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Der letzte Abschnitt

Heute vor 150 Jahren wurde der letzte Abschnitt der Lahntalbahn zwischen Weilburg und Wetzlar in Betrieb genommen. Während im Oktober 1862 der Beginn des Eisenbahnzeitalters in Weilburg noch groß gefeiert wurde, war die Aufnahme des fahrplanmäßigen Betriebes am 10. Januar 1863 unspektakulär.
Weilburg. 

Ab diesem Tag wurden die Stationen Löhnberg, Stockhausen, Braunfels, Burgsolms, Albshausen und Wetzlar bedient. Dort endete die Nassauische Staatsbahn, und die Strecke mündete in die bereits ein Jahr zuvor eröffnete Deutz-Gießener Bahn ein. Beide Bahnen nutzten gemeinsam ein zwischen den Linien stehendes Stationsgebäude und die Warteräume – die "Dienstlocale sind dagegen getrennt", heißt es in den Geschäftsberichten. Jede Gesellschaft hatte daher ihre eigenen Gleisanlagen.

Fast hätte der deutsch-österreichische Krieg die stetige Aufwärtsentwicklung unterbrochen. So hatte der Befehlshaber der preußischen Truppen veranlasst, dass die Lahnbrücke bei Wetzlar unbefahrbar gemacht und Telegrafenleitungen zerstört wurden. Doch ab 18. Juli 1866 lief der Verkehr wieder, und die Lahntalbahn wurde ab 1879 Teil der strategischen Ost-West-Verbindung, die vorher als Berlin-Wetzlarer Bahn und später als "Kanonenbahn" bezeichnet wurde und eine Verbindung zwischen Berlin und Metz herstellte. Damit einher ging auch der Bau des zweiten Gleises, das im Oktober 1876 zwischen Weilburg und Löhnberg und von dort abschnittsweise bis Wetzlar im Frühjahr 1884 in Betrieb genommen wurde.

Die vom belgischen Ingenieur Francois Splingard 1848 bei der Nassauischen Regierung eingereichten Pläne für den Bau einer eingleisigen Lahntalbahn zwischen Oberlahnstein und Wetzlar waren nur die Grundlage für den Bau. Der in Limburg 1819 geborene und seit 1858 für den Bau der Strecke verantwortliche Ingenieur Moritz Hilf nahm nicht nur zwischen Fachingen und Kerkerbach, sondern auch im Abschnitt zwischen Stockhausen und Wetzlar eine Korrektur der ursprünglichen Pläne vor. Möglicherweise spielten dabei die Fürsten zu Solms-Braunfels eine Rolle. Statt der durchgehend auf dem rechten Ufer der Lahn verlaufenden Linie, querte Hilf mit einer großen Brücke zwischen Stockhausen und Leun die Lahn. Es entstand der repräsentative Bahnhof für Braunfels. Die Lahntalbahn ermöglichte den Anschluss der fürstlichen Gruben und Hüttenwerke. So führte ab 1876 die schmalspurige Ernstbahn Erze zur Lahnbahn, und die Georgshütte in Burgsolms entstand.

Mit der stark zunehmenden Eisenerzförderung im Herzogtum Nassau und dem Versand von Kalk, Marmor und Mineralwasser nahm der Güterverkehr einen enormen Aufschwung. Dies wurde verstärkt durch den 1863 angelegten Rheinhafen in Oberlahnstein, die 1864 in Betrieb genommene Rheinbrücke nach Koblenz und die 1869 erfolgte Eröffnung der rechtsrheinischen Strecke nach Neuwied sowie der Moselstrecke nach Trier im Jahr 1879.hpg

(hpg)
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