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Dicke Luft

Die Limburger Stadtverordneten haben den Luftreinhalteplan für die Stadt zur Kenntnis genommen. Allerdings kritisieren sie einhellig, dass diese gemeinsame Vorschlagsliste von Stadt und Landes-Umweltministerium wohl wirkungslos bleiben wird.
Limburg. 

.Der Luftreinhalteplan ist in den vergangenen Monaten in Limburg "rauf und runter" diskutiert worden, in der Stadtverordnetenversammlung kam das Thema jetzt zumindest vorerst zu einem Ende. Das bedeutet aber nicht, dass nun alle zufrieden wären. Im Gegenteil: Die Liste mit Vorschlägen zur Verbesserung der Luftqualität in der Stadt stieß auf einhellige Ablehnung, wobei die Kritik aus den einzelnen Fraktionen in unterschiedliche Richtungen wies.

Achim Waldherr (CDU) bemängelte das Zustandekommen des Plans, der eigentlich in Zusammenarbeit von Stadt und Landes-Umweltministerium hätte entstehen sollen. Seiner Meinung nach scheint man aber in Wiesbaden überhaupt nichts getan zu haben. "Das Ministerium hat offenbar einfach unsere Vorschläge unverändert übernommen. So stelle ich mir eine Unterstützung von Landesebene nicht vor", monierte Waldherr.

Für die anderen Fraktionen stand dagegen der städtische Anteil der Vorschlagsliste am Pranger. Helmut Geis (Grüne) wetterte gegen den Versuch, die Südumgehung auf diesem Weg in den "vordringlichen Bedarf" der bundesweiten Straßenbauprojekte zu heben. Seiner Meinung nach ist das ein völlig falscher Ansatz. "Wir sollten nicht immer mehr Autos nach Limburg holen, sondern endlich zusätzlichen Verkehr verhindern", forderte Geis.

"WERKStadt und Schuy weg"

"Die Maßnahmen, die die Stadt vorschlägt, greifen alle nicht", urteilte Sigrid Schmüser (BZL). "Das einzige, das hilft: Keine WERKStadt mehr und kein Schrotthändler Schuy mehr."

So weit mochte Dr. Marius Hahn (SPD) nicht gehen. Doch auch seiner Meinung nach ist der Verkehr, den die Erweiterung des Einkaufszentrums "WERKStadt" nach sich ziehen wird, viel zu gering eingeschätzt worden. Er hätte sich ein Lkw-Durchfahrverbot in der Vorschlagsliste gewünscht.

Dr. Klaus Valeske (FDP) vermisste kreative Ideen zur Luftverbesserung, beispielsweise einen wirksamen Radwegeplan für die Innenstadt. "Stattdessen finden wir verzweifelte Versuche; beispielsweise mehr Pflanztröge, die überhaupt nichts bringen", sagte er.

FWG-Fraktionschef Werner Laux forderte ein "ernstes Wort" mit den Diezer Nachbarn: "Nehmt den Verkehr für euer Gewerbegebiet endlich bei Nentershausen von der Autobahn runter." Außerdem müsse in Limburg mehr auf Verkehrsvermeidung gesetzt werden. Diese Forderung löste bei Barbara Sylla-Belok (Grüne) Belustigung aus. Schließlich seien es die politisch Verantwortlichen in Limburg gewesen, darunter auch Werner Laux, die über Jahre hinweg jede Verkehrsverminderung abgeblockt hätten.

Für ihren Antrag, die Forderung einer Südumgehung aus dem Luftreinhalteplan zu streichen, bekamen die Grünen lediglich die Unterstützung der BZL. Schließlich wurde die gesamte Vorschlagsliste bei zwei Gegenstimmen zur Kenntnis genommen. vt

(vt)
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