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Fußball als Belastungsprobe: Das Ehepaar Kerstin und Marco Krelowetz steht morgen auf verschiedenen Seiten

Von Die Ehe von Kerstin und Marco Krelowetz aus Elz wird am morgigen Samstag auf eine harte Belastungsprobe gestellt. Denn beim DFB-Pokalfinale hält die 44-Jährige zu Eintracht Frankfurt. Der 41-Jährige ist sich hingegen sicher, dass seine Münchner Bayern das Double holen werden.
Schals, die verbinden, aber auch trennen: Kerstin und Marco Krelowetz sind Anhänger verschiedener Bundesliga-Fußballmannschaften. Foto: Robin Klöppel Schals, die verbinden, aber auch trennen: Kerstin und Marco Krelowetz sind Anhänger verschiedener Bundesliga-Fußballmannschaften. Foto: Robin Klöppel
Elz. 

Marco und Kerstin Krelowetz aus Elz sind beide leidenschaftliche Fußballfans. Doch die Wochenendspiele schauen beide im Bezahlsender Sky meistens auf getrennten Fernsehern. Während ihr Herz für die Frankfurter Eintracht schlägt, fiebert er für den FC Bayern. „Meistens setzt sich die Frau durch und schaut auf dem großen Fernseher“, verrät Marco Krelowetz grinsend.

Zum ernsten Problem wird es für die beiden aber nicht, wenn die Teams wie diesen Samstag im DFB-Pokalfinale gegeneinander spielen. Dann wird gemeinsam im Fantrikot und mit Vereinsschal geschaut. Jeder hält zu seiner Mannschaft, doch Streit gibt es trotzdem nie. Blöd nur, dass das Ehepaar Krelowetz am Samstagabend auf eine private Feier eingeladen ist. Dort kann man zwar auch Fußball schauen, doch Kerstin Krelowetz würde das Pokalfinale diesmal am liebsten alleine daheim sehen. Denn auf Lästereien ihrer Kumpels nach einer Eintracht-Klatsche kann sie gut verzichten. Sie ist sich sicher, dass Frankfurt gegen das Starensemble von der Isar keine Chance hat und eine Packung fangen wird.

Sein Tipp: 3:0 für Bayern

Ihr Mann kann Kerstins Einstellung allerdings nicht verstehen: „Wenn ich Eintracht bin, bin ich auch von einem Sieg überzeugt. Sonst brauche ich auch nicht im Pokalfinale antreten.“ Selbst tippt er aber auch auf Bayern: „3:0 oder 4:1“. Dass die Bayern nicht im Champions-League-Finale und voll auf den DFB-Pokal fokussiert seien, sei das Pech für die Eintracht. Kerstin Krelowetz meint: „Gegen jeden anderen Gegner hätten wir eine Chance gehabt, aber nicht gegen die. Die haben sich Samstag gegen Stuttgart schon für das Pokalspiel geschont.“ Die Krankenschwester Kerstin verrät, dass ihr irgendjemand zu Kindertagen mal ein Bayernkissen schenkte. Das habe bei ihr aber keinen Aha-Effekt ausgelöst. Fußballerisch geprägt wurde die gebürtige Elbgrunderin von ihrem Bruder Thomas Heftrig, der schon immer leidenschaftlicher Eintrachtler war. Sie und ihre Schwester Natalie nahm der Bruder mit. Die Schwestern waren sofort von der Atmosphäre im damaligen Waldstadion gefangen. „Im Stadion in Frankfurt ist eine Stimmung wie nirgends sonst“, schwärmt Kerstin.

Die negative Wende nach einer eigentlich bis dahin tollen Saison sei in diesem Jahr gekommen, als Niko Kovac verkündete, als Trainer zu Bayern zu gehen. Das habe, wie sie denkt, auch die Leistung der Mannschaft beeinträchtigt. Sie hat Angst, nachdem sie vor einigen Wochen noch von der Champions League in der Commerzbank-Arena geträumt hatte, am Ende nun ganz mit leeren Händen dazustehen. Denn ohne Pokalsieg am Samstag wäre die Eintracht in der kommenden Runde nicht einmal in der Europa League vertreten.

Aber auch nach bitteren Niederlagen bleibt Kerstin Krelowetz der Eintracht treu. „Etwa drei Mal im Jahr fahre ich ins Stadion, die anderen Spiele schaue ich am Wochenende daheim“, sagt sie. Wenn Bundesliga gespielt werde, laufe der Fernseher im Haus praktisch während der ganzen Woche. Selbst den Eurosport-Player hat sich die Familie dazugebucht, um wirklich alle Spiele live verfolgen zu können.

„Sympathischer Typ“

Kerstin Krelowetz ist begeistert von Kovacs Aufbauarbeit in Frankfurt, glaubt aber nicht, dass er sich bei Bayern durchsetzen wird und sich mit dem Abgang in Frankfurt keinen Gefallen getan hat.

Marco Krelowetz, der als Firmenkundenberater einer Versicherung arbeitet, nimmt Niko Kovac gerne. „Sympathischer Typ“, lautet sein Kommentar. Die Bayern himmelte Marco schon als kleiner Bub an, als er noch in Malmeneich wohnte. Dass er Bayern-Fan wurde, hat zwei Gründe. Der eine ist, dass er über einen Fan-Club in Hadamar schon als Kind die Möglichkeit hatte, mit Papa Andreas problemlos ins Olympiastadion zu kommen. Der zweite Grund war, dass die Bayern auch schon in seinen jungen Jahren durch die stetigen Erfolge ein dauerhaftes Thema in seinem Umfeld waren. „Das sind sie auch heute noch“, sagt Krelowetz: „Ich bin Betreuer der B-Jugend des SV Elz, und unter den Jugendlichen hier sind mindestens 50 Prozent Bayernfans.“

Bayern-Hasser kann Marco Krelowetz nicht verstehen, denn die Münchener hätten sich ihre Erfolge hart erarbeitet. „Hätten andere Vereine die ganzen Jahre auch so toll gewirtschaftet, könnten sie heute genau da stehen, wo Bayern steht“, glaubt Krelowetz. Mit Sohn Tom (15) fährt er auch etwa drei Mal im Jahr zu Spielen nach München. Warum er nicht gerne in die Frankfurter Commerzbank-Arena mitgeht? „Da herrscht mir eine zu aggressive Stimmung.“ Viele lästerten ja über fehlende Atmosphäre in München, aber in die Allianz-Arena könne man im Gegensatz zu anderen Stadien wunderbar mit Kindern gehen.

„Ich war noch nie mit in München bei Fußball, würde aber schon mal mitfahren“, räumt Kerstin Krelowetz ein: „Wenn die Bayern nicht gegen die Eintracht spielen, gönne ich ihnen ja Siege und mein Mann der Eintracht auch umgekehrt.“

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