E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 14°C

„Die Ferienspiele sind toll“

Über 200 Kinder auf den Pfortenwiesen: Die Betreuer der Bad Camberger Ferienspiele des DRK haben im Moment alle Hände voll zu tun. Es ist aber auch besonders schön, für die Kinder und für die Großen, hier gemeinsam Zeit zu verbringen. Da scheint das „Leben draußen“ plötzlich ganz weit weg.
Hier wird richtig geschafft!	Fotos: Hackert Bilder > Hier wird richtig geschafft! Fotos: Hackert
Bad Camberg. 

Kinderlachen dringt über die Pfortenwiesen, und auf dem Weg mitten hinein wird das rhythmische Klopfen immer lauter. Nein, das wird kein Lied. Aber es ist beständig, anhaltend und überall. Kein Wunder, denn 203 Kinder sind kräftig am Arbeiten. Sie schaffen, was das Zeug hält, denn hier entsteht ein Hüttendorf. Sie bauen nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Wikinger, die heimatlos geworden sind.

Und das kam so: „Die Wikinger kommen aus Skandinavien, das besteht aus Norwegen, Dänemark und Schweden“, erklärt Volker Mors den Kindern. Weil es dort aber zu viele Menschen gab und das Land nicht reichte, machten sich Schiffe voller Wikinger-Familien auf in eine neue Heimat nach Island und Grönland. Ein Schiff hat sich allerdings verfahren: Es landete in Gallien. Dort verbrachte gerade die Camberger Atzel ihren Sommerurlaub. Sie hörte von den Nöten der Familien und nahm alle zu sich mit nach Hause.

 

Ein neues Zuhause

 

Nach Hause, das sind jetzt die Pfortenwiesen, und die Geschichten, die das Bad Camberger Wahrzeichen, die Atzel (Elster), den Kindern erzählt, sorgen immer wieder für Mucksmäuschenstille im großen Zirkuszelt oder auf dem Platz. Alle wollen zuhören, denn die Erst- bis Viertklässler wissen, dass sie hier immer etwas lernen und dass auch noch ein kleines Abenteuer dabei herausspringt.

Natürlich muss man auch selbst mit anpacken, wie beim Hüttenbau. Aber das ist ja gar keine Arbeit – das macht doch Spaß! Ein unglaubliches Gewusel, gleichzeitig perfekt organisiert, herrscht auf dem Gelände, wenn das DRK Bad Camberg (in Nachfolge der katholischen Kirchengemeinde) die Ferienspiele organisiert. Da muss vorher einiges bedacht werden, und ohne ein großes Team von Helfern wäre das alles gar nicht möglich. Das Leitungsteam, Volker und Peter Mors, Benedikt Schmidt, Jens Peter Vogel und die Atzel, haben Verstärkung von 35 Betreuern. Das Küchenteam unter Leitung von Claudia Ickenroth und Michaela Huppertsberg kann ebenfalls auf weitere Unterstützer zurückgreifen. Sonst wäre es gar nicht möglich, über 200 Kinder zwei Wochen lang so perfekt zu betreuen. In den Monaten vor den Ferienspielen gab es regelmäßige Treffen, die Betreuer wurden ausgebildet, und zum Glück ist das DRK als Träger natürlich auch immer zur Stelle, wenn es kleinere Verletzungen gibt. Und was sagen die Kinder dazu? Johanna (8) ist ganz begeistert vom Hüttenbauen. Sie zimmert gerade eine Wand. Die gleichaltrige Isabel freut sich, dass alles so gut klappt, und Constantin (9) hat Vor-Erfahrungen: „Manchmal helfe ich meinem Papa und meinem Onkel in der Werkstatt.“

 

Viel selbst machen

 

Estella (8) gefällt es, dass sie so viel selbst machen darf. Erst wird erklärt, dann gebaut. „Sonst sagen die Erwachsenen immer, das ist zu gefährlich für dich, das machen wir lieber selbst.“ Und wiederkommen? „Klar, im nächsten Jahr bin ich wieder dabei“, sagt Isabel. Ihre Freunde sind auch sicher: Das war nicht das letzte Mal hier. Auch wenn sie langsam älter werden. Aber es gibt ja noch die Möglichkeit, als Betreuer zurückzukommen.

Heute sind alle schon ganz gespannt auf das große Geländespiel, und morgen, Samstag, ab 16 Uhr, kommen die Eltern zu Besuch, es gibt eine Nachtwanderung, die Eltern holen ihre Kinder um 24 Uhr wieder ab, und die Viertklässler dürfen übernachten. Die sind ja auch schon groß . . . Viele Spiele, der Selbstkochtag, das Basteln – es steht noch einiges Schöne auf dem Programm, bis die Bad Camberger Ferienspiele nächste Woche Freitag mit dem großen Abschlussfest ab 16 Uhr auf den „Pfortenwiesen“ zu Ende gehen.

Bis dahin werden noch einige Andenken produziert. Zum Beispiel geben Kinder und Betreuer T-Shirt-Autogramme. „Ich muss auch noch ein weißes T-Shirt dafür mitbringen“, sagt Regina (8). Sie hatte schonmal eins, nur die falschen Farben benutzt. Nach dem ersten Waschen war dann das T-Shirt bunt und alle Namen weg. „Diesmal hole ich mir andere Stifte“, sagt sie. Dann gibt es wieder eine schöne Erinnerung an eine ganz besondere Zeit.

Und eines wird ganz, ganz sicher auch noch ganz lange nachwirken: Das Lied, das die Kinder voller Inbrunst gelernt haben. Ben Schmidt hat es geschrieben, und alle werden es spätestens am Abschlussfest-Tag perfekt beherrschen: „Wikinger sind einfach super toll“. Die Ferienspiele erst recht.

(pp)
Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen