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"Heimlichtuerei": Busunternehmer Willy Schermuly wehrt sich gegen Vorwürfe

Der Mengerskircher Busunternehmer Willy Schermuly wehrt sich gegen die Vorwürfe, er habe Busfahrer gekündigt, weil sie einen Betriebsrat gründen wollten.
Der Firmensitz des Busunternehmens in Mengerskirchen. Foto: Heike Lachnit Der Firmensitz des Busunternehmens in Mengerskirchen.
Mengerskirchen. 

Willy Schermuly ärgert sich über die Vorwürfe der Busfahrer an das Unternehmen. Er wiederholt, dass er nichts gegen die Gründung eines Betriebsrates habe. Doch er verlange eine offene Kommunikation zu dem Thema und keine „Heimlichtuerei“.

Ihm liege bisher ein offizielles Schreiben von Verdi vor über die Herausgabe von Daten seiner 80 Mitarbeiter. Er fragt zurzeit bei den Mitarbeitern nach, ob er die Daten an die Gewerkschaft herausgeben dürfe und 70 Prozent seiner Mitarbeiter seien dagegen. Ansonsten habe er von den Bemühungen recht wenig mitbekommen. Über die Sitzung des Wahlvorstandes sei er nicht frühzeitig informiert worden. „Es kann nicht einen Tag vorher angerufen werden und auf die Freistellung der Fahrer gepocht werden“, so Schermuly verärgert. „Ich muss doch die Fahrten planen können.“ Wenn ihm vier Mitarbeiter auf einmal ausfallen, blieben im schlimmsten Fall 1000 Schulkinder stehen, weil er sie nicht fahren kann. „In Sachen Betriebsratsgründung ist alles nicht so gut gelaufen und mir fehlt die Kommunikation mit der Geschäftsleitung“, so der Unternehmer.

Streit um Feiertage

Doch auch die Aussagen über unregelmäßige Zahlungen an die Fahrer möchte er nicht unkommentiert lassen. Es würden die tariflichen Löhne gezahlt, ebenfalls gebe es Fortzahlungen bei Krankheit und Urlaub. Jedes Jahr prüfe ein Wirtschaftsprüfer von RMV (Rhein-Main-Verkehrsverbund) und VLDW (Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil) die Unterlagen. Bisher seien keine Unregelmäßigkeiten aufgefallen. „Wenn die Zahlungen nicht stimmen würden, dann gehen die Leute“, ist sich Schermuly sicher. Die einzige Unklarheit bestehe bei der Entgeltfortzahlung an Feiertagen.

Seiner Auffassung nach muss kein Entgelt fortgezahlt werden, wenn ein ohnehin freier Tag auf einen Feiertag fällt. So steht es auch in einem Schreiben der Industrie- und Handelskammer. Die Fahrer, die Dienst haben, aber aufgrund des Feiertages nicht fahren müssen, bekommen eine Lohnfortzahlung. Sollte sich jedoch herausstellen, dass er in seiner Einschätzung falsch lag, werde er „selbstverständlich“ die Gelder nachzahlen.

Weiterhin wehrt er sich gegen den Vorwurf, dass die Fahrer die Abrechnungen nicht einsehen können. Die Fahrer könnten jederzeit ihren Kontoauszug verlangen und diesen mit den eigenen Belägen vergleichen. Bei einem Fahrer habe sich ein sehr hoher Fehlbetrag zusammengesammelt, weshalb dieser wegen Unterschlagung fristlos gekündigt worden sei. Andere Kündigungen seien ausgesprochen worden, weil das Unternehmen aufgrund Fahrermangel einen Auftrag kündigen musste und nicht alle Fahrer aus dieser Disposition umverteilen konnte. Die häufige Wartung der Busse erklärte der Unternehmer damit, dass besonders durch die harten Einsatzbedingungen im Stadtverkehr die Stadtbusse häufiger gewartet werden müssten wie Fahrzeuge im Überlandverkehr. Er wünsche sich sachliche Gespräche, sagt Willy Schermuly.

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