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Politik in Villmar: Bürgermeisterwahl: Thomas Dornoff wirft Hut in den Ring

Von Jetzt ist es definitiv: Thomas Dornoff (46) wird für das Amt des Villmarer Bürgermeisters kandidieren. Die notwendigen 62 Unterstützungsunterschriften hat der unabhängige Bewerber nahezu beisammen, so dass er noch in dieser Woche seinen Hut in den Ring werfen will.
Thomas Dornoff (46) kandidiert für das Amt des Villmarer Bürgermeisters; die Finanzen will er mit einem Fonds sanieren. Thomas Dornoff (46) kandidiert für das Amt des Villmarer Bürgermeisters; die Finanzen will er mit einem Fonds sanieren.
Villmar. 

Die Bürgermeisterwahl in Villmar am 4. März könnte eine spannende Sache werden: Nach Amtsinhaber Arnold-Richard Lenz (SPD), Matthias Rubröder (CDU), Axel Paul (AAV) und dem parteilosen SPD-Fraktionsmitglied Andreas Städtgen wird Thomas Dornoff als fünfter Kandidat ins Rennen gehen. Der Runkeler Stadtjugendpfleger gibt sich optimistisch, 2018 als neuer Verwaltungschef ins Villmarer Rathaus einzuziehen.

Warum der 46-jährige Villmarer antritt? Dornoff sagt, er hätte sich mal privat mit einer Bitte an Bürgermeister Lenz gewendet. Später habe sich der Verwaltungschef angeblich nicht mehr an das Gespräch erinnert. Das sei der Grund für ihn zu sagen: „Hier muss sich etwas ändern. Wir brauchen wieder einen Bürgermeister, der sich um die Anliegen der Villmarer kümmert“. Dornoff möchte deshalb den von der Gemeindepolitik der letzten Jahre Enttäuschten ein alternatives Angebot machen. Denn die anderen Kandidaten haben ja die, so Dornoff, „keineswegs hoffnungsfroh erscheinende Villmarer Kommunalpolitik die letzten Jahre mitbestimmt“.

Waschechter Villmarer

Der waschechte Villmarer hat, wie er sagt, in der Jugendarbeit der Nachbarstadt Runkel über viele Jahre bewiesen, dass er zukunftsfähige Konzepte erstellen und jungen Menschen Perspektiven aufzeigen könne. Bei all seinen Programmen war Dornoff stets wichtig, Kindern und Jugendlichen Wissen und Teamgeist zu vermitteln. Ein bisschen stolz ist Dornoff schon, wenn er vielen jungen Menschen bei Problemfällen zu Hause oder in der Schule weiterhelfen oder Ausbildungsstellen vermitteln konnte.

Was dem 46-Jährigen seiner Meinung nach bei seiner Arbeit als Bürgermeister helfen würde, ist, dass er es in seiner bisherigen Berufstätigkeit gewohnt ist, Ideen zu entwickeln, Partner zu gewinnen und professionelle Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Gemeindemarketing, Tourismusförderung sowie die Planung und Umsetzung von überörtlich interessanten kulturellen Veranstaltungen als Ergänzung des Vereinsangebotes und zur Belebung des Marktfleckens und seiner Bürgerhäuser sieht er bei sich in guten Händen. So will er auch neue Einwohner und Gewerbetreibende für Villmar gewinnen.

Thomas Dornoff hat aber auch noch andere Fähigkeiten. Nach dem Zivildienst beim DRK machte er eine Ausbildung zum Finanzsekretär, bevor er Sozialwissenschaft studierte. Vor diesem Hintergrund sieht sich der Kandidat in der Lage, die Villmarer Schulden abzubauen und die finanzielle Lage des Marktfleckens in den Griff zu bekommen. Dornoff sagt von sich, er sei „noch einer vom alten Schlag“, der nicht mehr ausgebe als er auch einnehme. Sein Konzept, mit dem er im Wahlkampf punkten möchte, ist die Bildung eines kommunalen Infrastrukturfonds. Das wären bei 7000 Einwohnern und einem jährlichen Einsatz von 300 Euro pro Einwohner mehr als zwei Millionen Euro, die die Kommune jährlich zusätzlich in der Tasche habe.

Auf Kritik anderer Bewerber, dass sich normalverdienende Familien mit Kindern diese 300 Euro im Jahr nicht leisten könnten, entgegnet Dornoff, dass er das Argument verstehe und es daher mit freiwilligen Zahlungen versuchen wolle. Wenn jeder Bürger dasselbe in den Fonds zahle, habe dies den Vorteil, dass auf der anderen Seite Straßenbeiträge für die Bürger abgeschafft werden könnten und somit nicht mehr auf einzelne Anwohner auf einen Schlag Ausgaben von mehreren Tausend Euro zukämen. Gerade für alleinstehende Rentner in den Ortsteilen sei dies oft ein großes Problem.

Gespräch in Seelbach

Ebenfalls möchte Dornoff mit Events Geld in die Villmarer Kasse spülen. 50 Prozent der aus dem Fonds erzielten Einnahmen sollen in die Schuldentilgung gehen, die andere Hälfte in gemeindliche Infrastrukturmaßnahmen. Thomas Dornoff will außerdem erreichen, dass der Flecken nicht weiter ausblutet. Deshalb sollen aus dem Fonds beispielsweise Ankäufe älterer Häuser durch Privatpersonen finanziell bezuschusst werden. Außerdem will er Baumaterial für Sanierungen aus dem Topf unterstützen, wenn sie denn von örtlichen Betrieben erworben werden.

Auch weitere Gastronomiebetriebe wie ein barrierefreies Café könnten den Villmarer Ortskern beleben. Ebenfalls ein Herzensanliegen ist Dornoff die dauerhafte Sicherstellung der ärztlichen Versorgung auf dem Land. Geeigneter Standort für ein neues Ärztehaus könnte seiner Meinung nach am Villmarer Bahnhof sein, der per Zuganbindung auch aus benachbarten Orten gut erreichbar wäre.

Dornoff möchte ein bürgernaher Bürgermeister sein, Sprechstunden in den Ortsteilen anbieten und zum Amtsantritt eine Umfrage starten, was die Bürger in Villmar wünschen und vermissen. Wer mit Thomas Dornoff ins Gespräch kommen will, hat am 13. Dezember bei seinem nächsten Bürgergespräch in der Seelbacher Seelbachtalhalle ab 19 Uhr Gelegenheit dazu. Themenschwerpunkt des Abends sind Innovationsanreize für neue Unternehmensansiedlungen.

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