstützten das Projekt ebenso wie eine Naturgarten-Planerin, die den Schülern beratend zur Seite stand. Zudem organisierte sie das kostenlose Saatgut, das der Nabu Hadamar für sein Projekt „Biene, Hummel und Co.“ zusammengestellt hatte.

Außerdem besorgte sie die passenden heimischen Wildblumenstauden, die die Schülerinnen und Schüler selbst bezahlten. Und auch hier war wieder Sachkunde gefragt: Pflanzen aus dem Gartenhandel sind oftmals mit Pestiziden vorbehandelt, so dass sie Nutzinsekten tatsächlich eher schaden als nützen.

Warten auf Gäste

Bei der gemeinsamen Pflanzaktion lernten die Schüler schließlich, wie sie „ihre“ Staude richtig pflanzen. Nachdem alle 27 Pflanzen in der Erde und gut angegossen waren, wurde das Wildblumen-Saatgut verteilt und festgetrampelt. Wie es auf ihrer Wildblumenwiese weitergeht, wollen die FJL-Schüler mit einer Fotostrecke dokumentieren. Und dann bleibt die Hoffnung, dass ab diesem Sommer die Gäste des Insektenhotels ein reich gedecktes Buffet und ein neues Zuhause finden.

(red)

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